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Gespräche verliefen enttäuschend Bahnsteigtunnel in Leschede bleibt Wunschdenken

Von Ludger Jungeblut | 30.09.2011, 14:38 Uhr

Beim geplanten Umbau des Bahnhofs in Leschede gibt es zwischen den Beteiligten noch keinen Konsens, sodass der von der Gemeinde vehement geforderte Bahnsteigtunnel Wunschdenken bleibt.

Wie Bürgermeister Bernhard Overberg in der letzten Ratssitzung mitteilte, endete ein Gespräch am 22. September mit Vertretern der Deutschen Bahn, des Landkreises, der Straßenbauverwaltung und der Politik ohne Ergebnis. Die Gemeindevertreter hätten auch darauf verwiesen, dass für die Rettungsdienste wegen der geschlossenen Bahnschranken im Zuge der L 40 und L 58 immer wieder unzumutbare Wartezeiten entstünden. Für die Gemeinde sei ein abgesetzter Fuß- und Radweg am Bahnübergang der L 58 aus Gründen der Verkehrssicherheit vor allem für die Schulkinder unverzichtbar, betonte der Bürgermeister.

Auch der Ortsbürgermeister von Leschede, Heinz Sager, zeigte sich enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Gespräche. „Aus Kosten- und Sicherheitsgründen wäre ein sofortiger Fuß- und Radwegtunnel beim Bahnhof die bessere Lösung.“ Alternativ seien folgende Maßnahmen erforderlich: Für die Bahngäste muss ein gesonderter Bahnübergang geschaffen werden, da die Gefahren an der viel befahrenen L 58 zu groß sind; das vorhandene Bahnhofsgebäude sollte als Wartehalle östlich der Bahn erhalten bleiben und entsprechend renoviert werden; der Bahnsteig östlich der Bahn muss bis an die Bahnhofsgebäude gepflastert bleiben.

Forderungen

Westlich der Bahn seien mindestens zwei Wartehallen und ein Fahrkartenautomat nötig. Der Bahnsteig westlich der Bahn sollte zwischen den Wartehallen eine Mindestbreite von vier Metern erhalten; um die Wege für Pkw- und Fahrradfahrer vertretbar zu halten, müssen in der Nähe des Bahnübergangs neue Parkplätze geschaffen werden; das von der Bahn nicht mehr benötigte Gelände westlich der Bahn sollte an die Gemeinde als Geh- und Radweg sowie für Pkw- und Fahrradabstellplätze übertragen werden; die Laderampe östlich der Bahn muss entfernt werden für Fahrrad- und Pkw-Stellplätze; das Gelände westlich der Bahn zwischen Breloh und der Bahn sollte für weitere Parkplätze erworben werden. Sager: „Die Verwaltung wird aufgefordert zu verhandeln, welche dieser Maßnahmen von der Bahn getragen bzw. von der Gemeinde erledigt werden müssen.“ Es seien Zuschussanträge zu stellen und für 2012 Haushaltsmittel einzuplanen.

Bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung gab der Rat grünes Licht für den Ausbau der Hörteler Straße in Bernte. Die Maßnahme wird aus Fördermitteln des Leader-Programms bezuschusst.