Erlebnis der besonderen Klasse Pasadena Roof Orchestra begeistert in Freren

Meine Nachrichten

Um das Thema Freren Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Freren. Ein musikalisches Erlebnis der besonderen Klasse hat der Kulturkreis Impulse am Samstag in der alten Molkerei in Freren geboten: das bekannte Pasadena Roof Orchestra gastierte in der Emsstadt.

Ein Besucher vermutete, dass er es mit einer Cover-Band zu tun habe und mochte es gar nicht glauben, dass das Original in Freren auf der Bühne stand. Barbara Bründermann, Vorsitzende des Kulturkreises Impulse, freute sich über den gelungenen Coup und kündigte handgemachte und stimmungsvolle Musik an. Das Pasadena Roof Orchester, das im nächsten Jahr 50 Jahre alt wird, begeistere auch nach so vielen Jahren das Publikum vor allen Dingen in Großbritannien und Europa, so die Vorsitzende. Selbst Königin Elizabeth gehöre zu den erklärten Fans, wenn es um wunderbare Liebeslieder voller Freude, Hoffnung und Sehnsucht, mit humorvollen Novelty-Stücken und Titeln im frühen Stil des Jazz gehe.

Musik der 20er und 30er Jahre

Dem Frerener Publikum bot das Pasadena Roof Orchester eine Auswahl der Musik der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts von bekannten Komponisten und Tanzbands. Für einen musikalischen Genuss sorgten dabei die hervorragenden Musiker ebenso wie Sänger und Orchesterchef Duncan Galloway mit einer Stimme voller Charme. Ihr individuelles Können stellten die Musiker bei diversen Solostücken eindrucksvoll unter Beweis. Dazu zählte beispielsweise Tom „Spats“ Langham mit seinem Banjo-Feature „Frostet Chocolate“. Alle Musiker verließen die Bühne und überließen dem Banjonisten allein das Feld. „Das nennt man in England heute Brexit“, frotzelte Orchesterchef Duncan Galloway. Schlagzeuger Dominic Sales begeisterte als jüngstes Ensemble-Mitglied mit seinem Solo „Drummin‘ Man“. Präsentiert wurde eine Auswahl an Liedern von George Gershwin, Cole Porter, Irving Berlin und Arrangements von Duke Ellington, Ray Noble, Louis Armstrong und Fletcher Henderson. Die Show beinhaltete zahlreiche Klassiker, ursprünglich gesungen von Fred Astair, Bing Crosby und Al Bowlly. Zu den bekannten Stücken zählte unter anderem „Yes We Have No Bananas.“ (Ausgerechnet Bananen verkauft sie von mir) oder der über 100 Jahre alte Klassiker „Tiger Rag“ sowie „Wochenend und Sonnenschein“.

Zufallsfund

Der größte Teil der Arrangements stammt aus einem Zufallsfund. Orchesterfans berichteten in einem Gespräch mit der Redaktion über einen Besuch bei John Arthy, den Orchestergründer, der heute an der Südküste Englands lebt. In einer Garage präsentiere Arthy mehr als 2000 Arrangements, akribisch katalogisiert. John Arthy hatte 1969 per Zeitungsanzeige originale Tanzmusik-Arrangements gesucht. Eine ältere Dame aus Manchester meldete sich. Für die gesamte Notensammlung bot er 40 Pfund. Die Sammlung belief sich auf zirka 1500 gut erhaltene Arrangements, darunter auch „Home in Pasadena“. Daraus sei schließlich der Orchestername „Pasadena Roof Orchestra“ entwickelt worden. Am Ende des Konzertes zeigte sich das Publikum begeistert und die Musiker konnten erst nach mehreren Zugaben und stehendem Applaus die Bühne in der alten Molkerei verlassen. Anerkennung gab es abschließend von Duncan Galloway: „Wir haben heute Abend nicht vor dem größten, aber vor dem exklusivsten Publikum gespielt.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN