Ein Artikel der Redaktion

„Ein Trecker muss her“ Emsbürener Theaterensemble in bester Spiellaune

Von Manfred Buschhaus | 03.07.2014, 21:25 Uhr

„Maibrinks Döchter oder De Treckerkomödie“, die emsländische Kurzgeschichte von Maria Mönch-Tegeder, wurde jetzt in einer plattdeutschen Fassung von Peter Wallgram auf dem Heimathof Emsbüren uraufgeführt.

Die „Theatergruppe des Kulturkreises Kirchspiel Emsbüren“ spielte, tanzte und sang unter Leitung von Wallgram mit vollem Körper- und Stimmeinsatz, wie man es sich nur wünschen kann.

Im Hof der Anlage war eine angemessen große Tribüne direkt gegenüber von „Maibrinks Wohnzimmer“, aufgebaut worden, wo sich später ein Großteil des Geschehens entfalten sollte.

Während die letzten Besucher ihre Karten oder ein stärkendes Getränk erstanden, ließ Petrus einen ersten Schauer hinunterrauschen. Doch Emsländer lassen sich nicht vom Regen abschrecken. Das machte Bürgermeister Bernhard Overberg vor, als er zu seiner teilweise auf Plattdeutsch gehaltenen Begrüßung das Wort ergriff. Sein Dank gelte dem Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren, der schon seit Jahren im Ort für die schönen Seiten des Lebens sorge. Dank auch dem Regisseur Peter Wallgram für die umfangreiche Bearbeitung des Stückes und die Einstudierung sowie allen Unterstützern und Förderern.

Mit einem Weckergeklingel bei Bauer Maibrink ging es los. Angesiedelt ist das Stück in der Zeit, die heute als die „gute alte“ bezeichnet wird, als mit der beginnenden Technisierung die ersten Trecker Einzug in die Dörfer hielten und allerlei Begehrlichkeiten weckten.

Doch auf Maibrinks Hof reicht das Geld nicht, weder für eine repräsentative Aussteuer für die jüngere Tochter noch für einen dringend benötigten Trecker. Pralles Dorfleben, liebevoll ausgemalte Gestalten, hanebüchene Intrigen, Slapstick-Einlagen und viele aktuelle Anspielungen haben dem Stück den Staub abgeschüttelt.

Das Ensemble ist in bester Spiellaune sowohl in den groben wie feineren Tönen. Heraus ragen Marie Maibrink (Anette Hüsing), die ihre Riesenrolle, angesiedelt zwischen liebevoller Mutter und verschlagener Intrigantin, erstaunlich authentisch füllt und Franz Lühle, der der Paraderolle als Maxe mit Tanz und Gesang individuelle Glanzlichter aufsetzt.

Das Stück ist keine Posse wie der „Herzog und sein Kumpan“ im Vorjahr, wo man sich vor Lachen das Zwerchfell verrenkte. Aber man kann doch einen ganzen Abend fröhlich und glücklich sein. Und natürlich findet alles trotz schlimmster Missverständnisse und Verwicklungen schließlich ein gutes Ende. Viel Applaus zum Schluss.

Weitere Termine: Sonntag, 13. und 20. Juli, 16 und 19.30 Uhr, Samstag, 26., und Sonntag, 27. Juli, 16 Uhr. Karten: Buchhandlung Fröhlich, 1x1 Schulbuch, Lotto und VVV Emsbüren, Amtsvogtei für 8 Euro (ermäßigt 4 Euro).

Weitere Nachrichten aus Emsbüren finden Sie unter www.noz.de/emsbueren