Männer müssen draußen beiben Willnowskys sorgen für eine Lilalaue Nacht in Andervenne

Meine Nachrichten

Um das Thema Freren Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Andervenne. Einmal mehr hat in dem kleinen Ort Andervenne großer Andrang geherrscht. Zum 17. Mal hat dort die Lilalaue Nacht stattgefunden. Mit dem Bühnenpaar Willnowsky haben hunderte Frauen am Donnerstag und Freitag ein wahres „Festival der Liebe“ erlebt.

350 Frauen, die in der Dorfmitte Andervennes Schlange stehen: Das gibt es nur bei der Lilalauen Nacht. Zum 17. Mal warteten sie darauf, an „ihrem“ Abend bis auf die Tränen belustigt zu werden. „Ich bin total gespannt auf die Resonanz, weil wir in diesem Jahr etwas ausgewählt haben, das die Spreu vom Weizen trennt. Heute treiben wir die Frauen in den Wahnsinn“, kündigte Irmi Gerdes vom Vorstand des Theaterclubs Andervenne am Donnerstag, bei Einlass an. „Entweder man hasst es oder man liebt es.“ Für Männer hieß es an diesem Abend: „Wir müssen draußen bleiben.“

„Zum Piepen lustig“

Binnen eines Tages waren alle Karten für bei Vorstellungen vergriffen. Der Kabarettabend der Damen hat sich in der Region einen Namen gemacht. Schon seit 12 Jahren gehören Ulla und Marion Essmann zu den Stammgästen der Veranstaltung. Warum? „Weil es einfach zum Piepen lustig ist. Wir Frauen haben so auch wenigstens einmal im Jahr Ausgang“, sagte Marion Essmann scherzend. Zum ersten Mal schaffte es hingegen die 89-jährige Antonia Schute zum Kabarettabend. Sie und ihre Tochter hatten von Moderator Gerd Thünemann das Mikrofon übergeben bekommen und durften die Ankündigung für die Stars des Abends machen: Emmi und Willnowsky.

Piesacken und Seitenhiebe

Sie ist eine leicht schrullig wirkende Dame in ihren nicht mehr „ganz besten“ Jahren; er ist ein ausgesiedelter Russe mit einem großen Repertoire an spitzfindigen Anekdoten. Zusammen sind sie ein Ehepaar, dessen Umgang miteinander so manchem die Tränen in die Augen treibt – vor Lachen. Kaum ein Moment auf der Bühne vergeht, ohne ein Piesacken oder einen Seitenhieb an den „ach so geliebten“ Ehepartner- beziehungsweise die Partnerin. Betitelte Emmi ihren Valentin – der nur Willnowksy genannt wird – als „Beweis, das die Evolution auch rückwärts laufen kann“, konterte ihr Mann mit kleinen Erzählungen und Geständnissen, die es in sich hatten. „Gestern Nacht hat sie laut geröchelt und immer wieder meinen Namen gesagt. Aber ich habe das Kopfkissen nicht lange genug auf ihr Gesicht gedrückt.“

Thuine wird auf die Schippe genommen

Immer wieder machten Probleme beim Ton dem Komiker-Duo und dem Techniker zu schaffen, doch die Willnowskys sind Profis und bezogen die kleinen Störungen in ihre Show ein. „Wenn Sie sich wundern, warum es die ganze Zeit aus der Box brummt, das sind die Russen. Die senden auf der gleichen Frequenz“, scherzte Emmi. Besonders waren es aber die umgedichteten Lieder, die das Publikum amüsierten. Nicht nur Emmi und Willnowksy schmissen sich dabei die Worte sowie die metaphorischen Vasen und und Stühle um die Ohren. Auch die Nachbargemeinde Thuine wurde den gesamten Abend auf die Schippe genommen – zum Leid einiger Thuiner Damen in den hinteren Reihen.

Irmis Gerdes‘ Frage, ob die Besucher es lieben oder hassen werden, konnte sich in jedem Fall beantworten lassen: Sie liebten es und bekundeten dies mit stehenden Ovationen. „Jetzt wissen Sie, warum wir jedes Jahr wieder kommen“, sagte Marion Essmann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN