Einweihung bei Gartenfest Tafel und Ton erinnern in Messingen an erste Professorin Deutschlands

An der Frerener Straße in Messingen steht das Geburtshaus von Mathilde Vaerting, der deutschlandweit ersten Professorin für Geisteswissenschaften. Ab dem 14. September 2019 wird eine Infotafel an sie erinnern und ein Mini-Audio-Guido über sie informieren. Foto: Heimatverein MessingenAn der Frerener Straße in Messingen steht das Geburtshaus von Mathilde Vaerting, der deutschlandweit ersten Professorin für Geisteswissenschaften. Ab dem 14. September 2019 wird eine Infotafel an sie erinnern und ein Mini-Audio-Guido über sie informieren. Foto: Heimatverein Messingen

Messingen. 1923 ist Mathilde Vaerting in Jena zur ersten deutschen Professorin für Geisteswissenschaften ernannt worden. 1884 ist sie in Messingen geboren worden. An ihrem Geburtshaus an der Frerener Straße soll ab dem 14. September 2019 eine Infotafel an sie erinnern und ein Mini-Audio-Guide über sie informieren.

„Sie war eine besondere, eine außergewöhnliche, eine starke Frau“, hatte der ehemalige Pastor der Lingener Johanneskirchengemeinde Philipp Wollek im September 2017 bei der Verlegung einer Gedenktafel auf dem Neuen Friedhof in Lingen Mathilde Vaerting gewürdigt. Dort war die Wissenschaftlerin nach ihrem Tod im Jahr 1977 beigesetzt worden.

1884 in Messingen geboren

Während eines Gartenfestes soll nun an ihrem Geburtshaus an der Frerener Straße 11 in Messingen am Samstag, 14. September, ab 14 Uhr an sie erinnert werden. Um 15 Uhr wird eine "Frauenort Mathilde-Vaerting-Erinnerungs- und Infotafel" präsentiert und gemeinsam mit Vertretern der Ems-Vechte-Welle ein Mini-Audio-Guide vorgestellt. Zudem wird eine Fotoschau gezeigt.

Mathilde Vaerting ist 1884 in Messingen geboren worden und wurde 1923 zur ersten deutschen Professorin für Geisteswissenschaften ernannt. Foto: Heimatverein Messingen

Zu dem öffentlichen und kostenlosen Fest laden der örtliche Heimatverein, die Messinger Landfrauen, die Gemeinde Messingen, die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Freren und der regionale Touristikverein ein. Es werden Kaffee und Kuchen, kalte Getränke und Fleisch vom brasilianischen Grill angeboten, für jüngere Besucher wird das Spielemobil des Theaterpädagogischen Zentrums aus Lingen mit einer Hüpfburg und mehreren Spielen anreisen. Der Erlös des Festes geht zur Planung weiterer Veranstaltungen an die Gruppe "Frauenort Mathilde Vaerting Messingen."

Lehrerexamen 1903 abgelegt

Geboren am 10. Januar 1884 in Messingen als fünftes von zehn Kindern, legte Vaerting 1903 in Münster ihr Lehrerinnenexamen ab. Ab 1907 studierte sie in Bonn, München, Marburg und Gießen Mathematik, Physik, Chemie und Philosophie und wurde 1911 in Bonn promoviert.

1923 Berufung zur Professorin

1912 bis 1923 arbeitete sie als Lehrerin, schrieb zahlreiche Aufsätze und Bücher. Am 1. Oktober 1923 wurde sie vom Thüringer Volksbildungsministerium auf den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena berufen und war die erste Professorin Deutschlands. 

Suspendierung nach NS-Machtergreifung

Nach der NS-Machtergreifung 1933 ist sie aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus ihrem Amt suspendiert worden - zählte sie doch zu den „als Sozialisten bekannten Professoren“. Nach dem Krieg lebt sie in Göttingen und Darmstadt, bis sie ab Ende der 1950er Jahre im Schwarzwald lebt und von 1954 bis 1971 die „Zeitschrift für Staatssoziologie“ herausgibt. 


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