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Integrationslotsen laden ein Elf Nationen am Weihnachtsbaum im Emsbürener Rathaus

Von Anne Bremenkamp | 13.12.2015, 12:30 Uhr

Die Integrationslotsen in Emsbüren haben Flüchtlinge in der Vorweihnachtszeit mit einem multikulturellen Fest der Begegnung beschenkt.

Die schönste Bescherung war das lebendige Miteinander der Kulturen aus elf Nationen zwischen Musik und Kerzenschein, internationalem Buffet und leuchtenden Kinderaugen unter einem bunt geschmückten Tannenbaum im Rathaus.

Viele Flüchtlinge feiern dieses Jahr das erste Weihnachten ihres Lebens. Muslimische Zuwanderer kennen aus ihrer fernen Heimat keinen Advent und keinen Christbaum. Weihnachten aber ist eine Zeit, in der niemand alleine sein und jeder spüren sollte, dass sich jemand um ihn kümmert.

„Weihnachten ist für uns Christen ein Fest der Liebe, des Lichtes und der Hoffnung. So möchten wir auch die Einladung zu unserer Feier verstehen“, begrüßte Ursula Feldmann im Namen aller Integrationslotsen weit mehr als 100 kleine und große Gäste im Rathaus, das dank des Klarinetten-Saxophon-Express der Musikschule des Emslands sowie der Kirchenmusikerin Kathrin Klugmann von weihnachtlichen Liedern durchflutet wurde. Bei ihren Willkommensgrüßen konnte Ursula Feldmann angesichts der sprachlichen Barrieren auf großartige Unterstützung bauen. Als der Dolmetscher sich verspätete, sprang spontan die elfjährige Awatef aus Syrien ein und übersetzte das Gesagte locker ins Arabische. Die Hilfe des pfiffigen Mädchens wurde auch Bürgermeister Bernhard Overberg zuteil, der insbesondere das mitmenschliche Engagement der ehrenamtlich tätigen Integrationslotsen würdigte, die den Flüchtlingen das Ankommen in der Gemeinde Emsbüren wesentlich erleichtern.

Die mit viel Applaus belohnte Nachwuchsdolmetscherin Awatef kam vor etwa zwei Jahren mit ihrer Familie aus Syrien. Ebenso wie ihre zehnjährige Schwester Salem findet sie es „cool und ganz normal“, dass alle miteinander feiern. „Wie feiern zuhause muslimische Feste, aber manchmal auch christliche Feste wie Weihnachten. Wie hören auch CDs mit Weihnachtsmusik“, erzählte Awatef und Salem verriet, dass sie auf ihren Wunschzettel ein Puppenhaus und einen großen Teddybären geschrieben hat.

Schüler engagieren sich

Vielleicht ging einer ihrer Wünsche gleich in Erfüllung, denn Schüler des Gymnasiums Georgianum überraschten dank ihrer „Geschenkeaktion zur Weihnachtszeit für Kinder in Not in und um Lingen“ mit einer tollen Bescherung für 44 Kinder.

Auch die in Deutschland geborene Tochter von Genta und Ardit aus Albanien freute sich über ein Präsent. Ihre Eltern dankten für die herzliche Aufnahme in Emsbüren, das ihnen längst eine zweite Heimat geworden sei.

Auf dem Sprung zur zeitgleich stattfindenden Weihnachtsfeier des Internationalen Freundeskreis Salzbergen e.V. waren Dr. Bernhard Möller und Tobias Weber, die Flüchtlingen gemeindeübergreifend ehrenamtlich Sprachunterricht geben: „Unsere Schüler sind alle höchst motiviert, Deutsch zu lernen, denn sie wissen um die Notwendigkeit. Gemeinsame Feste wie diese in Emsbüren und Salzbergen sind nicht nur Orte der Begegnung, sondern auch Orte des Lernens“, betonten Möller und Weber.

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