Große Unterstützung im Ort Grundschule das Herz von Andervenne

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Andervenne. Kirche, Schule, Kindergarten: Andervenne ist ein Dorf der kurzen Wege – für kurze Beine ein großer Vorteil. Wenn die Jungen und Mädchen von der Kita in die Klasse wechseln, müssen sie nur ein paar Meter weitergehen. Und das soll auch so bleiben, sind sich die Andervenner und die Samtgemeinde Freren als Schulträger einig.

Gar nichts halten deren Vertreter von jüngsten Empfehlungen des Landesrechnungshofes , landesweit 62 kleine Grundschulen zu schließen. Bei weniger als 50 Schülern solle Schluss sein. In Andervenne sind es derzeit 36, die in zwei Kombiklassen unterrichtet werden.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung unterstreichen Schulleiterin Marita Löckner, Elternratsvertreterin Sandra Sunder, Kerstin Schlagelambers vom Förderverein „Kleine Leute“, Kita-Leiterin Sylvia Ohmann, Bürgermeister Reinhard Schröder und Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz den Stellenwert der Schule im Ort. „Sie ist das Herzstück der Gemeinde“, betont Bürgermeister Schröder. Was er damit meint, erläutern er und die weiteren Gesprächspartner an mehreren Beispielen.

Natürlich steht der Bildungsauftrag an vorderster Stelle. Schulleiterin Löckner verweist darauf, dass die parallele Unterrichtung von Erst- und Zweitklässlern bzw. Kindern der dritten und vierten Klasse natürlich besondere Anforderungen an den Unterricht und den Unterrichtenden mit sich brächte. Die Kinder profitierten aber davon, weil die Jüngeren von den Älteren lernten – und umgekehrt. „Wir haben hier sehr positive Effekte“, sagt Samtgemeindebürgermeister Ritz. Kinder, die von kleinen Grundschulen wie Andervenne zum großen Gymnasium nach Handrup wechselten, kämen im Übrigen auch dort klar. Dies mache deutlich, dass es ihnen am notwendigen Rüstzeug für den weiteren Schulverlauf nicht mangele.

Ebenso wichtig ist den Andervennern aber auch die Persönlichkeitsprägung, die in der Grundschule und in der nur wenige Meter entfernten Kindertagesstätte gefördert wird. Beide Einrichtungen arbeiten nach Angaben von Löckner und Ohmann eng zusammen, was die Nutzung von Betreuungsangeboten in der Schule anbelangt. „Wenn die Kinder dann in die Grundschule kommen, kennen sie hier bereits jeden, keiner muss Angst haben“, beschreibt die Schulleiterin die Vorteile dieser engen Kooperation.

Gefördert wird diese zusätzlich durch den Förderverein „Kleine Leute“. Zehn Jahre wird dieser 2014 alt. Typisch Andervenne: Der Verein hat nicht nur die Schule, sondern auch die Kita im Blick, finanzierte ein Bällebad ebenso wie den Computerraum. „Das kann doch wohl nicht wahr sein“, sei deshalb die Reaktion von Eltern im Dorf gewesen, kommentierte Elternratsvorsitzende Sunder die Empfehlung des Landesrechnungshofes.

Erstmals in ihrer Geschichte macht die Kita nach den Sommerferien eine zweite Gruppe auf. Acht Kinder werden dann zusätzlich im Gemeindehaus betreut. Sehr zur Freude natürlich von Bürgermeister Schröder. Wenn das Dorf wächst, dann wächst auch seine Zuversicht, dass Einrichtungen wie die Grundschule weiter eine Zukunft im Ort haben. Andervenne zählt nach seinen Angaben zurzeit rund 930 Einwohner.

Bis zur Gebietsreform 1974 habe es zwei Schulstandorte gegeben, jeweils einen in den selbstständigen Gemeinden Oberdorf und Niederdorf, blickt Schröder zurück. Die Grundschule sei exakt auf den ehemaligen Gemeindegrenzen entstanden. Um diese herum habe sich dann der Ort weiterentwickelt.

Die Grundschule ist die Visitenkarte in Andervenne, wird in dem Gespräch im Lehrerzimmer deutlich. „Die ganze Gemeinde steht hinter ihr“, betont Schröder.


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