Verein „Lazarus-Oase“ gegründet Emsbürener Franz Rosen startet neues Hilfsprojekt

Von Thomas Pertz


Emsbüren. Franz Rosen, früherer Leiter der Niedersachsen-Aktion der SOS-Kinderdörfer, hat ein neues Hilfsprojekt gestartet. Als Mitglieder des im Dezember 2016 gegründeten Vereins „Lazarus-Oase“ möchten er und seine Frau Margret dazu beitragen, dass in Medjugorje im Südwesten von Bosnien und Herzegowina ein Zuhause für obdachlose Jugendliche entsteht - auch aus Deutschland.

Rosen ist vielen Menschen in der Region durch zahlreiche Sammelaktionen für SOS-Kinderdörfer in den vergangenen Jahren bekannt. Im November 2015 hatte der frühere Emsbürener Realschullehrer diese Aktivitäten nach fast 40 Jahren beendet. Wer Rosen und seine Frau Margret näher kennt, weiß aber auch, dass Untätigkeit nicht zu den hervorgehobenen Eigenschaften der beiden gehört. Umso mehr aber eine Hilfsbereitschaft, die sich aus einer christlichen Grundüberzeugung speist.

Pilgerreise nach Rom als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt ihres Engagements in der „Lazarus-Oase“ war eine Pilgerreise im Mai 2016 nach Rom. Organisiert hatte diese der Rekener Frank Möller, dessen Lebensweg von Tiefpunkten in jungen Jahren und einer späteren persönlichen Wandlung geprägt ist, ausgelöst durch eine intensive religiöse Glaubenserfahrung. Der 48-Jährige hat sich zum Ziel gesetzt, in Medjugorje in Bosnien-Herzegowina, das auch als „Kurort der Seele“ bezeichnet wird, ein Haus für obdachlose Jugendliche zu bauen. Dabei geht es nicht nur darum, ihnen ein festes Dach über dem Kopf zu bieten und sie von der Straße zu holen. Der Aufenthalt in dem Haus und die Arbeit auf dem Gelände soll den jungen Menschen auch eine Neuorientierung in ihrem Leben ermöglichen.

Rosen zeigte sich während der Pilgerreise von dieser Idee sehr angetan. Auf der Rückfahrt steckten er und Möller die Köpfe zusammen. Heraus kam die Idee einer Vereinsgründung, um Spenden zu sammeln und in breiterer Form über das Projekt zu berichten. Diese Gründung ist nun erfolgt. „Lazarus Oase“ nennt sich der Verein. Lazarus ist aus dem Lukasevangelium bekannt als der Bettler, der vor der Tür des reichen Mannes lag und Brotstücke begehrte. Der aber blieb unbarmherzig. „Wir wollen anders handeln“, heißt es in dem gerade fertiggestellten Flyer des Vereins. Das zweite Wort „Oase“ im Vereinsnamen beschreibt den äußeren Rahmen, der den obdachlosen Jugendlichen wieder neue Stabilität verleihen soll.

Viele Jugendliche leben auf der Straße

Nach Schätzungen des Vereins müssen in Deutschland rund 30000 Jugendliche auf der Straße leben, weil auch ein top organisiertes Sozialsystem offenbar kein Garant für Wertschätzung, Halt und tragende Perspektiven sei. Genau das möchte aber der Verein „Lazarus Oase“ leisten, indem er sich nach Angaben von Rosen diese Aufgabe zu einer Herzensangelegenheit macht.

Der Emsbürener hofft, dass der Verein weiter wächst und auch die finanzielle Unterstützung für das Bauprojekt. Die Nummer des Spendenkontos und weitere Informationen über die „Lazarus-Oase“ gibt es auf der Seite www.lazarusoase.de.

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