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29 neue Bauplätze Baugebiet mit Haken: Grenzgänger zwischen Berge und Emsbüren

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Das Baugebiet „Emsbüren-West“ hat einenkleinen Haken. Es liegt zugleich auf den Gebieten zweier Ortsteile. Das kann bei Wahlen Konsequenzen haben. Grafik: WittwerDas Baugebiet „Emsbüren-West“ hat einenkleinen Haken. Es liegt zugleich auf den Gebieten zweier Ortsteile. Das kann bei Wahlen Konsequenzen haben. Grafik: Wittwer

Emsbüren. Der Emsbürener Gemeinderat hat jetzt einstimmig die rechtlichen Voraussetzungen für 29 neue Bauplätze im Bereich „Emsbüren-West“ geschaffen. Einen kleinen Haken hat das Baugebiet allerdings: es erstreckt sich über zwei Ortsteile, Emsbüren und Berge.

Ein Zustand, der nach Auffassung von Friedhelm Wolski-Prenger zu verhindern gewesen wäre. „Ich bedauere, dass es nicht gelungen ist, eine Entflechtung herzustellen“, sagte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion in Richtung der CDU-Mehrheitsfraktion. „Einige Vertreter“ der CDU hätten dies in der vergangenen Wahlperiode verhindert. Entflechtung heißt in diesem Zusammenhang, die althergebrachten Gebietsgrenzen stellenweise neu zu ziehen.

„Kreative Vorschläge“

Der Vorsitzende der aktuelle CDU-Ratsfraktion, Klaus Hemme, warf den Blick lieber nach vorne als nach hinten und signalisierte Gesprächsbereitschaft: „Wenn kreative Vorschläge kommen, werden wir uns nicht wehren.“ Bei allen Überlegungen muss laut Hemme aber eines bedacht werden: „Wir brauchen eine größtmögliche Konstanz in beiden Ortsteilen beziehungsweise Ortsräten“.

Auswirkungen bei Kommunalwahlen

Denn genau dieses ist der Knackpunkt der planerischen Überlegungen hinweg über die Grenzen der Ortsteile. Was im Alltag höchstens emotionale Auswirkungen bei in Ortsteildenken verharrenden Bewohnern haben dürfte, kann bei politischen Entscheidungen wie beispielsweise Kommunalwahlen durchaus eine Rolle spielen. „Wer in Berge wohnt, darf nur den dortigen Ortsrat wählen, wer in Emsbüren wohnt, nur den Emsbürener“, erläuterte Emsbürens Fachbereichsleiter für Bauen und Liegenschaften, Uwe Hilling, auf Anfrage unserer Redaktion.

„Frühere Flurgrenzen“

Der Ansatz, die „Grenzkonflikte“ in Emsbüren-West zu beenden, könnte einen Dominoeffekt auslösen und auch in anderen Bereichen der Gemeinde Begehrlichkeiten wecken. „An anderen Stellen haben wird das auch, insbesondere in den Ortsteilen Berge und Emsbüren“, erläuterte Hilling. Dazu zählt auch der Pahlhügel. Auch das Baugebiet ist Hillings Worten zufolge ein „Flickenteppich.“ Teilweise mit skurrilen Zuständen: „Es gibt Häuser, in denen liegt das Schlafzimmer in Berge und das Wohnzimmer in Emsbüren“. Als Grund dafür nennt Hilling frühere Flurgrenzen.


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