Bauer sucht nach dem „Herzblatt“ Beifallsstürme für die Theatergruppe Thuine

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Thuine. Die Theatertruppe Thuine hat mit großer Spielfreude der plattdeutschen Komödie „Melk mit to’n lesden Moal“ von Helmut Schmidt das Premierenpublikum im voll besetzten Saal der ehemaligen Gaststätte „Zu den Hünensteinen“ begeistert.

Für den herzerwärmenden Dreiakter ernteten die glänzend aufgelegten Laienschauspieler unter der Leitung von Heiner Kollenberg immer wieder Lachsalven und Beifallsstürme.

Up den Meinershoff is de Düvel los. Momentan is dat Fernsehen Kabel 3 up den Hoff und överdrägt die Sendung „Melk mi ton’n lesden Moal“. Jungbur Renko Meiners ut Thuine hofft, dor düsse Fernsehübertragung endlich die richtige Frau für den Hoff tou finden, noa der hei al lange söcht. Sine Hushöllerske Gisela de Buhr is bannig sur up üm, denn sei häv mit al die Lüe nu ne Masse tou doun. Up denn Hoff is nu jeder hektisch und alet is dörnnanner. Man düsse Theaterspölers kriegt dat mit Humor und deftige Sproake alet wär in de Riege. Missverständnisse un Överraschungen und natürlich die Leev würzen den Dreiakter.

Sprachlicher Wahnsinn

Die Kandidatinnen Simone Steinmeier (Julia Bruns), Marianne Krabben (Carina Renemann) und Berta Dreyer (Ulla Schmidt) buhlen und kämpfen nicht nur verbal um den Landwirt Renko Meiners (Rainer Menke). Simone mit ihren himmelblauen Augen verdreht ihn den Kopf – von Julia Bruns als Nachwuchsschauspielerin ganz charmant gespielt – doch Renko kann sich Woche für Woche nicht entscheiden. „Ik häv sei ale Dreie leiv“, und bringt Fernsehmoderator Hanno Griesberg (Carsten Ahrend) zum sprachlichen Wahnsinn und erinnert mimisch an Bastian Pastewka. „Ik häv mi dat Supen, Roaken und Kiffen awgewöhnt. Man hier fang ik wär an.“

Kratzbürstige Paraderolle

Auch Marianne wäre gerne sein Herzblatt, hat nichts gegen Burenfrauarbeit am heiligen Sonntag und sieht fallenden Milchpreisen gelassen entgegen. Berta ist ebenfalls in der Endrunde und dreht in ihrer kratzbürstigen Paraderolle so richtig auf. Stallausmisten in 34 Minuten in Hosen, die warm halten. In wärmenden Angorahöschen kämpft sie nicht nur verbal um ihren Renko, sondern legt sich mit den Konkurrentinnen und vor allem Haushälterin Gisela de Buhr (Maria Pengemann) an. „Dei Mamsell, dei olle Putze mout wech – comprende!“ Da versteht die ansonsten resolute Gisela gar keinen Spaß und will gehen: „Dann is vör mi am Disk kin Platz mehr“. Maria Pengemann, eine erfahrene Laiendarstellerin in einer Rolle, wie maßgeschneidert für sie. Berta, der „hohlen Nuss“ bietet sie immer wieder Paroli, ist umso liebenswürdiger zu Renkos Vater Johann Meiners (Hans Herbers), der scheinbar vor drei Jahren verstarb. Mehr sei hier nicht verraten.

Überzeugendes Debüt

Renko spielt in diesem Tohuwabohu facettenreich den etwas tollpatschigen, doch gutmütigen und wenig entschlussfreudigen Frauenversteher: „Jede in ähre Art is die Richtige för mi un up den Hoff!“ So wohnen und arbeiten die drei Bewerberinnen bei und für ihn. Und jede der drei Kandidatinnen ist sich sicher, die richtige Frau an Renkos Seite zu sein und führt ein intrigantes Spiel um die Gunst des jungen Bauern. Auch der Auszubildende Torben Schulte „Wo geil is dat dann!?“ (Christoph Wiggermann – ein sehr überzeugendes Debüt) ist darüber gar nicht begeistert und sieht seinen Arbeitsplatz in Gefahr.

Am Tag der Entscheidung meint Renko, die Richtige gefunden zu haben und glaubt, diese spüre es auch. Live auf Kabel 3 soll der Standesbeamte Michael Berger (Dieter Daemberg) die Ehe ganz in Weiß - „den schönsten aller Ogenblicke, un ik bin int Fernsehen“- vollziehen. Kommt es dazu? Wird Mariannes „Ich liebe dich“ von Renko erwidert? Turteln Johann und Gisela bald auf Gran Canaria?

Weitere Aufführungen

Antworten darauf gibt die Theatergruppe Thuine am Sonntag, 11. März, um 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen sowie am Donnerstag, 15. März, um 19.30 Uhr in der ehemaligen Gaststätte „Zu den Hünensteinen“. Am Samstag, 17. März, gastiert die Theatergruppe in Lingen im Theater „An der Wilhelmshöhe“. Den Erlös dieses bereits ausverkauften Abends erhält der Kinderschutzbund Lingen.


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