Für den Fonds für Krebskranke Frerenerin hilft mit Herzen gegen Schmerzen

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Zu den begeisterten Kunden von Elisabeth Schulten (links) gehört auch Jeenuha Thavarajah, die sich wenige Tage nach ihrer Hochzeit für das aufwendig geänderte Brautkleid mit einer Spende für den Krebsfonds bedankte. Foto: Caroline TheilingZu den begeisterten Kunden von Elisabeth Schulten (links) gehört auch Jeenuha Thavarajah, die sich wenige Tage nach ihrer Hochzeit für das aufwendig geänderte Brautkleid mit einer Spende für den Krebsfonds bedankte. Foto: Caroline Theiling

Freren. Elisabeth Schulten aus Freren hat bereits mit mehreren Aktionen den Fonds für Krebskranke aus Lingen unterstützt. Neben „Herzen gegen Schmerzen“ gab es auch noch großzügige Spenden.

„Es geht mir gar nicht um mich, sondern nur um die Sache“, sagt die 60-Jährige, die in Freren eine Änderungsschneiderei betreibt. Die „Sache“, über die sie spricht, ist der Verein Fonds für Krebskranke in Lingen.

Schneiderin ist selbst betroffen

Der Einsatz für diesen Verein kommt nicht zufällig, denn die Schneiderin ist selbst betroffen. „Beim Mammografie-Screening wurde bei mir ein Tumor im frühen Stadion entdeckt und konnte im Bonifatius-Hospital behandelt werden“, berichtet sie von der Diagnose Brustkrebs, die im Januar 2016 gestellt wurde. Schon kurz darauf sollte der OP-Termin sein. Zwei Lymphknoten wurden entfernt.

„Es ist alles gut verlaufen“, blickt sie zurück auf eine anstrengende Zeit. Auch heute noch, mehr als zwei Jahre nach der Operation, muss sie regelmäßig zweimal pro Woche zur Lymphdrainage. An ihrem rechten Arm kann kein Blut mehr abgenommen werden. Schwer tragen geht auf der rechten Seite auch nicht mehr gut und beim Gardinen auf- und abhängen braucht sie Unterstützung.

„Nähen ist mein Leben“

Dennoch hat sie ihren Mut nicht verloren. Im Gegenteil: Sie strahlt Optimismus aus. Mehr noch: Sie unterstützt den Fonds für Krebskranke mit verschiedenen Spenden. Gleich im ersten Jahr ihrer Erkrankung hat sie im Herbst mehr als 100 selbst genähte Herzkissen für Krebspatientinnen dem Bonifatius-Hospital Lingen überreicht.

Während ihres Aufenthaltes in der Klinik hatte Elisabeth Schulten selbst ein solches Herzkissen geschenkt bekommen. Die Kissen seien nicht nur eine nette Überraschung, sondern auch eine gute Unterstützung: „Unter den Arm geklemmt, helfen sie gegen die Schmerzen nach der Operation.“ Die Kissen nähmen den Druck von der Wunde und trügen so zu einer schnelleren Genesung bei. „Um anderen Frauen zu helfen, die sich in dieser schwierigen Lebenssituation befinden, habe ich dann selber Kissen angefertigt“, erzählt die Schneiderin, die im Nähen ihre große Leidenschaft gefunden hat. „Nähen ist mein Leben. Es hat mir schon in vielen Situationen geholfen.“

Grünes Sparschwein

Doch nicht nur mit den Herzen gegen Schmerzen hat sie schon den Verein unterstützt. In ihrem Nähzimmer steht ein grünes Sparschwein, in das ihre Kunden statt eines Trinkgeldes eine kleine Spende hineintun können. „Wenn meine durchweg liebenswürdigen Kunden hören, für welchen guten Zweck die Spende ist, haben sie gleich noch eine Münze oder Schein mehr gezückt“, berichtete sie.

Spenden aus der Nachbarschaft

So kamen in 2016 noch insgesamt 500 Euro zusammen, die sie dem Krebsfonds spendete. Ein Jahr später rundete sie den Inhalt des Sparschweins auf 1000 Euro auf. Das hat sich inzwischen in Freren rumgesprochen und so kam ein junger Mann aus der Nachbarschaft zu ihr, der nicht einmal etwas genäht haben wollte, sondern einfach nur „etwas in das grüne Schwein spenden“ wollte. Er leerte sein Portemonnaie komplett und ging wieder. „Wie viel das am Ende war, weiß ich nicht, aber die Geste hat mich berührt“, erzählt sie.

Dankbare Kunden

Ähnlich verlief der Besuch von Jeenhua Thavarajah. Während des Gesprächs der Redaktion mit der Schneiderin klingelte die junge Frau an der Haustür von Elisabeth Schulten und wollte auch etwas spenden. Die Schneiderin hatte für sie ein Brautkleid sehr aufwendig geändert. „Durch die Perlenstickerei, war es wohl etwas mehr Arbeit als sonst“, berichtet sie mit einem Lächeln. Aber am Ende war die Braut sehr glücklich über das Resultat und nach der Hochzeit bedankte sie sich mit einer Spende.


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