Infoabend am 19. Februar 2018 Ein „Netz der Aufmerksamkeit“ in Messingen

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Messingen. Ein „Netz der Aufmerksamkeit“ möchte die Kolpingsfamilie Messingen in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und dem Gemeinderat über die rund 1100 Einwohner zählende Gemeinde spannen.

Es soll funktionieren wie eine gute Nachbarschaft und in Notfällen unkompliziert Hilfe ermöglichen. Zu den Zielen und dem am Montag, 19. Februar, geplanten Infoabend äußerten sich die drei Ansprechpartner aus dem Kolpingvorstand in einem Interview mit unserer Zeitung.

Die Kolpingsfamilie Messingen möchte in der Gemeinde ein „Netz der Aufmerksamkeit“ aufbauen. Was verstehen Sie darunter?

Alwine Röckener: In einem Netz der Aufmerksamkeit nehmen Menschen ihre Mitmenschen aufmerksam wahr und erkennen, wer aufgrund einer akuten Notlage gerade Unterstützung benötigt. So, wie es früher in vielen Nachbarschaften üblich war – heute auch vielfach noch – aber manches bricht heute auch weg. Wir wollen anregen, dass nicht „jeder für sich“ handelt, sondern den Blick für den Nächsten schärfen.

Welche Hilfen sind möglich?

Dieter Thünemann: Unsere Idee ist, Hilfe in den Bereichen Gespräch, praktische Unterstützung, Fahrdienste und kleine finanzielle Unterstützung zu leisten. Das Netzwerk muss dazu noch aufgebaut werden, dazu dient auch der Info-Abend am kommenden Montag, 19. Februar, ab 19.30 Uhr im Antoniushaus. Aber die Rückmeldungen aus dem Dorf sind schon jetzt sehr positiv, sodass wir bei Anfragen, die gerne auch anonym für andere gestellt werden können, sicher auch heute schon schnell und unbürokratisch helfen könnten. Es ist auch schon ein kleiner finanzieller Grundstock vorhanden und der Pastoralrat der Kirchengemeinde und Gemeinderat stehen auch hinter dieser Idee.

Wer leistet die Hilfe und wer kann sich mit einem Hilfsbedarf an Sie wenden?

Röckener: Jeder kann helfen und jeder kann sich an das Netzwerk wenden. Das Motto lautet: Messinger für Messinger! Die Hilfe soll ehrenamtlich geschehen und punktuell und nicht auf Dauer angelegt sein. Zum Beispiel soll keine feste wöchentliche Hilfe im Garten vermittelt oder ein wöchentlicher Besuchsdienst eingerichtet werden, dafür gibt es andere Dienste. Unser Netz der Aufmerksamkeit soll helfen, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht greifen.

Wie ist diese Idee entstanden?

Thünemann: Die Idee gibt es zum Beispiel auch in den Kolpingsfamilien Brögbern und Sögel. Wir haben davon im Februar 2017 auf einem Klausurwochenende des Vorstandes im Kolpingbildungshaus in Salzbergen gehört und es hat uns sofort angesprochen und motiviert. Wir waren als Vorstand gerade dabei zu überlegen, wie wir neue Wege gehen können. Denn bisherige Angebote wie Tages- oder Maifahrten oder auch ein Doppelkopfturnier wurden nicht mehr so angenommen wie früher und sind wohl auch nicht so im Sinne der Ideen von Adolph Kolping. Wie können wir uns als Kolpingsfamilie neu aufstellen und was ist unser Profil und unsere Aufgabe als ein christlicher Verband? Die Idee für dieses Netz passt einfach sehr gut zu uns. Bei uns stehen aber nicht finanzielle Hilfen im Vordergrund. Diese wollen wir in Einzelfällen auch leisten, wir wollen aber nachbarschaftliche Dienstleistungen wie ein Einkauf oder punktuelle Unterstützung im Haushalt oder im Garten in den Vordergrund stellen.

Also ist dies ein neues und zusätzliches Angebot der Kolpingsfamilie?

Maria Jacobs: Ja, es ist ein neues Angebot – aber es entspricht unserem christlichen Auftrag als katholischer Verband und somit auch dem Auftrag und Handeln vieler anderer engagierter Menschen in Messingen. Daher gibt es auch schon eine große Bereitschaft mitzumachen. Wir hoffen, uns mit diesem Angebot eine Stärke der Messinger zunutze machen zu können, ehrenamtliches Engagement und nachbarschaftliche Hilfe spielen bei uns noch eine große Rolle – aber viele merken auch, dass dieses sich auch in unserem kleinen Dorf verändert.


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