Gleichberechtigung als Gemeinschaftsaufgabe 30 Jahre Gleichstellung in der Samtgemeinde Freren gefeiert

Von Anne Bremenkamp

30 Jahre Gleichstellung in der Samtgemeinde Freren für mehr Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern feierten mit vielen Gästen (von links) Chananja Schulz, Godehard Ritz, Mechthild Kümling, Maria Kottebernds und Marlies Kohne. Foto: Anne Bremenkamp30 Jahre Gleichstellung in der Samtgemeinde Freren für mehr Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern feierten mit vielen Gästen (von links) Chananja Schulz, Godehard Ritz, Mechthild Kümling, Maria Kottebernds und Marlies Kohne. Foto: Anne Bremenkamp

Freren „Wie eine Schnecke auf Glatteis“ sei die Emanzipation einst vorangekommen, so sagte es in den 1970er Jahren Willy Brandt. In der Samtgemeinde Freren wird die Gleichberechtigung der Geschlechter seit 1988 mit deutlich mehr Bodenhaftung vorangetrieben. Das nun 30 Jahre alte Bestreben nach Gleichstellung ist am 3. Februar 2018 stimmungsvoll in der Ems-Mädel-Halle der Alten Molkerei in Freren gefeiert worden.

Mit starker Stimme und Liedern von starken Frauen eröffnete Sängerin Chananja Schulz den Festakt. Dies sicher auch in Anlehnung an das Durchsetzungsvermögen und die Hartnäckigkeit, die das nur vermeintlich schwache Geschlecht seit Beginn der Frauenbewegung immer wieder beweisen musste. „Die Verteilung von Geld, Karriere und unbezahlter Sorgearbeit, Absicherung im Alter und Machtanteile an politischen Veränderungen ist eine immerwährende Herausforderung an die Gesellschaft und somit an uns alle“, betonte Gastgeberin Mechthild Kümling, die nach ihren beiden Vorgängerinnen Anneliese Schmees und Maria Kottebernds seit nunmehr 18 Jahren die ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Freren.

Vielfalt an Aktionen

Mechthild Kümling stellte eine Vielfalt an Angeboten und Aktionen innerhalb der Samtgemeinde Freren vor, deren Fäden bei ihr zusammenlaufen. Bezug nahm sie unter anderem auf das jährliche Infotreffen, auf dem in Vereinen und Gruppierungen aktive Netzwerkfrauen zu wichtigen Multiplikatoren werden. Weitere Aktionen sind unterschiedliche Veranstaltungen zu den Themenschwerpunkten „Gewalt gegen Frauen“ sowie „Entgeltgleichheit“. Ein echter Publikumsmagnet ist zudem immer wieder das kulturell-köstliche Frauenfest in der Alten Molkerei anlässlich des internationalen Frauentags. Derzeit arbeitet Mechthild Kümling zudem mit an der für 2019 geplanten Eröffnungsveranstaltung zum Frauenort Mathilde Vaerting in Messingen.

Interessenvertretung der Frauen

„Seit drei Jahrzehnten verschafft eine Gleichstellungsbeauftragte in der Samtgemeinde Freren den Interessen der Frauen in ihrem unmittelbaren Lebensbereich Geltung“, äußerte Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz seinen Respekt und verwies darauf, dass „seine“ Kommune bereits 1988 und damit weit vor des anno 1993 verabschiedeten Frauenbeauftragtengesetzes Weitsicht bewiesen habe.

Lücken gemeinsam schließen

„Echte Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist nicht erreicht. Zwischen Anspruch und Lebenswirklichkeit klafft noch immer eine Lücke. Diese weiter zu schließen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die von allen mitgetragen werden muss“, appellierte Marlies Kohne als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Emsland. In ihrem Festvortrag verwies sie dennoch auf viele überwundene Hürden auf dem langen Weg der seit 1949 im deutschen Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung. Dies sei auch ein Verdienst aller haupt- und ehrenamtlich engagierten Gleichstellungsbeauftragten, so Kohne. Auch im Namen aller 19 Kolleginnen im emsländischen Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten dankte sie Gastgeberin Mechthild Kümling für ihre von Kompetenz und Erfahrung geprägte engagierte Mitarbeit.

Vision des Jahres 2048

Kohne schloss mit einer Vision des Jahres 2048: „Die ehemaligen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten haben ihre Aufgabe mit einer breiten Unterstützung durch Politik, Wirtschaft und andere Frauenverbände erledigt und sind in gesellschaftlich relevanten, gut bezahlten Positionen geschätzte Ratgeberinnen für Politik, Verwaltung und Wissenschaft.“