Militärflugplatz Plantlünne Öffentliche GPS-Rallye-Aktion in Messingen

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Messingen. Vom ersten Tag des Zweiten Weltkrieges bis kurz vor Kriegsende im März 1945 ist Plantlünne/Wesel ganz in der Nähe der Stadt Lingen Standort eines großen Einsatzflugplatzes der deutschen Luftwaffe gewesen. Der Heimatverein und die Jugendfeuerwehr in Messingen wollen allen Interessierten am kommenden Sonntag die Geschichte des Platzes und die heute noch sichtbaren Überreste näherbringen.

„Wenn man mit Piloten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges spricht und sagt, dass man aus Lingen und dem nahe gelegenen Flugplatz Plantlünne/Wesel kommt, wird schnell klar, dass fast jeder der Piloten diesen gekannt hat. Das war kein kleiner Feld-, sondern ein großer Einsatzflughafen“, erklärt Joachim Eickhoff von der Vermisstensuchgruppe Ikarus als einer der Fachleute für die Luftfahrtgeschichte im Zweiten Weltkrieg in dieser Region in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Bombenflugzeuge der Typen Dornier 17 , Junkers 88 und Heinkel 111 , Aufklärer, Zerstörer und Jagdflugzeuge der Typen Messerschmidt 109 und Focke Wulf 190 waren unter anderem in Plantlünne im Einsatz. 60 bis 120 Flugzeuge und bis zu 800 dort stationierte Soldaten verdeutlichen die Größe des Platzes ebenso wie die belegte Fläche von 160 Hektar, was rund 325 Fußballplätzen entspricht. Am Anfang des Krieges ist der Flugplatz mit einem Munitionslager, Straßen, Abstellplätzen für Flugzeuge, Flakstellungen sowie weiteren Fliegerwerften ausgebaut worden.

Nach mehreren Bombardierungen haben britische Truppen am 9. April 1945 den Platz eingenommen und eigene Einsätze geflogen. So starteten dort am 3. Mai 1945 britische Kampfflugzeuge, die in der Lübecker Bucht die Schiffe Cap Arcona und Thielbek versenkten – rund 6400 ehemalige Insassen des Konzentrationslagers Neuengamme verloren dabei ihr Leben.

Der letzte heute noch erhaltene Flakturm wird am kommenden Sonntag eine besondere Rolle spielen. Für alle interessierten Bürger von Jung bis Alt bieten die Jugendfeuerwehr sowie der Heimatverein Messingen am 19. Oktober von 14 bis etwa 17 Uhr eine GPS-Rallye an. „Das soll keine trockene Geschichtsstunde sein. Mit kleinen Besichtigungen und der Rallye wollen wir allen Bürgern aber die Möglichkeit geben, etwas über den ehemaligen Militärflugplatz zu erfahren und die letzten Überreste zu entdecken“, erläutern Ursula Kottebernds und Ludwig Krane vom Heimatverein sowie Simon Dreishing von der örtlichen Jugendfeuerwehr bei der Vorstellung des Programms für diesen Tag.

Kostenlose GPS-Rallye

Treffpunkt ist am Sonntag, 19. Oktober, um 14 Uhr am Messinger Feuerwehrhaus, anschließend soll der noch erhaltene Flakturm auf der Lünner Seite besichtigt und mit Einsatz von modernen GPS-Geräten je nach Teilnehmerzahl in mehreren Gruppen der Brümseler Teil des Flugplatzes erkundet werden. Bei Kaffee, kühlen Getränken, Plätzchen und Kuchen besteht anschließend noch die Möglichkeit, im Feuerwehrhaus eine kleine Ausstellung mit vom Heimatverein Lünne zur Verfügung gestellten Fundstücken zu besichtigen. Zudem wird Joachim Eickhoff für Fragen vor Ort sein.

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Mit der Geschichte der Zwangsarbeiter in Messingen beschäftigte sich der Heimatverein im vergangenen Jahr . Dabei hatte unter anderem Stanislawa Zubko ihre Geschichte erzählt .

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