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Arbeiten beginnen Anfang 2020 Große Aa bei Freren wird ökologisch aufgewertet

Von Carsten van Bevern | 29.12.2019, 17:59 Uhr

Ein rund 1100 Meter langes Teilstücks der "Großen Aa" südlich der Stadt Freren soll renaturiert werden. In die ökologische Aufwertung des Gewässers investiert der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband rund 420.000 Euro, im Januar 2020 soll mit den Rodungsarbeiten begonnen werden.

Eigentlich sollte die Revitalisierungsmaßnahme an der Großen Aa ober- und unterhalb der alten Bahnlinie in Lohe-Suttrup bereits im Jahr 2016 in Angriff genommen werden. "Leider sind die dafür beantragten EU-Mittel aber nicht genehmigt worden, das Projekt war damit nicht finanzierbar", erklärte Frank Berning in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Der Bauingenieur ist seit 2007 Geschäftsführer der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbände (ULV) 94 "Große Aa" und 95 "Ems I" als Bauherr der Maßnahme.

Neue Finanzierung

"Glücklicherweise" hat sich laut Berning durch das Engagement der Landwirtschaft vor Ort, des Landkreises Emsland, der Naturschutzstiftung, der Samtgemeinde Freren und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung nun eine andere Finanzierungsmöglichkeit ergeben. "So sind die Arbeiten inzwischen an die Firma Augustin Tiefbau- und Abbruch GmbH in Meppen vergeben worden, die Planungen hat die Ingenieurgesellschaft Lindschulte mbH in Meppen übernommen", erklärte Berning Mitte Dezember auf einem Infoabend im Frerener Rathaus, auf dem auch mehrere Fragen von Anliegern geklärt werden konnten.

1000 Muldenkipper-Ladungen voll Erde

Demnach soll im Januar / Februar 2020 mit den Rodungsarbeiten begonnen werden. Mit Rücksicht auf die Brut- und Setzzeit folgen die Erd- und sonstigen Arbeiten von August bis November 2020. Dabei wird die Große Aa teilweise in ein neues Bett verlegt und sogenannte Überlaufrinnen angelegt. Insgesamt müssen dazu rund 23.000 Kubikmeter Erde bewegt werden - dies entspricht rund 1000 Muldenkipper-Ladungen. Bei Bedarf können davon rund 5000 Kubikmeter von angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben auch als Oberboden auf deren Flächen aufgebracht werden.

Auenwälder sollen entstehen

Auf den der ULV gehörenden Böden entlang der Großen Aa soll durch den Bodenabtrag sowie die Einengung und Diversifizierung des Mittelwasserprofils die schrittweise Entstehung eines Auenwaldes ermöglicht werden. "Dieser besteht vor allem aus Erlen und Weiden, die in der Region an Gewässern den natürlichen Bewuchs darstellen", erklärt der ULV-Geschäftsführer. Ähnliche Erfahrungen habe man bereits nach der 2010/11 erfolgten Renaturierung der Giegel Aa im Bereich der Gemeinde Schapen machen können.

Das Renaturierungsprojekt steht dabei in direktem Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie: Diese verlangt bis zum Jahr 2027 die strukturelle Verbesserung der Fließgewässer mindestens bis zum „guten ökologischen Potenzial“.

Geld von der Bingo-Umweltstiftung

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 420.000 Euro. Der Landkreis Emsland übernimmt rund 75 Prozent der Summe, weitere zehn Prozent kommen von der Naturschutzstiftung des Kreises und 15.000 Euro von der Bingo-Umweltstiftung. Rund 51.300 Euro kommen zu gleichen Teilen von den Gemeinden Andervenne, Beesten, Messingen und Thuine sowie der Stadt Freren. Die Samtgemeinde Freren erhält dafür auch sogenannte Ökopunkte, die sie bei Eingriffen in die Natur an anderer Stelle einsetzen kann.