Lebensraum und Laichgewässer Naturnahes Seitengewässer an die Ems in Listrup angeschlossen

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Wertvolles Biotop und Laichgewässer im Emsbürener Ortsteil Listrup: Walter Willemsen, Vorsitzender des SFV Salzbergen, steht an der unlängst vollzogenen Verbindung des naturnahen Seitengewässers an die Ems. Foto: Anne BremenkampWertvolles Biotop und Laichgewässer im Emsbürener Ortsteil Listrup: Walter Willemsen, Vorsitzender des SFV Salzbergen, steht an der unlängst vollzogenen Verbindung des naturnahen Seitengewässers an die Ems. Foto: Anne Bremenkamp

Emsbüren. Mit dem jetzt vollzogenen Anschluss eines naturnahen Seitengewässers an die Ems im Emsbürener Ortsteil Listrup ist ein Laichgewässer und wertvolles Biotop nicht nur für aquatische Organismen entstanden. Träger der Maßnahme ist der SFV Salzbergen 1929, Verein für Fischerei, Umwelt und Naturschutz.

Mehr als 12.000 Kubikmeter Bodenaushub wurden dafür aus dem Emstal abgefahren. Das fertige Seitengewässer ist rund 200 Meter lang und circa zwei Meter tief. Mit einer etwaigen Ausdehnung von 6000 Quadratmetern und flach auslaufendem Ufer ist es über einen circa fünf Meter breiten Graben mit der Ems verbunden. Dieser Graben weist ganzjährig eine Mindestwassertiefe von einem Meter auf, um einen freien Wechsel der Organismen zu ermöglichen.

Gefördert wurde das Projekt auf einer landkreiseigenen Fläche von der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen und der Naturschutzstiftung Emsland. Den Eigenanteil der Kosten trägt die Besatz- und Befischungsgemeinschaft Ems I, zu der neben dem SFV Salzbergen auch der SAV Emsland Rheine, der SFV Flossweg Gronau und der FV Lingen 1888 gehören. Zum Abschluss der Arbeiten werden unter Federführung von Maike Hoberg von der Naturschutzstiftung Emsland in den kommenden Tagen die vom Aushub verbliebenen Fahrspuren gefräst und der Sommerdeich mit biozertifiziertem Saatgut eingesät.

Für Flora und Fauna

„Altgewässer haben für Flora und Fauna eine vielfältige Bedeutung und sind ideale Lebensräume für viele Tierarten“, verwies der SFV-Vorsitzender Walter Willemsen darauf, dass sich derartige Strukturen aufgrund intensiver Landwirtschaft nicht mehr selbst innerhalb der natürlichen Flussdynamik entwickeln können. „Besonders in Hochwasserphasen sowie im zeitigen Frühjahr wird das Seitengewässer einen wichtigen Rückzugsort darstellen und geeignete Habitat-Strukturen zur Fortpflanzung bieten“, erklärte Willemsen. Beispielsweise könnten sich Hechte ohne Hilfestellung nicht mehr aus eigener Kraft in der Ems halten. Aber auch Friedfische wie Forellen, Rotaugen, Brassen oder Karpfen würden davon profitieren. Das Seitengewässer wird von der Ems her mit Fischen befruchtet und ist aufgrund der geringen Tiefe und einer daraus resultierenden höheren Wassertemperatur ideal zum Laichen.

Naturschutz

„Wir erhoffen uns, dass wir so unseren Fischbesatz reduzieren können und der natürliche Besatz wieder mehr in den Vordergrund rückt“, so der Fischereivereinsvorsitzende, der unterstrich:  „Das Seitengewässer wird eingezäunt und nicht zum Fischen freigegeben. Es dient ausschließlich dem Naturschutz.“

Naturschutz betreiben die Mitglieder des SFV Salzbergen seit jeher aktiv und ehrenamtlich. So wurde der SFV beispielsweie 2012 für die Revitalisierung des Elsbacher Oberlaufes in Hummeldorf als Preisträger des niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ in Hannover ausgezeichnet. In naher Zukunft plant der SFV zudem die Renaturierung des Elsbacher Unterlaufes im Holde, um auch diesen wieder in eine pulsierende Lebensader der Natur zu verwandeln.


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