Messingen macht mobil Mehr als 200 Bürger fordern Erhalt der Grundschule

Von Heinz Krüssel


Messingen. „Messingen macht mobil“. Unter diese Devise hat der Gemeinderat Messingen am Donnerstagabend eine Protestaktion gestellt, um gegen die von der Frerener SPD-Samtgemeinderatsfraktion vorgeschlagene Schließung der Grundschule in Messingen oder alternativ in Andervenne zu demonstrieren.

Mehr als 200 Kinder, Eltern, Bürger und Kommunalpolitiker hatten sich auf dem Schulhof vor der Grundschule eingefunden. Aloys Schmit, stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Messingen freute sich über die große Resonanz. „Ich finde es ganz toll, dass so viele Messinger gekommen sind. Wir zeigen heute deutlich, dass wir den Vorschlag der Genossen der SPD ablehnen und die Grundschule auf keinen Fall zur Disposition steht.“

Viele Plakate der Schüler

Die Grundschüler hatten sich spontan im Unterricht mit dem Thema beschäftigt und entsprechende Bilder und Plakate gemalt. „Was macht Messingen ohne Schule?“; „Ohne Schule keine Zukunft - SOS“; „Wo sollen wir denn hin?“ war dort zu lesen.

Kein Verständnis für den im Rahmen der Haushaltsberatungen eingebrachten Vorschlag der SPD-Fraktion hat Messingens Bürgermeister Ansgar Mey: „Wir brauchen den Kindergarten, die Grundschule, einen Lebensmittelladen und auch eine Kneipe.“ Diese Infrastruktur halte Messingen für die großen und kleinen Bürger auch vor.

„Gutes Schulleben hier“

„Wir haben ein gut funktionierendes Schulleben, wir haben ein tolles Lehrerkollegium, wir haben einen tollen Förderverein. Viele ehrenamtlich engagierte Mitbürger sorgen dafür, dass unseren Kindern eine optimale Schulbildung vermittelt wird. Alle gemeinsam werden wir dafür kämpfen, dass die Grundschule erhalten bleibt“, erklärte Ansgar Mey unter großem Beifall.

„Zusammenhalt und Geschlossenheit sind seit Jahren das Markenzeichen unserer Gemeinde“, betonte Ehrenbürgermeister August Roosmann in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Er sei den Kindern, Eltern, Lehrern und Mitbürgern dankbar für die beeindruckende Demonstration. Die Gemeinde, die Samtgemeinde und die dort lebenden Bürger würden sich gemeinsam für den Erhalt der Grundschulen einsetzen. Der erfahrene Kommunalpolitiker zeigte sich überzeugt, dass der SPD-Vorschlag ein „klassisches Eigentor ist, das sich gegen den Bürgerwillen richtet.“

Samtgemeinde-CDU auch für den Erhalt

„In allen unseren Grundschulen wird eine gute pädagogische Arbeit geleistet. Dies wird auch laufend im Zuge durchgeführter Schulinspektionen seitens der Landesschulbehörde bestätigt“, sprach sich der CDU-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat und Bürgermeister von Andervenne, Reinhard Schröder, für den Erhalt der Grundschulen aus. Er habe bereits während der Ratssitzung deutlich gemacht, dass es mit der CDU auf keinen Fall ein Nachdenken über die Schließung von Grundschulen geben werde.

„Schulen wichtiger Standortfaktor“

„Neben der Inklusion zähle der Ausbau der Ganztagsschulen, die zunehmenden Kooperationen mit außerschulischen Partnern und die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund zu den aktuellen Herausforderungen von Grundschulen“, so Schröder. Nach Meinung der CDU-Fraktion im Frerener Samtgemeinderat sei die Grundschule besonders in kleineren Gemeinden ein wichtiger Standortfaktor. „Junge Familien können so in den Orten gehalten werden, da es hier vor Ort sowohl einen Kindergarten als auch die Grundschule gibt. Unsere Grundschulen bilden einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Infrastruktur und sind zugleich Aushängeschild in unseren Gemeinden. Wir unterstützen nachdrücklich die Aussage ‚kurze Wege für kurze Beine‘“.