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Rundt dämpft Erwartungen Keine weiteren Neurologiebetten im Emsland?

Von Ludger Jungeblut


Thuine. Nach Ansicht der niedersächsischen Sozialministerin Cornelia Rundt sagt die Größe eines Krankenhauses zunächst nichts darüber aus, ob die Einrichtung eine Perspektive für die Zukunft hat oder nicht.

Die SPD-Politikerin war am Mittwochnachmittag Gast in der Mitgliederversammlung des Katholischen Krankenhausverbandes der Diözese Osnabrück, die im Elisabeth-Krankenhaus in Thuine stattfand. Vorsitzender ist Generalvikar Theo Paul, der die Sozialdemokratin herzlich begrüßte.

Es habe mal Stimmen gegeben, dass Krankenhäuser mit weniger als 400 Betten angeblich nicht überleben könnten, sagte die Ministerin. Dass halte sie für völligen Quatsch. Sorgen bereiteten vielmehr einige größere Krankenhäuser, die in eine finanzielle Schieflage geraten seien, aber aufgrund ihres Versorgungsauftrages nicht aufgegeben werden dürften. Nach ihren Angaben gibt es derzeit 191 Krankenhäuser in Niedersachsen.

Die Ministerin betonte, dass das Land durch finanzielle Förderung beziehungsweise durch Nichtbewilligung von Fördermitteln Einfluss auf die Krankenhauslandschaft nehmen könne. Der Einfluss des Landes sei aber letztlich begrenzt.

Auf die geplante Schließung des Krankenhauses in Dissen (Landkreis Osnabrück) eingehend, äußerte sie Verständnis für den Unmut vor Ort. Die Krankenhausstruktur in Niedersachsen dürfe sich aber nicht ausschließlich an lokalen Bedürfnissen orientieren.

Sie machte deutlich, dass an verstärkter Zusammenarbeit von Krankenhäusern kein Weg vorbeiführe. In diesem Zusammenhang lobte sie die Arbeitsteilung des Marienhospitals, der Paracelsus-Klinik und des Klinikums (alle Osnabrück) in der Neurochirurgie.

Das Krankenhaus in Bramsche bei Osnabrück könne nur deshalb fortbestehen, weil es sich künftig im Fachbereich Psychiatrie spezialisiere. Rundt äußerte die Hoffnung, dass die Leistungen in den niedersächsischen Krankenhäusern künftig durch die Anhebung des sogenannten Landesbasiswerts besser vergütet werden. Sie sprach sich auch dafür aus, neben dem bisherigen DRG-Vergütungssystem ein weiteres System einzuführen, damit Pflegekräfte besser bezahlt werden. DRG steht für Diagnosis Related Groups (deutsch: diagnosebezogene Fallgruppen). Dabei handelt es sich um ein Klassifikationssystem für ein pauschaliertes Abrechnungsverfahren, mit dem Krankenhausfälle (Patienten) Fallgruppen anhand von medizinischen Daten aufgrund ihrer methodischen Ähnlichkeit zugeordnet werden.

Mit Blick auf die hiesige Region sah die Ministerin beim Thema „Zusätzliche neurologische Betten“ keinen dringenden Bedarf. Das Ludmillenstift Meppen, das Bonifatius-Hospital Lingen, die Hedon-Klinik Lingen und die Euregio-Klinik hatten jeweils Bedarf angemeldet.

Die Sozialministerin unterstrich das Bestreben der Landesregierung in Hannover, funktionierende Krankenhausstrukturen künftig auch im ländlichen Raum zu erhalten. Dies gelte auch für die ambulante Pflege, hob sie hervor.

Generalvikar Theo Paul dankte der Ministerin für ihren Einsatz zugunsten der Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft. „In unseren Krankenhäusern geht es um die ganzheitliche Sorge um die Menschen in einem geschützten Rahmen“, betonte der Vorsitzende das christliche Menschenbild.

Folgende Hospitäler gehören dem Krankenhausverband für die Diözese Osnabrück an: Borromäus-Hospital Leer, Marienkrankenhaus Papenburg-Aschendorf, St.-Ansgar-Klinikverbund (Kliniken in Bassum, Sulingen, Twistringen und Diepholz), Krankenhaus St.-Joseph-Stift in Bremen, Euregio-Klinik in Nordhorn, Christliches Kinderkrankenhaus Osnabrück, Niels-Stensen-Kliniken (Marienhospital Osnabrück, Franziskushospital Harderberg, St. Raphael Ostercappeln, Christliches Klinikum Melle, Klinik Bramsche, Marienhospital Ankum-Bersenbrück), Ludmillenstift Meppen, St.-Vinzenz-Hospital Haselünne, Hümmling-Hospital Sögel, Bonifatius-Hospital Lingen und Elisabeth-Krankenhaus Thuine.