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Kredit für Kita-Erweiterung 2,3 Millionen Euro möchte die Stadt Freren 2020 investieren

Von Carsten van Bevern | 23.12.2019, 13:00 Uhr

Rund 2,3 Millionen Euro möchte die Stadt Freren im Jahr 2020 investieren. Ein großer Teil davon fließt in die Erweiterung des Regenbogenkindergartens. Dafür wird laut dem einstimmig beschlossenen Haushaltsplan auch eine Kreditaufnahme über maximal eine Million Euro notwendig sein.

Viel Geld hat die Stadt Freren in den vergangenen Jahren in ihre Infrastruktur investiert, immer wieder in die Kitas, in einen neuen Marktplatz, einen neuen Busbahnhof. Das Ergebnis ist eine sich heute wesentlich moderner präsentierende kleine Stadt. Ergebnis ist allerdings auch, dass die Pro-Kopf-Verschuldung seit vielen Jahren recht deutlich über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen liegt.

Rekord-Steuereinnahmen

Und dies wird sich auch 2020 nicht ändern.Trotz der allgemein guten wirtschaftlichen Lage, die in Freren 2020 voraussichtlich zu Rekord-Steuereinnahmen von 4,268 Millionen Euro führen wird. Und Steuern und ähnliche Abgaben bilden mit einem Anteil von rund 85 Prozent an den Erträgen die mit Abstand bedeutendste Haupteinnahmequelle der Stadt.

Alle 2020 geplanten Investitionen können auch aus den laufenden Einnahmen finanziert werden, nicht aber die neuerliche Investition in den Kindertagesstättenbereich: So wird derzeit vor allem zur Bereitstellung weiterer Krippenplätze für unter dreijährige Kinder der evangelische Regenbogenkindergarten erweitert und umgebaut. Allein der städtische Anteil an den Kosten beläuft sich nach derzeitigem Planungsstand auf über 800.000 Euro.

Kredit über maximal eine Million Euro

So ist im Haushalt der Stadt Freren 2020 auch eine Kreditaufnahme von maximal eine Million Euro eingeplant. Wann und in welcher Höhe eine Kreditaufnahme nötig sein wird, steht laut dem Kämmerer Harry Schütte aber noch nicht fest. "Wir versuchen natürlich, Rechnungen zunächst aus dem vorhandenen Kassenbestand zu bezahlen und vielleicht können ja auch noch zusätzliche Zuschüsse eingeworben werden", erklärt der Kämmerer in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Von einer Aufnahme eine Kredites in voller Höhe gehe er auch nicht aus.

Diese Erwartung spiegelt sich auch in einer Übersicht zur Entwicklung der Schulden wieder. Demnach geht man in der Verwaltung davon aus, dass die Schulden der Stadt "lediglich" von knapp 1,9 Millionen Euro 2020 auf knapp 2,3 Millionen Euro steigen werden. Dementsprechend würde die Pro-Kopf-Verschuldung der gut 5000 Einwohner von 375,41 auf 455,57 Euro steigen.

Investitionen in Baugebiete

Neben der Kita möchte die Stadt 2020 unter anderem in den Erwerb von Grundstücken (500.000 Euro), die Erschließung des Baugebietes "Ostwier Höhe" (320.000 Euro), den Ausbau der Industriestraße (60.000 Euro) und die Sanierung der der ehemaligen Grundschule Suttrup (54.500 Euro) investieren. Zudem soll die Deula einen Zuschuss über 40.000 Euro zum geplanten Umbau des denkmalgeschützten Hauses Kulüke erhalten. Dazu kommen kleinere Maßnahmen zum Beispiel zur Erweiterung der Straßenbeleuchtung (10.000 Euro), zum Aufbau eines kommunalen Archivs (4000 Euro), in Kinderspielplätze (7000 Euro) oder Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung (7500 Euro).

"Sehr solider Haushalt"

Als "sehr solide aufgestellt" bewertete Patrick Köster im Namen der CDU-Fraktion den Haushalt. Es seien sinnvolle Investitionen in die Infrastruktur und für Familien. "Und wann sollten wir investieren, wenn nicht in Zeiten guter Fördermöglichkeiten und niedriger Zinsen?" Ähnlich bewertete Alexander Borowski von der SPD das vorgelegte Zahlenwerk. Er lobte die "hohen Investitionen in die Zukunft und Geschichte der Stadt", kritisierte allerdings den mehrheitlich beschlossenen Neubau der Brücke im Zuge der verlängerten Lünsfelderstraße und wies zumindest auf den immer höheren Zuschussbedarf der Kitas: "Diese Kosten sind in den letzten drei Jahren um ein gutes Drittel gestiegen. Bund und Land dürfen die Kommunen nicht alleine auf diesen Kosten sitzen lassen."

Nach einem allgemeinen Dank an die Verwaltung und im besonderen an das Kämmerei-Team um Harry Schütte stimmten die Ratsmitglieder dem Haushaltsplan einstimmig zu.