Emsflower will weitere Flächen Europas größte Blumengärtnerei konzentriert sich auf Emsbüren


Emsbüren. Den Standort Emsbüren weiter ausbauen und die Pflanzenproduktion dort konzentrieren möchte Europas größte Blumengärtnerei Emsflower. Das sehen die mittelfristigen Planungen der Unternehmensgruppe vor.

Vor diesem Hintergrund ist der Ankauf weiterer Betriebsflächen erforderlich, die an das derzeit 100 Hektar umfassende Firmenareal im Emsbürener Ortsteil Ahlde angrenzen sollen, direkt am Autobahnkreuz A30/A31 gelegen. Insgesamt beschäftigt Emsflower an den verschiedenen Standorten mehr als 400 Mitarbeiter, davon 250 in Emsbüren. Die Erweiterung der Produktionsgewächshäuser und der Logistikabteilung in Emsbüren erfordert weitere Mitarbeiter. Nach Auskunft von Bennie Kuipers werden 50 weitere Vollzeitarbeitsplätze in den Bereichen Produktion, Logistik und Technik für den Standort Emsbüren angeboten.

Aktuell erfolgt der Lückenschluss zwischen den bestehenden Gewächshäusern und dem Unternehmensbereich „Emsland Gemüse“. Dabei handelt es sich um eine zwölf Hektar große Fläche, auf der inzwischen mit der Erstellung der Gewächshäuser begonnen worden ist. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2017 geplant. Sechs Hektar sind dann für die Beetpflanzenproduktion und sechs Hektar als Kombinationsgewächshaus vorgesehen. Dort wachsen im Winter Frühlings- und Sommerblumen; anschließend werden Tomaten, Gurken und voraussichtlich Paprika angebaut.

600 Satttelzüge

Im November 2016 ist bereits ein weiteres Gewächshaus errichtet worden, in dem im Januar 2017 erstmals Geranien eingebracht worden sind. Die Sommerblumen, darunter über zwölf Millionen Geranien, sind in den vergangenen Tagen insbesondere an Baumärkte und Einzelhandelsketten ausgeliefert worden. Am Osterwochenende sind allein mehr als 600 Sattelzüge in Richtung Kunden in ganz Europa gestartet, wo die Blumen in dieser Woche zum Kauf angeboten werden.

64 Hektar unter Glas

In dem bestehenden Kombi-Gewächshaus ist gerade mit der Tomatenernte begonnen worden. Wöchentlich werden dort rund 260 Tonnen geerntet. Das Gemüse wird in erster Linie für den regionalen Einzelhandel nach der Devise „aus der Region für die Region“ produziert.

Berliner Standort bereits verkauft

Mit dem Lückenschluss sind die ursprünglich anvisierten „64 Hektar unter Glas“ in Emsbüren bebaut. Das entspricht etwa 130 Fußballfeldern. Mit den niederländischen Standorten in Denekamp und in Erica bei Emmen bewirtschaftet Emsflower 87 Hektar Gewächshäuser. Zudem werden in Tansania auf einer Fläche von zwei Hektar Geranien- und Chrysanthemen-Stecklinge produziert. Der Betrieb in Fretzdorf bei Berlin ist im Zuge der Neustrukturierung bereits veräußert worden. Die Standorte Denekamp und Erica sollen ebenfalls aufgegeben werden, so Bennie Kuipers und sein Sohn Tom in einem Gespräch mit der Redaktion. Die Produktionsanteile sollen nach Emsbüren verlagert werden.

Technische Weiterentwicklung

Großen Wert legt Geschäftsführer Tom Kuipers auf die technische Weiterentwicklung und Modernisierung. So hat der gelernte Informatiker unter anderem das innerbetriebliche Transportsystem automatisiert. Wie von Geisterhand gesteuert fahren die Transportwagen über Induktionsschleifen von den Gewächshäusern in Richtung Verladehalle und zurück. 60 „Rhynos“, wie die kleinen Zugfahrzeuge genannt werden, sowie 30 computergesteuerte Transportwagen hat der junge Unternehmer für den Eigenbetrieb entwickelt. Dieses gilt ebenso für die Universal-Produktionsroboter, die Stecklinge vollautomatisch eintopfen.

Zukunftsmusik

Zukunftsmusik ist noch die Optimierung der Jungpflanzenproduktion unter Einsatz von LED-Beleuchtung. „Hier stehen wir noch ganz am Anfang“, sieht Tom Kuipers noch erheblichen Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Bei Emsflower seien erste Versuche gestartet worden. Durch die LED-Beleuchtung wird das Entwicklungsstadium verkürzt und der Platzbedarf deutlich minimiert, zumal dann die Jungpflanzen mehrstöckig gezogen werden können.


Für die Gemeinde Emsbüren ist Emsflower ein Leuchtturm-Unternehmen mit großer Strahlkraft. Dazu trägt neben der Blumenproduktion und der Gartenwelt auch das Besucherzentrum bei. Dort werden jedes Jahr rund 300 000 Besucher gezählt. Insgesamt beschäftigt Emsflower an den verschiedenen Standorten mehr als 400 Mitarbeiter, davon 250 in Emsbüren. Die Erweiterung der Produktionsgewächshäuser und der Logistikabteilung erfordert weitere Mitarbeiter. Nach Auskunft von Bennie Kuipers werden 50 weitere Vollzeitarbeitsplätze in den Bereichen Produktion, Logistik und Technik für den Standort Emsbüren angeboten.

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