Verfahren wegen Körperverletzung Zeuge erscheint nicht vor Landgericht Osnabrück – 500 Euro Strafe

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Teuer zu stehen kommt einem offiziell geladenen Zeugen, dass der nicht zum Prozess vor dem Landgericht gekommen ist. 500 Euro muss er zahlen und die Kosten des Verfahrenstages tragen. Foto: Michael GründelTeuer zu stehen kommt einem offiziell geladenen Zeugen, dass der nicht zum Prozess vor dem Landgericht gekommen ist. 500 Euro muss er zahlen und die Kosten des Verfahrenstages tragen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Vorerst ergebnislos bleibt ein Berufungsverfahren vor dem Landgericht Osnabrück, in dem sich ein 53-Jähriger wegen eines in Thuine mit körperlicher Gewalt ausgetragenen Streits zu verantworten hat. Weil einer der geladenen Zeugen am Verhandlungstag nicht erschien, musste das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung vertagt werden.

Der fehlende Zeuge war seiner Darstellung in der Erstinstanz nach auch der Geschädigte eines Vorfalls, der sich am 1. Juli 2017 auf einem Hof in Thuine zugetragen hat. Damals war eine Frau auf Veranlassung ihres Lebensgefährten zu besagtem Grundstück gefahren, um zu prüfen, ob der Grundstücksbesitzer die dort in einer Halle untergestellten Oldtimer ihres Lebensgefährten wegen angeblicher Mietschulden wie angekündigt ins Freie gesetzt habe. In ihrem Schlepptau war ein Bekannter, den sie gebeten hatte, als Zeugen zu fungieren.

Besitzer "äußerst aggressiv"

Beim Betreten des Grundstücks trafen sie auf den Besitzer. Diesem waren weder die Frau noch ihr Begleiter bekannt, weshalb er sie aufgefordert hatte, das Grundstück zu verlassen. Dem waren die beiden nicht nachgekommen, vielmehr versuchte die heute 39-jährige Frau, den Grund ihrer Anwesenheit zu erklären. Der Besitzer habe sich, so die Frau, von Beginn an „äußerst aggressiv“ verhalten und sie mehrfach als „Schlampe“ bezeichnet.

Begleiter geschlagen, Auto beschädigt

Dann soll er mit der Kunststofflamelle einer Jalousie, die er bei sich gehabt hatte, in Richtung ihres Begleiters geschlagen haben, der eine schmerzende Platzwunde davongetragen hatte. Auch soll er das Fahrzeug der Frau beschädigt haben, wobei ein Schaden in Höhe von rund 1700 Euro entstanden war. Daraufhin hatten sie beide das Grundstück verlassen und bei der Polizei Anzeige erstattet.

2900 Euro gezahlt

Das Amtsgericht in Lingen verurteilte den in Nordhorn lebenden 53-jährigen Angeklagten im Mai wegen gefährlicher, vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dagegen hat der Angeklagte über seinen Anwalt Berufung eingelegt, weil er den Vorsatz der Körperverletzung bestreitet. Ein in derselben Sache durchgeführtes Zivilverfahren ist inzwischen mit einem Vergleich beendet worden, bei dem sich der Angeklagte verpflichtet hat, an den Begleiter der Frau 2900 Euro zu zahlen.

"Zu viel zu tun"

Zur Berufungsverhandlung waren die Frau und ihr damaliger Begleiter, der Geschädigte, geladen worden. Anwesend war die Frau, doch der Geschädigte glänzte trotz ordnungsgemäßer Ladung durch Abwesenheit. Nachdem die Zeugin ihre Aussage gemacht hatte, bat der Vorsitzende sie, ihren Bekannten anzurufen und nach dem Grund für sein Fernbleiben zu fragen. Das Ergebnis: „Er wird heute nicht kommen, da er viel zu tun hat, so hat er es mir gesagt.“

500 Euro Strafe und Kosten des Verfahrens

Das war, wie sich herausstellen sollte, eine mehr als große Dummheit des Zeugen. Da seine Aussage für den Ausgang des Verfahrens unverzichtbar und er trotz Ladung nicht erschienen ist, verhängte das Gericht auf Veranlassung des Staatsanwaltes eine Ordnungsstrafe in Höhe von 500 Euro, ersatzweise drei Tage Haft, gegen den Zeugen und die Übernahme der den Beteiligten an diesem Tag entstandenen Kosten. Zusätzlich ordnete der Vorsitzende die Vorführung des Zeugen durch die Polizei für den nächsten anberaumten Verfahrenstag an.


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