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Lob von der Sozialministerin Thuiner Modellprojekt für Demenzkranke ausgezeichnet

Von PM. | 24.09.2019, 17:03 Uhr

Der niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat das Elisabeth-Krankenhaus Thuine der Niels-Stensen-Kliniken für ein Modellprojekt gegen Demenz im Krankenhaus ausgezeichnet. Die Förderzusage über 112.855,08 Euro nahmen Verwaltungsdirektorin Maria Elisabeth Straten-Barlag, Pflegedirektorin Sonja Hus und Chefarzt Dr. Christian Prause in Hannover entgegen.

Bei dem geförderten Modellprojekt Delirguide des Thuiner Krankenhauses sollen laut Pressemitteilung der Niels-Stensen-Kliniken Altenpflegekräfte zukünftig in das interdisziplinäre Demenz-Fachteam eingebunden werden. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung“, sagte die Verwaltungsdirektorin. Sie zeige, „dass wir mit unserem innovativen Projekt auf dem richtigen Weg sind“. Sie dankte der Ministerin für die Förderung und allen am Projekt Beteiligten für ihr Engagement.

"Krankenhausaufenthalt wird für alle Beteiligten verbessert"

Mit der Förderung möchte die Ministerin das Elisabeth-Krankenhaus Thuine sowie acht weitere Krankenhäuser dabei unterstützen, die Versorgung von demenzkranken Patienten während eines Krankenhausaufenthalts weiter zu entwickeln. Sie freue sich sehr, mit den Projekten den Krankenhausaufenthalt für alle Beteiligten verbessern zu können, sagte Reimann am Rande des Fachforums „Demenz im Krankenhaus“ in Hannover, bei dem die Verleihung der Auszeichnung stattfand: „Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Krankenhaus ist eine besondere Herausforderung für Angehörige und für die Beschäftigten.

"Demente Patienten reagieren im Krankenhaus oft mit Angst"

"Denn demente Patienten reagieren im Krankenhaus oft mit Angst und Unruhe oder versuchen, die Klinik zu verlassen“, betonte sie. Sie hätten oftmals keine Krankheitseinsicht und könnten je nach Krankheitsstadium häufig auch keine Auskunft über sich, ihre Beschwerden und Wünsche geben, so die Ministerin. „Demenz kann jeden von uns treffen“, erläuterte sie: „Umso wichtiger finde ich es, mit diesem Krankheitsbild sensibel und patientenorientiert umzugehen. Wir müssen auf die Bedürfnisse dieser Patientinnen und Patienten eingehen können“, unterstrich sie. „All die ausgezeichneten Projekte lenken ihren Fokus auf die speziellen Bedürfnisse dieser Menschen. Sie helfen beim Erstellen einer Diagnose, beim Entscheiden über eine Behandlung, aber auch bei der Körperpflege und bei der Einnahme von Mahlzeiten. Das ist vorbildlich und bringt uns alle auf diesem Gebiet ein Stück weiter. Ich wünsche mir, dass wir uns weiter intensiv über gelungene Projekte austauschen, damit alle Beteiligten spürbar davon profitieren.“

Rund 1,7 Millionen Menschen betroffen

Von einer Alzheimer-Erkrankung oder einer anderen Form der Demenz sind derzeit schätzungsweise rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. In Niedersachsen sind heute schon mehr als 150.000 Menschen im Alter von über 65 Jahren an Demenz erkrankt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer immer älterwerdenden Gesellschaft wird die Anzahl an Demenz erkrankter Menschen weiter steigen.

Das Land möchte über den Wettbewerb „Demenzkranke im Krankenhaus besser versorgen“ neben baulichen Maßnahmen auch präventive und pflegerische Projekte sowie Betreuungsangebote durch Ehrenamtliche oder Angehörige finanziell unterstützen, die die Situation von Demenzkranken während eines stationären Krankenhausaufenthaltes nachhaltig verbessern und die modellhaft im Krankenhaus erprobt werden können.

Fühner betont Bedeutung des Projekts

Der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner hat sich erfreut über die Förderzusage des Sozialministeriums geäußert. Vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch von Demenz betroffen sein könne, sei es besonders wichtig, solche Projekte zu fördern und sich intensiv über gelungene Projekte austauschen. so könnten alle Beteiligten spürbar davon profitieren, unterstrich der Christdemokrat.

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