Stadt verlangt Schadenersatz Bäume in Freren bis auf den Stamm beschnitten

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Freren. Bis auf den Stamm zurückgeschnitten haben einige Frerener einzelne Bäume in den Baugebieten „Nördlich der Königsstraße“ und „Nördlich der Jägerstraße“. In einigen Fällen müssen die Bäume ausgetauscht werden, Anwohner sollen dafür Schadenersatz leisten. Auf eine Anzeige wegen Sachbeschädigung verzichtet die Stadt.

„Acht Bäume sind dort von Anliegern bis auf den Stamm zurückgeschnitten worden und damit praktisch tot. Zehn weitere Bäume sind etwas weniger stark beschnitten worden“, erklärte Frerens Bauamtsleiter Paul Thünemann auf Nachfrage unserer Redaktion. Mitarbeitern des Bauhofes seien die Baumstümpfe Anfang März dieses Jahres bei Routinekontrollen aufgefallen. Die städtischen Bäume befinden sich in den Wohngebieten auf den kommunalen Beeten.

Baumschnitt nicht fachgerecht

„Die Beete dürfen von den Anliegern auch in ihre jeweilige Gartengestaltung einbezogen werden. Die Pflege der in den Bebauungsplänen auch vorgesehenen Bäume erfolgt aber ausschließlich über die Stadt“, ergänzte Frerens Stadtdirektor Godehard Ritz. In diesen Fällen sei der Rückschnitt der unterschiedlichen Bäume aber weder fachgerecht noch mit Zustimmung der Stadt vorgenommen worden.

Baumkontrolleur beauftragt

Die Stadt hat daraufhin die Anwohner zu einer Stellungnahme aufgefordert und die Bäume von einem zertifizierten Baumkontrolleur begutachten lassen. Laut dem Gutachten kann bei den zehn etwas weniger betroffenen Bäumen zunächst versucht werden, diese durch im Herbst geplante Pflegeschnitte noch zu erhalten. Die anderen Bäume müssen laut Thünemann aber im Herbst komplett ausgetauscht werden. Welche Bäume neu gepflanzt werden, soll Mitte/Ende September zusammen mit dem Galabau-Unternehmen entschieden werden.

Thema auch im Stadtrat

Die widerrechtlich durchgeführten Rückschnitte sind anschließend auch in den Ratsfraktionen und im Stadtrat diskutiert worden. Dort ist beschlossen worden, dass sich sieben Anlieger durch einen pauschal zu zahlenden Schadensersatz auch an den Kosten für die Neuanpflanzungen zumindest beteiligen müssen. Dies ist den Anwohnern Mitte Juli in einem Schreiben der Stadt mitgeteilt worden. „Trotz dieser widerrechtlichen Vorgehensweise verzichtet die Stadt ausnahmsweise auf die Erhebung einer Anzeige wegen Sachbeschädigung“, heißt es in diesem Schreiben weiter. Bei weiteren Verstößen werde aber „nicht mehr von einer Anzeige und vollumfänglichem Schadensersatzanspruch abgesehen“.


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