Lions spenden an Freundeskreis 8000 Euro für Betreuung Schwerstkranker in Thuine


Thuine. Mit 8000 Euro unterstützt der Lingener Lions Club Machurius die Betreuung schwerstkranker Menschen im Hospiz und auf der Palliativstation in Thuine sowie durch das Team der ambulanten Palliativpflege. Das Geld stammt aus dem Erlös der Lions-Tombola auf dem Lingener Weihnachtsmarkt 2016 sowie privaten Spenden der Mitglieder.

Seit vielen Jahren ist Thuine über das Emsland hinaus ein anerkanntes Zentrum zur Betreuung Schwerstkranker. So ist im Jahr 2005 im Elisabeth-Krankenhaus eine acht Betten umfassende Palliativstation eröffnet worden. Pro Jahr werden dort rund 200 Personen mit einer nicht heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung medizinisch betreut. 2348 Patienten sind es seit der Eröffnung der Station gewesen.

Entlassung nach Hause ist das Ziel

Ziel der Behandlung ist nach Angaben der zuständigen Palliativ-Koordinatorin Christina Rohling die Erhaltung, Förderung oder Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und wenn möglich, die anschließende Entlassung in das häusliche Umfeld. „Die hier angebotenen Hilfen auch annehmen zu können, das wird in unserer Gesellschaft zum Glück immer selbstverständlicher. Anfangs war dies für viele doch eher ein Tabuthema“, erklärte der aktuelle Lions-Präsident und Hauptgeschäftsführer der St.-Bonifatius-Hospitalgesellschaft, Ansgar Veer, bei der Spendenübergabe.

Ambulante Palliativversorgung

Seit 2006 gibt es in Thuine zudem den Palliativstützpunkt Südliches Emsland. 2009 erfolgte dort vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr schwerstkranke und sterbende Menschen als auch ihre Angehörigen für die noch verbleibende Lebenszeit eine professionelle Hilfe und Unterstützung in der vertrauten heimischen Umgebung wünschen, die offizielle Einrichtung einer sogenannten Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Eine weitere SAPV-Servicestelle gibt es seit 2011 in Meppen. „Knapp 300 Personen werden bei uns seitdem jedes Jahr ambulant betreut“, erklärte die Palliativ-Koordinatorin auf Nachfrage unserer Redaktion. Seit dem Jahr 2014 verfügt Thuine zudem über das direkt an das Krankenhaus angegliederte stationäre Hospiz St. Veronika.

Neues Fahrzeug und Fortbildungen

Diese Entwicklung von Anfang an mit begleitet hat auch der Facharzt für Allgemein- und Innere Medizin Michael Adams. Im Lions-Vereinsjahr 2016/2017 war Adams schließlich Präsident des aktuell 38 Mitglieder zählenden Lingener Clubs und initiierte als sein persönliches Projekt die Unterstützung des 2005 gegründeten Freundeskreises Hospiz- und Palliativbetreuung. Dessen Vorsitzender, der ehemalige Thuiner Chefarzt Johannes-Hermann Schepers, und sein Kollege Richard Gertken bedankten sich für diese Unterstützung. Eingesetzt werden soll das Geld für die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges für die SAPV, Geräten zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut sowie für Mitarbeiterfortbildungen.


Die Betreuung schwerstkranker Menschen

Seit der Eröffnung der Palliativstation im Elisabeth-Krankenhaus in Thuine im Jahr 2005 sind dort 2348 Schwerstkranke im Alter von 16 bis 99 Jahren behandelt worden. Ambulant werden pro Jahr knapp 300 Personen im Alter von 20 bis 97 Jahren durchschnittlich 30 Tage lang betreut. Rund 100000 Kilometer sind die fünf Fahrzeuge dafür im Einsatz. Die meisten Patienten zumeist aus dem mittleren und südlichen Emsland sind dabei im Rentenalter zwischen 65 und 75 Jahren.

Besondere Herausforderung im Bereich der ambulanten Versorgung ist die Sicherstellung der 24-Stunden-Rufbereitschaft an 365 Tagen im Jahr durch Ärzte und Pflegepersonal – dabei engagieren sich auch elf niedergelassene Hausärzte aus dem Umkreis, die diese Rufbereitschaft neben ihrer Praxistätigkeit wochenweise sicherstellen. vb

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