82 Namen und Todesdaten Neu gestaltetes Ehrenmal in Messingen eingeweiht

Von Johannes Franke

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Das neu gestaltete Ehrenmal in Messingen wurde unter großer Anteilnahme eingeweiht. Foto: Johannes FrankeDas neu gestaltete Ehrenmal in Messingen wurde unter großer Anteilnahme eingeweiht. Foto: Johannes Franke

Messingen. In Messingen ist das neu gestaltete Ehrenmal feierlich eingeweiht worden. Bei einem öffentlichen Festakt konnte Bürgermeister Alois Schmit zahlreiche Bürger, Vereinsmitglieder, Kommunal- und Kreistagspolitiker, Pfarrer Jürgen Krallmann und den Steinmetz Hans Stall begrüßen.

Letzte Sonnenstrahlen bescheinen die zwölf Gedenktafeln der beiden Weltkriege, auf denen jeweils eine weiße Rose liegt. Die Namen der Gefallenen von 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 sowie der Todestag sind in Stein gemeißelt. Eine überdimensionale Christusstatue erhebt die Hände, als habe er die Verstorbenen in sein himmlisches Reich aufgenommen.

"Erinnerung erhalten"

Der Settruper Steinmetz Hans Stall bedankt sich bei der Gemeinde und für die „schöne Aufgabe, die wichtig für uns war und bleiben wird.“ Nicht nur ihm ist es ein großes Anliegen, dass diese Menschen geachtet werden, die Erinnerung an sie erhalten bleibt und gesagt werden könne: „Es waren Menschen wie wir.“ Stille herrscht, als die Schüler Jarne Geers und Raphael Feismann mit ihren Trompeten „The Sound of Silence“ intonieren. 

Im Krieg ihr Leben verloren

Dem Anlass entsprechend ruhige Worte vom Bürgermeister Alois Schmit: „Das Denkmal ist wieder zu dem geworden, was es schon immer war und ist – ein Ehrenmal mit besonderem Aussehen!“ 3600 eingemeißelte Buchstaben und Zahlen sind die Summe von 82 Namen und ihre Todesdaten, die nun unauslöschlich daran erinnern, dass Väter, Söhne, Ehemänner aus Messingen in den Kriegen ihr Leben verloren.

Dank für Unterstützung

Schmit dankte namentlich allen für die Finanzierung und überreichte Ursula Kottebernds vom Heimatverein einen Blumenstrauß. „Du hast es wie selbstverständlich dir zur Aufgabe gemacht, die Namen und Daten zu aktualisieren“, dankte er. Dank galt auch dem St. Antonius Schützenverein, der sich ganzjährig um diese Gedenkstätte kümmert.

"Ehrenmal muss Mahnmal bleiben"

Bevor Pfarrer Jürgen Krallmann das Ehrenmal segnete, sprach er beim Trauern um die Soldaten und Widerstandskämpfer von den Opfern. „Dennoch müssen wir uns dabei auch vor Augen halten, dass deutsche Opfer aber auch Täter waren. Deutsch haben Anderen Leid angetan, was uns heute noch traurig macht und in unserem Bewusstsein bleiben muss.“ Das Ehrenmal müsse daher auch Mahnmal sein und bleiben, „denn was in den beiden Weltkriegen passierte, darf nie wieder geschehen. Dafür müssen wir gerade in heutiger Zeit kämpfen, daran erinnern und die Vergangenheit nicht verdrängen.“

Grußworte

Grußworte sprachen der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister und Bürgermeister der Gemeinde Beesten, Werner Achteresch, und der Kreistagsabgeordnete Georg Nostoff aus Thuine. Viele Jugendliche wüssten heute nicht mehr, wofür dieses Ehrenmal stehe. „Es ist ein Ort der Mahnung und des Gedenkens, was alle in Erinnerung behalten müssen“, so Achteresch, „und was wir unseren Mitbürgern an dieser Stelle klar und deutlich machen können“, so Nostoff. Mit den Klängen vom „Guten Kameraden“ und der Nationalhymne endete die Gedenkfeier.  


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