Miro-Nemec-Band spielt in Freren Tatortkommissar Batic will Publikum "vom Sitz reißen"

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Will in Freren für gute Stimmung sorgen: Miroslav Nemec kommt am Sonntag mit seiner Band. Foto: Uwe Zucchi/dpaWill in Freren für gute Stimmung sorgen: Miroslav Nemec kommt am Sonntag mit seiner Band. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Freren. Der beliebte Schauspieler und Tatort-Kommissar Miroslav Nemec ist den meisten aus dem Film und Fernsehen bekannt. Aber es gibt auch seine musikalische Seite. Die möchte er zusammen mit seiner Band am Sonntag in der Alten Molkerei Freren zeigen. Im Interview spricht er über Musik, Auftritte und die Nähe zum Publikum.

Wo erwische ich Sie gerade, sind Sie aktuell bei einer TV –Produktion?

Nein, die ersten drei Monate in diesem Jahr mache ich ca. 20 Soloauftritte. D. h. ich habe bei der Buchmesse in Frankfurt meinen zweiten Krimi vorgestellt – Kroatisches Roulette. Aus dem lese ich. Ferner aus meiner Biografie, die ich musikalisch begleite am Klavier und an der Gitarre. Dazu kommen zwei Konzerte mit der Band. Und im März toure ich mit einer musikalischen Lesung nach dem Roman von Nikos Kazantzakis Alexis Sorbas. Im Februar bekomme ich noch das neue Drehbuch für den Tatort. Da gibt es sicher ein paar Arbeitstreffen. Dann lerne ich vor für den Dreh, der Ende März beginnt.

Sie sind in zwei Bands aktiv. Mit welcher kommen Sie nach Freren?

Mit der Miro-Nemec Band, die damals gegründet wurde für unseren Kriegswaisenkinderverein, das ist schon lange her. Da haben wir auch viele Benefizkonzerte gespielt. Das ist die Hofer Besetzung aus Oberfranken, mit der ich schon mehr als 20 Jahre zusammenspiele.

Was wird gespielt?

Durch den Benefizcharakter von damals sind das in erster Linie Stücke, die man kennt, wo man mitgehen kann. Einige kroatische Volkstücke kommen dazu, mal ein Rio Reiser, mal ein Klaus Lage, ansonsten viel Bekanntes, das einen vom Sitz reißt, hoffentlich (lacht). Also eine große Palette von Pink Floyd, über Beatles und Stones bis AC/DC.

Wenn Sie so viel unterwegs sind, wo wird dann geprobt?

Wenn ich probe mit den Jungs, dann fahre ich nach Hof. Es sind ja alle dort. Das gleich mache ich mit der anderen Band Ashyxia. Dafür fahre ich dann nach Freilassing. Da haben wir jetzt sogar häufiger geprobt, weil ich die eingeplant habe für die Präsentation meiner Biografie, die ich sonst allein musikalisch begleite. Da gibt es dann also eine Lesung mit Musik und am Ende noch ein kleines Konzert.

Wonach suchen Sie sich die Orte aus, in denen Sie spielen? Freren ist dabei ja eher eine kleine Location mit viel Publikumsnähe. Haben Sie das bewusst gewählt?

Das macht das Management. Das ist aber relativ schwierig, weil die anderen Bandmitglieder „normale“ Berufe haben und daher häufig nur am Wochenende Zeit. Ich habe natürlich auch meine Termine. Wir haben schon vor 10.000 oder auch vor 200 Zuschauern gespielt. Wir mögen beides. Bei den kleineren Spielstätten ist die Nähe sehr schön. Bei der Spielstätte kommt es weniger auf die Größe an. Sie hat eine gewisse Atmosphäre oder wir erzeugen sie mit der Band, egal ob in einer Halle, in einer Scheune oder ob man auf einer Bühne oder zwischen den Zuschauern spielt. Es hat schon alles gegeben. Aber das ist auch abwechslungsreich und schön.

Wer begleitet Sie auf einer Tour?

Ich reise meist alleine an. Die Band kommt dann mit einem Liner aus Hof. In diesem Falle werde ich dann zusammen mit der Band von Isernhagen nach Freren fahren.

Die meisten Zuschauer kennen wahrscheinlich Sie eher aus dem Tatort.

Ja, das ist richtig.

Werden Sie manchmal auf der Straße mit Herr Batic oder Ivo angesprochen?

Ja, natürlich. Aber auch Herr Nemec, Herr Batic oder Herr Kommissar – alles kommt vor. Überall im deutschsprachigen Raum. Mein Kollege (Udo Wachtveitl) und ich waren ja mit der Weihnachtsgeschichte auf Tour. Von Zürich, über Wien, Hamburg, Berlin. Natürlich – man kennt uns, weil es deutschsprachiges Gebiet ist und der Tatort ja gern gesehen wird, wie man uns immer wieder versichert. Bei solchen Veranstaltungen ist dann der Effekt, dass die Zuschauer einen aus dem Tatort kennen, dann zu den Vorstellungen kommen und ganz überrascht sind, wie sie uns auf der Bühne erleben.

Ich habe ja zuerst Musik studiert, dann Schauspiel und dann zehn Jahre nur Theater gespielt. Ich habe synchronisiert, habe Hörspiele eingesprochen, Konzerte gegeben. Dann habe ich Bücher geschrieben und daraus eigene Lesungen gemacht. Die Leute, die vor dem Fernseher sitzen, kennen mich hauptsächlich vom Tatort. Aber es ist schön, dass ich ihnen meine anderen Seiten auch näherbringen kann.

Wenn Sie so viel unterwegs sind, wie sich das jetzt darstellt. Wo bleibt da noch Zeit für die Familie?

Von Januar bis März sind ja 90 Tage, davon habe ich Vorstellungen an 25 Tagen. Also bleiben ja noch 65 Tage. Natürlich arbeite ich auch von zu Hause, bereite vor oder mache Büroarbeiten, aber ich bin da. Und wenn meine Tochter aus der Schule kommt, machen wir zusammen Hausaufgaben, üben ein wenig Klavier, ich koche und lese abends noch vor. Wir verbringen schon viel Zeit miteinander.

Das Konzert in Freren fängt recht früh an…

Ja, das habe ich mit Erstaunen gelesen. Warum ist das so?

Vielleicht, damit man anschließend noch den Tatort schauen kann?

Das kann sein (lacht). Dann wollen wir noch einige Zugaben machen, damit die Leute nicht rauskommen vorher (lacht).

Und was machen Sie nach dem Konzert, schauen Sie auch noch einen Tatort an?

Nein, die Band muss noch abbauen. Ich muss eventuell noch ein wenig Autogramme geben. Danach werden wir, wie immer, noch ein wenig zusammensitzen. Außerdem ist es immer ganz angenehm, wenn auch Zuschauer mit dabei sind. Uns kann man ja auch ansprechen und wir setzen uns nicht sofort in den Liner und sind dann wieder weg.

Karten für das Konzert  am Sonntag, 3. Februar, um 17.30 Uhr gibt es im Vorverkauf für 30 Euro (an der Abendkasse 35 Euro) unter anderem beim Kulturkreis Impulse, Tel. 0 59 02/9 39 20.


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