Neues Bürogebäude für 300 000 Euro Meese plant weitere Investitionen in Beesten


Beesten. 1999 hat sich Wilhelm Meese mit einem Lkw als Transportunternehmer selbstständig gemacht. Heute sind 27 Lkw der auf hochwertige und zeitkritische Transporte spezialisierten Firma vor allem von und nach Frankreich unterwegs. Für knapp 300.000 Euro hat das Unternehmen jetzt am Firmensitz in Beesten ein neues Bürogebäude bauen lassen, weitere Investitionen sind geplant.

Von der Ein-Mann-Firma zum 57 Mitarbeiter zählenden Unternehmen in 17 Jahren und jetzt vom Büro in der Garage in ein modernes Bürogebäude. „Diese Firmengeschichte ist beeindruckend. Wir sind froh, Euch in unserer Gemeinde zu haben und werden Euch weiter unterstützen“, freuten sich Beestens Bürgermeister Werner Achteresch und sein Stellvertreter Tobias Schnier beim Antrittsbesuch im neuen Bürogebäude im Gewerbegebiet „Am Bahngraben“.

Zu wenig Telefonleitungen

Und trotz aller Verbesserungen durch das im Juni bezogene Gebäude – bislang haben die inzwischen vier Disponenten in Büros in der Garage und im Wintergarten im Privathaus des Unternehmers in Beesten gearbeitet – gibt es auch ein recht großes Problem. „Die Internetleistung hat sich am neuen Bürostandort halbiert und wir haben nur noch ein Drittel unserer bisherigen Telefonleitungen. Und neue Leitungen sind in diesem Gewerbegebiet nicht mehr zu bekommen und trotz langwieriger Gespräche mit EWE und der Telekom soll sich daran mittelfristig auch nichts ändern“, erklärte der Sohn des Firmengründers und Gesellschafter Jannik Meese .

Kurze Lieferfristen

Hochempfindliche Waren, die in kurzer Zeit und mit kurzen Lieferfenstern geliefert werden, sind die Spezialität der Firma. „Bei Aufträgen, die innerhalb von drei oder vier Tagen von A nach B transportiert werden müssen, sind die Margen einfach zu gering. Da sind osteuropäische Firmen günstiger“, erklärt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann Wilhelm Meese im Gespräch mit den Bürgermeistern sowie Frerens Erster Samtgemeinderätin Sonja Ahrend.

Zwei Fahrerwechsel bis Lyon

Bei Meese laufen die Transporte in der Regel anders ab: Lkw, die am Abend um 18 Uhr das derzeit rund 8000 Quadratmeter große Firmengelände verlassen, sind bereits am nächsten Morgen um 5 Uhr in Paris oder um 9 Uhr bei Kunden in Südfrankreich. „Möglich ist dies durch sogenannten Begegnungsverkehr und einen beziehungsweise zwei Fahrerwechseln auf der Strecke. Das erfordert aber natürlich einen recht hohen Planungsaufwand“, erläutert Meese. Lohn der Mühen ist eine stete Zunahme von Aufträgen für zeitkritische Transporte. Fußballtrikots der Marke Adidas zur EM, Joghurts der Firma Danone oder seit neuestem auch das Wasser der Firma Volvic befanden und befinden sich regelmäßig an Bord der Meese-Trucks.

Spritverbrauch sinkt

So sind die Zugmaschinen jährlich rund 150.000 Kilometer im Frankreich- und 220.000 Kilometer im Linienverkehr „auf der Straße“. Nach drei Jahren werden die Lkw – eine Zugmaschine kostet 100.000 und ein typischer Meese-Auflieger rund 30.000 Euro – durch das jeweils neueste Modell ersetzt. „Das erspart uns kritische Standzeiten durch Defekte“, erklärt Meese. Zugleich wird Sprit gespart, denn schon jetzt sind es alles modernste Euro-6-Fahrzeuge. „Wir werden dieses Jahr rund 800.000 Liter Diesel benötigen. Vor zehn Jahren mit 17 statt 27 Lkw war die Menge gleich groß“, zeigte Meese-Junior den Besuchern eine interessante Grafik: Verbrauchte ein Lkw im Jahr 2009 noch bis zu 32 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer ist dieser Wert in sieben Jahren um 30 Prozent auf aktuell 22,4 Liter gesunken.

Erweiterung geplant

Und die Zukunft? In Kürze will Meese selber Berufskraftfahrer ausbilden, um besser Nachwuchs gewinnen zu können. Und bis 2020 soll der Bereich Lagerlogistik aufgebaut werden. „Das ist nach unserer Einschätzung lukrativ, denn die angebotenen Flächen sind knapp“, erklärt der Wirtschaftsingenieur Jannik Meese. Dazu ist in den nächsten Jahren der Bau einer rund 2400 Quadratmeter großen Halle geplant. Dafür soll sich mittelfristig auch die Größe des Betriebsgeländes um 8000 bis 10.000 Quadratmeter mehr als verdoppeln. Die Bürgermeister haben es gerne gehört. Die Voranfragen für das Projekt sind bereits gestellt.

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