zuletzt aktualisiert vor

Mädchen in technischen Bereichen „Lernen durch Begreifen“

Stolz lenkt die 13-jährige Jennifer Ungrun den überdimensionalen MinT-Hammer mit dem Gabelstapler zu seinem neuen Standort. Foto: Caroline TheilingStolz lenkt die 13-jährige Jennifer Ungrun den überdimensionalen MinT-Hammer mit dem Gabelstapler zu seinem neuen Standort. Foto: Caroline Theiling

ct Freren. „Ein Hammer – zwei Tage – drei Berufsfelder“. Auf diese einfache Formel brachte Dipl.-Ing. Mathias Kirchhoff, Geschäftsführer der DEULA Freren GmbH, die Abschlusspräsentation der Projekttage von 20 Mädchen aus den achten Klassen der Gesamtschule Emsland in Lingen.

Die Mädchen nehmen im zweiten Jahr an dem Projekt MinT (Mädchen in technischen Berufen) teil, das neben der Schule auch von der Arbeitsagentur Nordhorn, der Stadt Lingen und dem Landkreis Emsland gefördert wird. Die Projekttage in Freren wurden zudem von der DEULA unterstützt.

Sägen und schleifen

Ziel war die Realisierung eines überdimensionalen Hammers – des MinT-Hammers 2010. Die Mädchen mussten hierzu im Bereich Metall den Hammerkopf schweißen, im Bereich Holz einen Stiel sägen und schleifen sowie einen Sockel erstellen. Im dritten Bereich, der Logistik, mussten sie den auf den Sockel montierten Hammer, der am Ende rund zwei mal drei Meter groß war, mit einem Gabelstapler zu seinem Standort auf dem Gelände der DEULA fahren.

Für all diese Tätigkeiten hatten die Mädchen zwei Tage Zeit. Nach anfänglicher Skepsis waren sich alle sicher: „Ja , wir schaffen das!“

Selbst die 13-jährige Jennifer Ungrun, die sich nur im Rollstuhl fortbewegt, lenkte den Gabelstapler und die wertvolle Fracht mit erstaunlicher Sicherheit von der Fertigungshalle über das Gelände der DEULA zum neuen Standort zwischen Halle 11 und 12. „Das war witzig“, meinte sie anschließend. Nur das Klettern auf den Stapler, fiel ihr etwas schwerer.

„Das ist ein ganz tolles Ergebnis“, meinte dann auch Geschäftsführer Kirchhoff, als er das fertige überdimensionale Werkzeug sah. Er betonte, dass sie Mädchen nicht allein für sich gewerkelt hätten, sondern in den Alltag der DEULA integriert wurden. Sie sollten nicht am Schreibtisch arbeiten, sondern „Lernen durch Begreifen“, praktisches Erarbeiten und Erfahren von Kenntnissen und Fähigkeiten in gut ausgestatteten Werkstätten bei gut geschulten Ausbildern.

Sein Dank galt neben den zahlreichen Mitarbeitern der DEULA auch Johann-Hinrich Marienhagen von der Gesamtschule, Angelika Laupenmühlen, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Nordhorn, sowie Angelika Roelofs, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lingen.

Für alle Mädchen hatte Kirchhoff eine CD mit Fotos der zwei Werktage und ein persönliches Zertifikat, das den Mädchen ein erfolgreiches Mitwirken beim MinT-Hammer 2010 bescheinigt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN