Nach Raub der Bronzeplatten Neu gestaltetes Ehrenmal in Messingen wird eingeweiht

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Das Ehrenmal in Messingen wird nach der Sanierung am 7. September 2018 offiziell eingeweiht. 2017 hatten Unbekannte die bronzenen Gedenktafeln gestohlen.  Foto: Carsten van BevernDas Ehrenmal in Messingen wird nach der Sanierung am 7. September 2018 offiziell eingeweiht. 2017 hatten Unbekannte die bronzenen Gedenktafeln gestohlen. Foto: Carsten van Bevern

Messingen. Das nach dem Diebstahl der bronzenen Gedenktafeln neu gestaltete Ehrenmal in Messingen wird am Freitagabend, 7. September, feierlich eingeweiht. Die Personen, die im Juni 2017 die Tafeln mit den Namen der in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten gestohlen haben, sind unterdessen weiter unbekannt.

Ungläubiges Entsetzen und Empörung hatten im Juni 2017 bei vielen Messinger Bürgern geherrscht: Bis heute unbekannte Täter hatten zwischen dem 5. und dem 14. Juni alle zwölf Bronzetafeln mit dem Namen der in beiden Weltkriegen gefallenen oder vermissten Soldaten vom Kriegerehrenmal an der Frerener Straße gestohlen. "Damit haben die Metalldiebe nicht nur die Vergangenheit mit Füßen getreten, sondern sich vor allem schändlich und pietätlos verhalten", erklärte Messingens stellvertretender Bürgermeister Alois Schmit nach der Tat.


Jährlich wird zum Schützenfest und zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Messingen von Mitgliedern des Schützenvereins ein Kranz niedergelegt – hier noch mit den Bronzetafeln. Foto: Schützenverein Messingen


Den reinen Materialwert der Bronzeplatten schätzte die Polizei seinerzeit auf rund 1200 Euro. Der ideelle Wert und auch der Wiederbeschaffungswert lagen jedoch weit höher. So waren die Platten laut dem stellvertretenden Bürgermeister 1990 von Mitarbeitern des Ateliers Hagedorn in Osnabrück vor den ursprünglich vorhandenen Sandsteinplatten montiert worden. Die Kosten hatten seinerzeit bei umgerechnet rund 9000 Euro gelegen.

Von den Platten fehlt bis heute jede Spur. "Wahrscheinlich sind sie auch kurz darauf bereits eingeschmolzen worden", erklärte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Täter konnten laut seiner Aussage auch nicht ermittelt werden: "Die Unterlagen liegen bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück, das Verfahren ruht."


Das Kriegerehrenmal in Messingen. Bronzeplatten erinnern an die Vermissten und Gefallenen im Ersten und Zweiten Weltkrieg aus dem Ort – diese wurden im Juni 2017 abmontiert und gestohlen. Foto: August Roosmann


Schon kurz nach dem Diebstahl begannen in Messingen auch die Überlegungen, wie mit dem Verlust der Gedenktafeln umgegangen werden soll. Vertreter der Gemeinde, der Kirchengemeinde, vom Schützen- und dem Heimatverein waren sich laut dem stellvertretenden Bürgermeister schnell einig, dass das Denkmal wieder in den "alten Zustand"  vor der Installierung der Bronzetafeln gebracht werden sollte.

Neugestaltung und Grundreinigung für rund 11.200 Euro

Mitglieder des Heimatvereins kümmerten sich um die Aktualisierung der Daten. So konnte einigen zunächst als vermisst geltenden Soldaten aus Messingen inzwischen ein Todesdatum zugeordnet werden. Der Steinmetz Heinz Stall aus Settrup demontierte anschließend einige Steine und beschriftete und gravierte diese in seinem Betrieb. 3600 eingemeißelte Buchstaben und Zahlen von 82 Gefallenen mit ihren Todesdaten sind dabei neu gesetzt worden. 

Zudem wurde das 1963 errichtete Denkmal mit der Statue des Auferstandenen sowie der Mauer mit den seinerzeit vom Bildhauer Krautwall aus Rheine angebrachten Tafeln grundgereinigt, sodass das ganze Mahnmal wieder in den ursprünglichen Farben zu sehen ist. Die gesamte Maßnahme kostete rund 11.200 Euro – aus dem Leaderprogramm kamen Fördermittel in Höhe von 5600 Euro, ein weiteres Viertel der Kosten übernahm der Landkreis und die Gemeinde Messingen beteiligte sich ebenfalls mit 2800 Euro.

Offizielle Einsegnung am 7. September 2018

Zur offiziellen Einweihung und Segnung durch Pfarrer Jürgen Krallmann lädt die Gemeinde am Freitag, 7. September, um 19 Uhr alle Bürger ein. Die musikalische Begleitung des Festaktes übernehmen Jarne Geerdes und Raphael Feismann, anschließend gibt es für alle Gäste Gegrilltes von Rudolf Thünemann.


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