Identität mit Albert Der Name Aepkers im Emsland deutlich konzentriert

Von Winfried Breidbach

Mehr als 50 Personen tragen den recht seltenen Familiennamen Aepkers, der deutlich im Emsland konzentriert ist. Symbolfoto: dpaMehr als 50 Personen tragen den recht seltenen Familiennamen Aepkers, der deutlich im Emsland konzentriert ist. Symbolfoto: dpa

Freren. Leserin Katharina Aepkers aus Freren kann sich vorstellen, dass der Name Aepkers niederländischer Abstammung sein könnte, weil das Ae- am Anfang bestehen bleibt und nicht zu einem Ä- wurde.

Mehr als 50 Personen tragen den seltenen Familiennamen Aepkers, der deutlich im Emsland konzentriert ist. In den Niederlanden ist der Name nicht nachzuweisen, auch historisch nicht. Die Schreibung Ae- am Anfang ist als „a plus Dehnungs-e“ zu erklären und steht für den Langvokal â. Aepkers ist also als „Aapkers“ auszusprechen. Die Schreibweise mit ae für â gibt es historisch auch im Niederländischen, war aber früher in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und hat sich bei etlichen Familiennamen gehalten.

Der Name Aepkers ist eindeutig als Genitivname zu bestimmen, die Bedeutung ist „Sohn von Aepker“. Aepker bezieht sich auf den Familiennamen des Vaters. Der Nachname Aepker existiert auch heute noch, die wenigen Namensträger finden sich in Ostwestfalen. Neben Aepker gibt es noch die Namenvarianten Apker, Abker und Aebker, die sich in verschiedenen Regionen Nordwestdeutschlands finden, aber nicht in den Niederlanden.

In historischen Dokumenten gibt es eine ganze Reihe von zugehörigen Namensformen, die heute alle ausgestorben sind. Als Genitivformen gab es Apkers, Apckers, Apekers, Abkers und Abckers. Der zugrunde liegende Name erschien als Aepeker, Apeker, Apecker, Aepcker, Apcker, Aebker, Aebcker, Abcker, Aebeker, Abeker und Abecker. Die Belege gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück und kommen zum großen Teil aus Ostwestfalen, insbesondere aus dem Bereich der Kreise Herford und Minden-Lübbecke.

Bei Aepeker, Apker, Abker usw. handelt es sich um -er-Ableitungen („Sohn von ...“) der Familiennamen Apke und Abke, die konzentriert in der Region zwischen Emsland, Münster und Herford auftreten. Auch zu diesen Namen gab es früher Schreibvarianten wie Apcke, Aep(c)ke, Aapke, Ape(c)ke, Abcke, Aabke, Abeke und Abbe(c)ke. Apke und Abke sind Kosenamen, die zum Rufnamen Abbo, Appo, Abbe, Abe gebildet wurden. Diese Namen wiederum waren als Kurzformen von Albert/Albrecht gebräuchlich (aus altdeutsch Adal-beraht).

Die Identität mit Albert ist durch Doppelbelege nachzuweisen, zum Beispiel: 1337/51 „Albertus Kuherde“ = „Abe Koherde“ (Aken), 1368/81 „Albertus Crudener“ = „Abe Crudener“ (Magdeburg).

Weg der Entwicklung zu Aepkers: Rufname Albert, dazu Kurzname Abe, dazu Kosename Abke/Apke, dazu patronymische Ableitung Abker/Apker „Sohn von Abke/Apke“, dazu Genitivname Abkers/Apkers „Sohn von Abker/Apker“.


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