Für Toleranz und Gleichberechtigung Ausstellung in Freren würdigt Ludwig Windthorst

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Eröffneten die Windthorst-Ausstellung im Jüdischen Bethaus in Freren: Schirmherr Hermann Kues, Vorsitzender des Forums Juden-Christen Heribert Lange und Kurator Paul Haverkamp (von links). Foto: Elisabeth TonderaEröffneten die Windthorst-Ausstellung im Jüdischen Bethaus in Freren: Schirmherr Hermann Kues, Vorsitzender des Forums Juden-Christen Heribert Lange und Kurator Paul Haverkamp (von links). Foto: Elisabeth Tondera

to Freren. Im Jüdischen Bethaus in Freren ist zurzeit eine Ausstellung zum Thema „Ludwig Windthorst – ein christlicher Politiker als Vorkämpfer für Rechtsstaatlichkeit und Toleranz“ zu sehen. Wie kaum ein anderer Politiker seiner Zeit (zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts) setzte sich der Parlamentarier aus dem Emsland für die Rechte von Minderheiten ein, dazu gehörten auch die Juden.

Es ist kein Zufall, dass der katholische Politiker aus dem Emsland mit einer Ausstellung im Jüdischen Bethaus gewürdigt wird. Wie Heribert Lange, Vorsitzender des Forums Juden-Christen , in seinen einführenden Worten zur Eröffnung der Ausstellung am Freitagabend bemerkte, widerstand Windthorst , unerschütterlich, den damaligen politischen und gesellschaftlichen Strömungen, und die von Paul Haverkamp konzipierte und kuratierte Ausstellung wirft einen besonderen Blick auf den „kleinen Mann mit dem großen Geist“. Es würde unserer Gesellschaft und auch den Kirchen guttun, von ihm zu lernen. „Denn unser Umgang mit Fremdartigem und Ungewohntem ist auch heute kaum weniger entwicklungs- und darum der Nachhilfe bedürftig als vor 150 Jahren“, sagte Lange.

Als einen Wegbereiter des modernen Verfassungs- und Rechtsstaates, der seiner Zeit weit voraus war, würdigte der Schirmherr der Ausstellung, Hermann Kues, den Zentrums-Politiker. Als Vorsitzender der Ludwig-Windthorst-Stiftung fühle er sich Windthorst und seinen Gedanken sehr verbunden. „Windthorst ist jemand, an dem auch heute noch gerade unsere Region Maß nehmen kann“, betonte Kues.

Für Haverkamp ist Ludwig Windthorst als „ein grundsatzfester Vertreter allgemeiner Menschen- und Freiheitsrechte, ein Vorkämpfer des liberalen Verfassungsstaates und Wegbereiter einer christlichen Demokratie“ ein Vorbild für alle Nachgeborenen.

„Recht für alle“

In seinem sehr informativen Referat zur Ausstellung gewährte er einen tiefen Einblick in das Leben und Wirken des Politikers, der sich für Toleranz und Rechtsstaatlichkeit – auch in Glaubensfragen – eingesetzt hatte. „Sein Ausspruch: ‚Ich werde das Recht, welches ich für die Katholiken und für die katholische Kirche und deren Diener in Anspruch nehme, jederzeit vertreten auch für die Protestanten und nicht minder für die Juden. Ich will eben das Recht für alle‘ unterstreicht den Entwurf eines Menschenbildes, der geprägt ist von der unverzichtbaren Forderung nach der Verwirklichung des Prinzips der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz“, so Haverkamp.

In vier Abschnitten beschäftigt sich die Ausstellung mit der Biografie Windthorsts, mit der Zentrumspartei und der Rolle, die der Politiker darin spielte, mit seinem Kampf gegen religiöse Intoleranz und gesellschaftliche Bevormundung und schließlich mit Windthorst als einem Vorkämpfer gegen den Antisemitismus und für rechtsstaatlichen Minderheitenschutz. Sie bietet neben umfangreichen schriftlichen Informationen auch interessantes Bildmaterial.

Die Ausstellung läuft bis zum 5. Dezember. Für Gruppen bietet Paul Haverkamp Führungen an. Informationen unter Telefon 0591/1488 oder 0591/5544.


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