Die Pfarreiengemeinschaft Freren Fünf Jahre nach großer Pilgertour nach Santiago

Von Carsten van Bevern


Freren. Vor fünf Jahren sind Mitglieder der zuvor aus sechs katholischen Kirchengemeinden gebildeten Pfarreiengemeinschaft Freren 2717,6 Kilometer nach Santiago de Compostela gepilgert. Wie ist das Zusammenleben heute in einer so großen Pfarreiengemeinschaft? Dazu äußerten sich Mitglieder der Projektgruppe, die aktuell für den 18. Oktober ein „Santiago-Revival-Event“ vorbereiten, gegenüber unserer Redaktion.

„An dem Pilgerprojekt vor fünf Jahren hat mich vor allem die Begeisterung aller fasziniert, die irgendwie an dem Projekt beteiligt waren, und wie ansteckend diese Begeisterung war. Ein großer Teil des Gemeinschaftsgefühls ist auch fünf Jahre später noch vorhanden“, berichtet Gabi Holle, die 2010 Mitglied im Pfarrgemeinderat und heute im Pastoralrat und als Küsterin in Thuine aktiv ist.

Bei der Gründung der Pfarreiengemeinschaft sei es laut Frau Holle vielen noch mehr darum gegangen, möglichst viel in der eigenen Gemeinde zu erhalten. „Es war oft mehr ein Kampf gegen als miteinander. Heute fragt man sich mehr, wie schaffen wir es gemeinsam?“

So habe es laut Heinz Bischoff vor sechs Jahren „vor allem bei älteren Menschen doch eine gewisse Skepsis gegeben, kein Pastor mehr vor Ort, weniger Messen. In der Zwischenzeit hat sich das meiste eingependelt und ist Routine geworden.“ Von einer besseren und offeneren Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg berichten auch die Firmkatechetin Kerstin Vohs und Pfarrsekretärin Monika Weltring aus Freren und Ida Hartke aus Messingen.

„Ein guter Einstieg“

Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein, das hätten viele Gläubige gerade bei dem Pilgerprojekt erfahren. „Dabei bin ich mit vielen anderen Menschen ins Gespräch gekommen, einer hat den anderen dabei auch einmal mitgezogen. Es war einfach eine tolle Bereicherung für mein Glaubensleben“, berichtet Monika Weltring, die seinerzeit bei vielen Fuß-, Rad- und der Abschlussetappe mit dabei war. „Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht. Das war ein guter Einstieg für die Pfarrgemeinschaft.“

Viel hat sich seitdem in der Pfarrgemeinschaft (PG) getan : Es gibt einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat, einen gemeinsamen Pfarrbrief, eine gemeinsame Homepage. „Vieles ist zusammengewachsen und auf einem wirklich guten Weg. Es ist zum Beispiel gut, dass die Gottesdienstzeiten es vielen ermöglichen, auch einmal zwischen den sechs Kirchen zu wechseln, das hat man so früher kaum einmal gemacht“, berichtet Anneliese Heymann, die hauptamtliche Gemeindekatechetin der PG Freren. Auch Taufen müssten heute nicht mehr unbedingt in der eigenen Kirche stattfinden, die Familien schauten eher auf einen passenden Termin. „Auch das gemeinsame Kommunion-, Firm- und Taufkonzept ermöglicht heute nicht nur einen Wechsel zwischen den Orten, sondern bündelt gleichzeitig die personellen Kräfte.“

Die besondere Bedeutung des Pilgerprojektes für diesen Prozess verdeutlich auch die Tatsache, dass sich drei Jahre nach Erreichen von Santiago eine kleine Gruppe nochmals auf den Weg gemacht hat und 2016 Santiago erreichen will. „Das ist Grund genug, fünf Jahre nach der ersten Pilgerreise dieses Ereignis würdig zu feiern – unter anderem mit einer kleinen Pilgertour zum Gut Hange“, so Vohs.