Klötzchen im Kopf Kevin Albers aus Freren ist erfolgreicher „Minecraft“-Youtuber

Von Matthias Becker

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Kevin Albers veröffentlicht Videos über das Spiel „Minecraft“ auf Youtube. Foto: Matthias BeckerKevin Albers veröffentlicht Videos über das Spiel „Minecraft“ auf Youtube. Foto: Matthias Becker 

Freren. Viel Zeit verbringt Kevin Albers aus Freren mit dem Videospiel „Minecraft“. Bereits im Alter von zehn Jahren zockte der heute 18-Jährige zum Spaß verschiedene Spiele-Titel. Heute verdient er als Gamer eine Stange Geld: Eine Wohnung und ein Auto könnte er sich locker im Monat leisten, denn die Videoplattform Youtube überweist ihm regelmäßig seinen Verdienst.

„Der Youtube-Algorithmus ist relativ hart“, weiß Albers, „da wird gewünscht, doch täglich ein Video hochzuladen.“ Sieben bis acht, auch mal zehn Stunden ist der angehende Fach-Informatiker in den Ferien online. Dann heißt es ackern: Neue Ideen müssen her, um seine mittlerweile 13.500 Abonnenten bei der Stange zu halten. Zudem müssen die Videoclips professionell geschnitten, gerendert und hochgeladen werden, damit beim Zuschauen keine Langeweile entsteht.

„... dann möchte ich darin einer der besten sein“

„Minecraft“ ist ein sogenanntes Open-World-Spiel. Alles was sich der Spieler vorstellen kann, wird in Blöcken dargestellt. Die pixelige Grafik der bunten Klötzchen ist dabei gewollt, und so entstehen opulente Bauwerke und Landschaften, in denen sich die Spieler als kleine Männchen herumtreiben. In dieser virtuellen Lego-Welt ist Kevin Albers zuhause. Sein Credo: „Wenn ich ein Spiel spielen möchte, dann möchte ich darin auch einer der besten sein!“

Seine Fans sind vor allem von seinem Live-Game-Playing begeistert: Während des Spielens gibt er Ratschläge, wie man in „Minecraft“ seine Leistung verbessern kann. „Mit 13 Jahren habe ich angefangen, in ‚Minecraft‘ zu programmieren. Ein Jahr später fing ich dann an, entsprechende Spiele-Videos auf Youtube hochzuladen. Es gab viele Rückmeldungen aus der Community, also von anderen Spielern. Diese Leute haben mich ermutigt, das Ganze doch einmal größer aufzuziehen“, erklärt der Klötzchen-Fachmann.

Bei anderen Youtubern erwähnt

Richtig groß wurde der Erfolg, als die Youtuber „Abgegrieft“ und „Flootastisch“ Kevin, der unter dem Namen „Rypex“ unterwegs ist, in ihren Videos erwähnten und somit mit ihm zusammenarbeiteten. „Ich bin Teil der Videos von den anderen. Dabei gestalte ich die Filme mit und kommentiere auch“, erklärt Albers. „Auf unserem Server bewerten wir, was die Leute machen und verkaufen für Echtgeld Wertgegenstände, die sie im Spiel weiterbringen.“

Server-Polizei

Vor allem als Server-Polizei sind die Jungs beliebt. „Wir bestrafen Spieler, die betrügen und warnen andere vor unfairen Praktiken“, erklärt der 18-Jährige. Die Warnhinweise werden dann auf lustige Art und Weise in den Videos bekanntgegeben, das sorgt für „Gefällt mir“-Klicks bei den Abonnenten.

Bei Youtube ist Kevin Albers als „Rypex“ bekannt. Foto: Matthias Becker

Geld gibt es dann für das Anschauen der Videos. „Es ist ausschließlich von den Klicks abhängig. Für 1000 Klicks gibt es rund einen Euro“, weiß der Profizocker. Zudem lässt sich Geld durch Spenden einheimsen. Manchem Spieler ist eine gute Bewertung eines „Minecraft“-Grundstücks schon mal fünf bis zehn Euro wert. Mit einem Schmunzeln erinnert sich Albers an eine sportliche Aktion: „Pro gespendeten Euro habe ich eine Liegestütze während des Live-Streams gemacht. Im Laufe des Tages kam ich auf 300 Liegestütze.“ Eine Arbeit, die sich gelohnt hat und ordentlich „Daumen hoch“ bei seinen Fans einheimste.

„Minecraft“-Erfahrung als gute Grundlage

Mittlerweile hat der junge Mann ein Einzelunternehmen angemeldet. Zwar wohnt er noch im Elternhaus unter dem Dach, aber eine eigene Wohnung zur Miete wäre schon längst durch die Youtube-Einnahmen drin: „Auch wenn ich häufig zu hören bekomme, das ist ja keine richtige Arbeit, es geht doch in die richtige Richtung. Moderatoren im Fernsehen sind ja auch anerkannt.“ Nach dem Fachabitur möchte der Youtuber Informatik und Anwendungsentwicklung studieren – seine Erfahrung mit „Minecraft“ wird ihm dabei eine gute Grundlage sein.

Auch Freunde im „echten“ Leben

Vor allem ist ihm eins wichtig: „Ich habe nicht nur Online-Freunde, sondern auch Real-Life-Freunde.“ Mit diesen geht er Kart fahren oder Windsurfen am Speichersee in Geeste. Und wie schaut es aus mit einer festen Freundin? „Ich glaube, dass sich eine Beziehung relativ schwierig gestaltet. Die meisten Youtuber haben eine Freundin, die aber auch dieses Interesse teilt“, sagt Kevin Albers. Der hat mit seinen 18 Jahren statt Flausen dann lieber Klötzchen im Kopf.

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