Crowdfunding für Spieltische Thuiner Startup Hüne wirbt auf Kickstarter fast eine halbe Million Euro ein

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Der Name Hüne soll Wertigkeit ausdrücken. Foto: HüneDer Name Hüne soll Wertigkeit ausdrücken. Foto: Hüne

Thuine. Spieltische für Brettspieler. Mit diesem Produkt hat das Thuiner Unternehmen Hüne einen Riesenerfolg auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gelandet. Das emsländische Startup warb fast eine halbe Million Euro ein – und muss nun rund 2000 Bäume pflanzen.

"Überwältigend!", benennen die beiden Hüne-Gründer Adrian und Magnus Kuiter die Resonanz auf die vierwöchige Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter. Ziel des Thuiner Startup-Unternehmens war es, 50.000 Euro einzusammeln. Am Ende summierte sich die Unterstützung von 880 Schwarmfinanzierern auf 450.199 Euro auf – das Neunfache des geplanten Minimumbetrags. Die Schwelle von 50.000 Euro sei bereits 23 Minuten nach Start der Aktion erreicht gewesen, sagt Adrian Kuiter. "Es ging einfach nur Bing, Bing, Bing." Die meisten Unterstützer investierten Summen zwischen 629 und 999 Euro. 

Hüne-Gründer sind selbst begeisterte Brettspieler

Mit Spieltischen für Brettspieler scheint Hüne den Nerv der Zeit zu treffen. Die Umsätze der Brettspielverlage in Deutschland sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen, laut Branche würden vor allem immer mehr junge Menschen das analoge Spiel als Hobby für sich entdecken. Die Kuiter-Brüder sind selbst begeisterte Brettspieler.

Adrian und Magnus Kuiter haben mit Hüne ein Unternehmen gegründet, das Spieltische verkauft. Foto: Hüne

Ihr Unternehmen ist nun das erste hierzulande, das Spieltische in nennenswerter Stückzahl fertigen wird. Diese Tische zeichnen sich durch eine doppelte Platte aus. Spiele können auf der unteren Ebene aufgebaut bleiben, wenn die Böden der oberen Ebene eingelegt werden. Das analoge Spiel bleibt quasi gespeichert, während der Tisch zum Essen oder Arbeiten genutzt wird.

Noch müssen sich die Unterstützer der Kampagne allerdings gedulden, ehe sie ihre Hüne-Tische in Selbstmontageart à la Ikea aufstellen können. Kickstarter hat das Geld zwar schon eingesammelt und Hüne zur Verfügung gestellt, doch Auslieferungen seien erst ab Ende März geplant. Denn erst durch die erfolgreiche Schwarmfinanzierung läuft die Unternehmung der Kuiter-Brüder nun so richtig an. 

Onlineshop für Unterstützer

Aktuell sei ein spezieller Onlineshop im Aufbau. In diesem sogenannten Pledge Manager können ausschließlich die Kickstarter-Unterstützer ihre gewünschten Tische konfigurieren sowie Spielmatten vom Kooperationspartner Kraken ordern. Größe, Dekor, Zubehör – alles lasse sich noch frei wählen. Der eingezahlte Finanzierungsbetrag stehe dafür als Guthaben zur Verfügung. "Natürlich können die Leute auch noch etwas dazu buchen", erklärt Magnus Kuiter. Hüne gehe diesen Weg, weil die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten vorab auf Kickstarter nicht abbildbar gewesen wären.

Bei Spieltischen können die Abdeckungen der oberen Platte abgenommen werden, um auf einer zweiten Fläche zu spielen. Foto: Hüne

Für Anfang März planen die Hüne-Chefs den Start der Produktion in der Thuiner Tischlerei Kuiter, bei der beide arbeiten und die unter anderem von ihrem Vater geführt wird. Da etwa jeder Vierte die Kampagne zunächst nur mit einem Euro unterstützt hat und es weitgehend offen ist, inwieweit diese Teilnehmer die damit verbundene Berechtigung zur finalen Bestellung nutzen werden, rechnen die Emsländer erst einmal mit rund 600 zu fertigenden Tischen. Jeder einzelne werde in vier Paketen verschickt werden. Inklusive des individuell bestellten Zubehörs. Die Kommissionierung soll in Handarbeit geschehen.

Denkmodelle für die Zukunft

Und wie geht es weiter, wenn alle Crowdfunder bedient wurden? Um die Spieltische-Produktion in einen regulären Betrieb zu überführen, gehen Adrian und Magnus Kuiter derzeit verschiedene Denkmodelle durch. Zumal die Rückmeldungen auf die Kickstarter-Kampagne neue Ideen und weitere Einsatzmöglichkeiten für die Tische aufgezeigt hätten. "Menschen, die gerne puzzeln, hatten wir anfangs überhaupt nicht auf dem Schirm", sagt Adrian Kuiter. Wie der zukünftige Weg für Hüne genau aussieht, sei derzeit aber noch offen.

Feststeht hingegen, dass die beiden im Frühjahr mit Spaten in den Wald müssen. Denn in der Kickstarter-Kampagne hatten sie versprochen, pro Unterstützer zwei Bäume zu pflanzen. Macht also 1760 Stück. Eine Zahl, die auf 2000 aufgerundet werden soll. "Von Eichen bis Fichten", beschreibt Adrian Kuiter die bunte Mischung an Bäumen. Die beiden Örtlichkeiten haben die Hüne-Gründer bereits mit dem Revierförster in Thuine ausgesucht. Und damit die jungen Pflanzen kein Leckerbissen für Rehe werden, sollen die Anpflanzungen auch eingezäunt werden.

Unter anderem auf dieser Freifläche in Thuine nahe der Felsbergsiedlung will Hüne neue Bäume pflanzen. Foto: Hüne



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