Wertschätzung Ehrenamtliche haben am Frerener „Marktplatz“ viel zu tun

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Viele Ehrenamtliche engagieren sich im „Marktplatz“, dem sozialen Kaufhaus in Freren. 20 Freiwillig sind auf dem Foto zu sehen. Insgesamt helfen dort aber sogar mehr als 40 Menschen. Foto: Chritiane AdamViele Ehrenamtliche engagieren sich im „Marktplatz“, dem sozialen Kaufhaus in Freren. 20 Freiwillig sind auf dem Foto zu sehen. Insgesamt helfen dort aber sogar mehr als 40 Menschen. Foto: Chritiane Adam

Freren. 40 Frauen und zwei Männer unterstützen die Arbeit des Sozialdienstes katholischer Frauen (Skf) am Frerener Standort ehrenamtlich. Eine Zahl, auf die Eveline Köhne als Projektleiterin stolz ist.

„Ohne die Ehrenamtlichen würde das hier nicht funktionieren“, sagt Köhne und zeigt dabei durch den großen Raum des sozialen Warenhauses mit dem Namen „Marktplatz“. Seit neun Jahren besteht er nun in Freren. Davor gab es bereits 25 Jahre lang eine Kleiderkammer der Caritas, bei der einmal wöchentlich zehn Frauen mithalfen, erinnert sich Martha Eggermann. Sie kann man als Teamleiterin der Ehrenamtlichen bezeichnen, und sie zählt zu den Frauen, die am allerlängsten dabei sind. Die Helferinnen kommen aus Freren, Thuine, Andervenne, Messingen, Suttrup und Lohe; sogar aus Lingen-Brögbern nimmt eine den Weg auf sich.

Jeden Tag werden wird gespendet

Zum Tätigkeitsbereich der freiwilligen Helferinnen gehört die Kundenbetreuung in Form von Beratung und Kassieren sowie für ein ansprechendes Erscheinungsbild des Kaufhauses zu sorgen. Zudem müssen die gespendeten Kleider und Haushaltswaren entgegengenommen und im Lager etikettiert werden. „Es werden wirklich jeden Tag Spenden gebracht“, wissen die Frauen zu berichten. Schwere Gegenstände wie Möbel und Ähnliches werden von den beiden männlichen Teammitgliedern transportiert.

Maßnahmen für den Arbeitsmarkt

Nicht wenig Arbeit also, die tagtäglich, außer sonntags, im Marktplatz zu erledigen ist. Außer den Ehrenamtlichen sind derzeit vier Ein-Euro-Jobber und eine Person aus einer weiteren Maßnahme vor Ort – dazu Eveline Köhne und noch eine Angestellte. Eine wichtige Aufgabe, die der Skf an dieser Stelle erfüllt, ist auch die Befähigung der Menschen aus diesen Maßnahmen für den Arbeitsmarkt. „Auch hier läuft die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen gut. Viele Menschen, die bei uns eine Maßnahme durchgeführt haben, sind anschließend selbstständiger. Und dabei haben nicht zuletzt die Ehrenamtlichen geholfen“, unterstreicht Köhne.

Spaß an der Sache

Apropos Selbständigkeit: Wenig Arbeit hat Köhne mit der Koordination ihrer Freiwilligen. Sie organisieren sich quasi allein. Ein Punkt, der auch Eggermann sehr wichtig ist: „Wenn jemand mal nicht kann, springt immer eine andere ein. Das funktioniert ausgezeichnet. Im Kundenbereich sollten immer zwei Frauen gleichzeitig tätig sein. Das klappt.“

Dies ist ein Punkt, den sämtliche Frauen an vorderster Stelle als Motivation nennen, sich hier zu engagieren. „Mir macht das Spaß“, oder „gute Atmosphäre, gutes Team“, sind Sätze, die fallen. Oder, wie es Martha Laumann aus Freren-Lohe auf Plattdeutsch sagt: „Domit man mol rutkommt“. Ihre 80 Jahre sieht man ihr nicht an. Tatsächlich aber ist sie eine von zwei 80-Jährigen im Team. Jüngste ist Corinna Finke mit 56 Jahren. „Ich bin im letzten Jahr aus Hildesheim nach Freren gezogen. Ich kannte hier niemanden, und mir fiel die Decke auf den Kopf. Im Marktplatz habe ich mich einfach mal umgeguckt und dann gefragt, ob ich mitmachen kann“, erzählt das neueste Teammitglied. Wunderbar findet das Köhne, denn obwohl sie auf eine große Gruppe von Freiwilligen zurückgreifen kann, wünscht sie sich Nachwuchs, denn: „Wir werden ja alle älter.“

Kurzfristiger Kauf vor der Hochzeit

Die zweite Motivation der Damen ist der Dienst an der guten Sache.“Ich bin der Überzeugung, wenn man etwas bekommt, gibt man auch gern etwas zurück“, sagt Christa Hoffmeister. Sie sei zunächst als Kundin zum Marktplatz gekommen und gehört jetzt zum Team der Freiwilligen. „Ich gehe abends zufriedener nach Haus“, ergänzt sie. „Wenn die Kunden glücklich weggehen, ist man froh“, bestätigt auch Martha Laumann. Von einem Hochzeitspaar, das ganz kurzfristig noch einen Hochzeitsanzug „für ihn“ gefunden habe und wie ein anderer Kunde ihnen beim Krawattebinden geholfen habe, berichtet Eggermann. „Die waren so stolz!“ Außerdem gefalle es den Frauen, dass aussortierte Sachen wiederverwendet werden – darunter „viele gute Sachen“. Wichtig zu erwähnen ist es allen, dass jeder, der etwas spendet, eingeladen ist, im Cafébereich eine Tasse Kaffee, Tee oder ein Mineralwasser zu trinken – „als Dankeschön“.

Und wie dankt es der SkF den Ehrenamtlichen? Durch gemeinsame Frühstücke zum Beispiel an Rosenmontag, Kinobesuche mit Kaffee und Kuchen, Eisessen, Weihnachtsfeiern oder einem Buffet gespendet vom Vorstand. „Wir fühlen uns wertgeschätzt, sonst würden wir ja auch nicht mehr hierherkommen“, spricht es eine Frau aus Thuine unmissverständlich aus.

Kontakt zum Skf-Marktplatz in Freren erhält man über Eveline Köhne per Tel. 05902/503469 sowie auf marktplatz@skf-lingen.de.


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