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Auf Einladung des Bundestages Vier Amerikaner leben für ein Jahr im Emsland

Von PM. | 28.12.2016, 20:43 Uhr

Internationaler Besuch im Emsland: Vier amerikanische Austauschschüler leben auf Einladung des Bundestages für ein Jahr in der Region.

Megan Perpich, Olivia Mussell, Javier Gonzales (alle Spelle) und Ja’na’i Labbe (Meppen) kamen im August im Rahmen des Parlamentarisches Patenschafts-Programms (PPP) als Austauschschüler nach Deutschland und trafen sich nun mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann im Bauerncafé Mehringer Heide in Emsbüren.

Viel Bratwurst, Kartoffeln und Brot

Bei Waffeln und Kaffee berichteten die Jugendlichen in bereits beeindruckendem Deutsch von ihren Eindrücken und Erfahrungen in Deutschland. Erste Unterschiede zwischen beiden Ländern haben die vier jungen Amerikaner ausgemacht. Speziell das andere Essen sei eine besondere Erfahrung. „Viel Bratwurst, Kartoffeln und Brot“, sagen Olivia und Javier lachend, die bei Gastfamilien in Spelle leben. Kurios finden beide auch die Vorliebe ihrer Gastfamilien zu Apfelmus.

Helfen, wo sie können

Olivia, Ja’na’i und Javier besuchen örtliche Gymnasien, während die 17-jährige Megan, die als einzige nach ihrer Rückkehr noch ein Jahr der High School absolvieren muss, an einer Realschule lernt. Anschluss gefunden haben alle bereits: Die Leute seien wirklich nett und helfen, wo sie können, so die einhellige Meinung der Schüler. Es sei zwar allgemein schwieriger, mit den im Vergleich zu Amerikanern zurückhaltenden Deutschen warm zu werden. Aber wenn man erst einmal eine Freundschaft geschlossen habe, sei diese verlässlich und für immer.

Unterschiedliche Pläne

Angesprochen auf ihre Pläne nach der Rückkehr zeigten sich die drei Mädchen noch unentschlossen. „Meine Eltern möchten, dass ich Ingenieurin werde, aber ich würde lieber etwas mit Sprachen machen“, erklärt Olivia aus Michigan. Ja’na’i Labbe kam im August aus Arkansas nach Meppen und feierte ihren 18. Geburtstag in der Kaffeerunde. Sie plant, zunächst ein „Gap Year“ einzulegen und in diesem zu arbeiten. Im Anschluss möchte Sie in Houston (Texas) studieren. Megan hingegen interessiert sich für Politik und Gesundheit: „Mein Urgroßvater war Gouverneur von Minnesota und ich bin an meiner Schule im Debattierclub. Ich würde gerne irgendetwas Internationales machen“. Einzig Javier hat konkrete Pläne. Der Schüler mit costa-ricanischen Wurzeln hat bereits seine Zusage für International Business und Marketing am Wirtschaftsinstitut der Indiana University sicher.

Wiedertreffen mit Stegemann

Im Mai geht es für die jungen Amerikaner nach Berlin, wo sie Albert Stegemann wiedertreffen werden. Schon seit Beginn seines Mandates zeigt sich der Abgeordnete immer wieder als Fan des internationalen Austauschprogramms des Deutschen Bundestages: „Durch den Austausch soll der jungen Generation in beiden Ländern die Bedeutung freundschaftlicher Zusammenarbeit und Völkerverständigung vermittelt werden. Ich freue mich, dieses Programm in meiner Funktion als Bundestagsabgeordneter unterstützen zu können.“

Großes Engagement von Ruth Schweigmann

Dass sich das Emsland zu einer Hochburg für interkulturelle Begegnungen im Jugendaustausch entwickelt hat, sei nicht zuletzt dem Engagement von Ruth Schweigmann zu verdanken. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin der zuständigen Austauschorganisation Youth for Understanding (YFU) arbeitet eng mit der Samtgemeinde Spelle zusammen. Mit dem Projekt „So sind wir – weltoffenes Spelle“ soll in den kommenden Jahren die Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen im internationalen Jugendaustausch gefördert werden.