Neue Halle mit 4000 Palettenplätzen Spedition Meese in Beesten mit neuem Standbein

Von Carsten van Bevern


Beesten. Die auf Frankreichtransporte spezialisierte Spedition Meese in Beesten hat sich breiter aufgestellt und ist in die Lagerlogistik eingestiegen: Für rund 1,5 Millionen Euro ist am Firmenstandort ein 3200 Quadratmeter großes Lager mit 4000 Palettenplätzen entstanden.

Dazu hat das 1999 von Wilhelm Meese gegründete und auf zeitkritische Transporte nach und von Frankreich spezialisierte Familienunternehmen das bislang rund 8000 Quadratmeter große Firmengelände im Gewerbegebiet „Am Bahngraben“ in Beesten um 14000 Quadratmeter vergrößert. Ende 2017 ist schließlich das moderne Regallager mit 4000 bis zu 2,1 Meter hohen und 1,5 Tonnen tragenden Palettenplätzen fertiggestellt worden.

Hygienischer Betrieb garantiert

„Wir können hier einen hygienischen Betrieb und Temperaturen zwischen 5 und maximal 25 Grad Celsius garantieren. Es gibt eine aktive Luftentfeuchtung, es gibt eine alarmgesicherte Zugangskontrolle, und die Verladung und das Außengelände sind videoüberwacht“, erklärte Firmengründer Wilhelm Meese jetzt beim „Antrittsbesuch“ von Beestens Bürgermeister Werner Achteresch und Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz.

Beim Gang ins Lager – jeder Besucher muss seine Hände desinfizieren und einen Plastikschutz über die Schuhe ziehen – fällt der Blick gleich auf volle Regale. „Das Lager ist derzeit zu gut 86 Prozent ausgelastet, Ende April lag unser bisheriger Spitzenwert sogar bei 94 Prozent. Solche Zahlen gelten in unserer Branche als Top-Werte“, erklärte der Wirtschaftsingenieur Jannik Meese, der im Unternehmen für den Vertrieb, das Marketing, Kontrakte und Großanfragen zuständig ist. Wichtigster Kunde im Bereich der Lagerlogistik ist derzeit das DP-Trockenwerk in Beesten.

Alle Dienstleistungen aus einer Hand

„Sowohl Wareneingang, Bearbeitung, Kommissionierung und Konfektionierung, Aktionslösungen als auch europaweiten Versand können wir jetzt aus einer Hand anbieten“, erklärte Meese – allen Kunden kann somit der volle Service eines sogenannten Third-Party-Logistics-Providers angeboten werden.

„Mit dieser Investition haben wir uns breiter aufgestellt“, ergänzte der Firmengründer. Dies sei vor dem Hintergrund wichtig, dass Wachstum im Bereich der Transportlogistik aufgrund „eines leer gefegten Arbeitsmarktes“ kaum noch möglich ist: „Wir könnten dabei durchaus mehr Aufträge annehmen. Die könnten wir aber nur abarbeiten, wenn wir mehr Fahrer hätten und somit auch mehr Lkw einsetzen könnten.“

So zählt das Familienunternehmen aktuell 60 Mitarbeiter und verfügt über 27 Zugmaschinen. „Ein neuer Lkw wird auch nur dann bestellt, wenn wir die dafür notwendigen Fahrer haben, das war früher einmal genau andersherum“, erklärte Meese. Zudem würden branchenweit in den kommenden zehn Jahren rund 40 Prozent der Berufskraftfahrer pensioniert – und das laut Meese bei einem wohl weiter steigenden Frachtaufkommen.

Fahrer dringend gesucht

Weiter steigende Dokumentationspflichten vor allem im Frankreichverkehr haben laut Meese weiterhin dazu geführt, dass weniger osteuropäische Lkw dorthin fahren. „Prinzipiell ist das für uns als deutscher Spediteur ja gut. Diese Situation und die gute konjunkturelle Lage haben aber im September 2017 das erste Mal dazu geführt, dass in Deutschland fertig produzierte Ware für Frankreich einfach nicht mehr transportiert werden konnte“, erklärte Jannik Meese. Diese Situation erwarte er in diesem Jahr noch zweimal. Auch aus diesem Grund würde er sich – wie viele andere Speditionen – auch sehr über Bewerbungen von Fahrern freuen...

Auch Kraftfahrer würde Meese daher gerne selber ausbilden. „Aber die Rahmenbedingungen sind nicht gerade optimal“, erklärte Meese. So bezuschusse das Bundesamt für Güterverkehr zwar die kostspielige Ausbildung. „Der Zuschuss wird aber nur bei Abschluss der dreijährigen Ausbildung gezahlt. Und die meisten brechen die Ausbildung nach zwei Jahren mit Erwerb des teuren Lkw-Führerscheins ab, die Kosten bleiben dann beim Betrieb hängen“, erläuterte Jannik Meese.

„Bei der nächsten

Erweiterung helfen wir

wieder gerne“

„Wir sind froh, ein solches Unternehmen bei uns im Ort zu haben. Auch bei der nächsten Erweiterung helfen wir natürlich wieder gerne“, erklärte abschließend Bürgermeister Achteresch: „Weitere Flächen stehen im Gewerbegebiet auf jeden Fall zur Verfügung.“