Fünftes Mal „Samtopia“ Jetzt haben die Kinder in Freren das Sagen

Von Melanie Schoppe

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mela Freren. Ohne Visum oder Ausweis geht in der Franziskus-Demann-Schule in Freren in diesen Tagen gar nichts: Zum fünften Mal findet dort während der Herbstferien die „Kinderstadt Samtopia“ statt. Von Dienstag bis Freitag haben hier die Kinder das Sagen.

„Hier findet das kommunale Leben im Kleinen statt“, erklärt Hermann Quae von der Samtgemeinde Freren. 75 Kinder der Klassen vier bis sechs haben die Gelegenheit, einmal selber Kommune zu spielen und beispielsweise einen Bürgermeister zu wählen, Gesetze zu erlassen und zu ändern, Steuern zu erheben und eine Zeitung herauszugeben. Unterstützt werden sie dabei von 30 Jugendlichen ab der neunten Klasse.

Jeden Morgen neu entscheiden

Doch ohne Geld funktioniert auch in der Kinderstadt gar nichts. Jeden Tag arbeiten die Kinder in Betrieben und erarbeiten sich dadurch „Freris“, die Währung ihrer Stadt. Die Auswahl ist dabei vielfältig: ob sie sich zum Beispiel an der Zeitung, dem Radio, der Event-Agentur oder der Herstellung von Seife, Vogelhäuschen und Backwaren beteiligen wollen, können die Kinder jeden Morgen auf ein Neues entscheiden. Auch können sie an Tanz-oder Jonglage Workshops teilnehmen und sich zur Bürgermeisterwahl aufstellen lassen.

Begeisterung bei der Gestaltung der Stadt

„Interessant ist zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind“, fährt Quae fort. Antje Kopitzki von der Gemeinde ergänzt, dass die Motivation der Kinder und auch der Jugendlichen davon getragen werde, dass sie selber entscheiden, mitbestimmen und dadurch ihre Stadt gestalten können. „Und das macht super viel Spaß“, findet die Sozialpädagogin.

Nicht nur reine Ferienbetreuung

Das zeigt sich auch in der Konzentration der Banker, die beispielsweise Euros in „Freris“ wechseln oder der Polizisten, die penibel darauf achten, dass die Gesetze der Stadt eingehalten werden. „Die Grundstruktur des Projektes ist in jedem Jahr gleich. Doch wird es ergänzt durch eigene Ideen und andere Produkte, die beispielsweise hergestellt werden“, erklärt Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz. Dazu wird in den Vorbereitungstreffen mit den Jugendlichen überlegt, was sie sich für die Kinderstadt vorstellen können. „Es geht um das Miteinander und nicht nur um die reine Ferienbetreuung“, fährt der Samtgemeindebürgermeister fort. Finanziell unterstützt wird das Projekt von Innogy.

Großes Stadtfest

Am Freitag von 15 bis 17 Uhr findet dann die Kinderstadt ihren Abschluss mit dem großen Stadtfest. Dann sind Eltern, Freunde und Verwandte herzlich eingeladen, um selber die Stadt zu erkunden. Doch wie gesagt: Ohne Visum und Freris geht hier gar nichts.


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