145 Feuerwehrleute vor Ort Großeinsatz nach Gefahrgutunfall bei Boll Logistik in Emsbüren beendet


Emsbüren.  Nach dem Großeinsatz beim Logistikunternehmen Boll in Emsbüren hat die Polizei am Montagabend Entwarnung gegeben. In dem Unternehmen war es am Nachmittag zu einem Gefahrgutunfall gekommen. Gefährliche Flüssigkeiten waren dort um 16.16 Uhr ausgetreten.

Auf dem Firmengelände an der Merianstraße im Gewerbegebiet am Autobahnkreuz A 30/ A31 war in einer Betriebshalle beim Verladen mit einem Gabelstapler ein Behälter beschädigt worden, sodass ein zunächst nicht bekannter Stoff auslief. Bei einer ersten Überprüfung durch die Feuerwehrleute wurden explosive Stoffe festgestellt. Daraufhin wurden Gefahrgutfachkräfte nachalarmiert. Daher kamen neben dem Gefahrgutzug II und dem Einsatzleitwagen II der emsländischen Feuerwehren auch der DRK-ABC-Zug Bawinkel sowie die Fachgruppe Umwelt der Polizei zum Einsatz. Zudem wurden Rettungssanitäter sowie Feuerwehrkräfte der Feuerwehren Spelle, Bramsche und Salzbergen angefordert. Insgesamt waren nach Auskunft des Emsbürener Gemeindebrandmeisters Marco Lögering etwa 145 Einsatzkräfte vor Ort.

Brennbar und in Verbindung mit Wasser explosiv

Zwischenzeitlich hatten die Einsatzkräfte festgestellt, dass es sich bei dem ausgetretenen Stoff um laut Polizeiangaben 21 Kilogramm Peressigsäure handelt, die brennbar und in Verbindung mit Wasser explosiv sein kann. Dr. Wolfgang Hagemann, Leitender Notarzt des Landkreises Emsland, erläuterte die Folgen beim Einatmen für Menschen. Dazu zähle eine Reizwirkung auf die Schleimhäute und die Atemwege. Zwei Mitarbeiter, die bei dem Vorfall in der Halle arbeiteten, hätten keine Schäden erlitten, erklärte der Mediziner.

Keinerlei Außengefährdung

Angesichts des hohen Gefahrenpotenzials durften die Einsatzkräfte nur in Vollschutz und mit explosionsgeschützten Geräten zum Einsatz kommen, betonte Einsatzleiter Marco Lögering. Es bestand nach Auskunft von Andreas Wentker, Brandabschnittleiter Emsland-Süd, keinerlei Außengefährdung. Die Mitarbeiter sind nach Darstellung der Geschäftsleitung vorsorglich evakuiert worden. Man habe sehr gut auf die während einer gemeinsam durchgeführten Einsatzübung mit der Feuerwehr vor einigen Wochen gewonnenen Erkenntnisse zurückgreifen können, die nunmehr entsprechend umgesetzt werden konnten. Nach Polizeiangaben war der Einsatz gegen 20 Uhr beendet. Danach würde das Gewerbeaufsichtsamt die weiteren Ermittlungen übernehmen.

Die Feuerwehr Emsbüren und der Gefahrgutzug Emsland Süd II hatten erst im Mai 2017 eine Gefahrgutlage bei dem Unternehmen Boll geübt. Im März 2016 endete ein Gefahrgutunfall auf dem Meppener Firmengelände des Logistikunternehmens, bei dem Schwefelsäure ausgetreten war, ebenfalls glimpflich. Auch dort hatte ein Gabelstapler einen Tank mit der gefährlichen Flüssigkeit beschädigt.


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