Dorfgespräch zur Integration Emsbürener sollen noch mehr auf Flüchtlinge zugehen

Der Treffpunkt Casa in der Alten Amtsvogtei in Emsbüren ist regelmäßiger Anlaufpunkt für Flüchtlinge. Archivfoto: Integrationslotsen südliches EmslandDer Treffpunkt Casa in der Alten Amtsvogtei in Emsbüren ist regelmäßiger Anlaufpunkt für Flüchtlinge. Archivfoto: Integrationslotsen südliches Emsland

Emsbüren. Das Thema Integration stand jetzt im Mittelpunkt des ersten sogenannten Dialogabends in Emsbüren. Im „Treffpunkt Casa“ stellten die Emsbürener Integrationslotsen ihre Arbeit mit Flüchtlingen vor.

Sprachbarrieren, mangelnde Mobilität und vom Gesetzgeber vorgegebene Strukturen sind laut den Integrationslotsen um Beata Szymanek-Feldmann die größten Probleme, mit denen alle Beteiligten zu kämpfen haben. Wie soll beispielsweise ein Flüchtling, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, von Ahlde zu einem Pflichttermin bei einer Behörde in Bramsche bei Osnabrück kommen? Den Brief kann er nicht lesen, Busverbindungen nach Ahlde sind rar gesät, und warum überhaupt Bramsche?

Kulturelle Unterschiede

Hinzu kommen nach den Worten von Integrationslotsin Christine Lühle-van Dam häufig kulturelle Unterschiede. Beispielsweise dann, wenn männliche Flüchtlinge nicht akzeptieren können oder wollen, dass ihre Ehefrauen in Deutschland Dinge eigenverantwortlich unternehmen dürfen.

Deutsch lernen

Als eine der größten Anforderungen an Flüchtlinge bezeichnete Szymanek-Feldmann das Erlernen der deutschen Sprache. Der Wille dazu und zur Integration sei bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen vorhanden. Oft mangele es schlicht an entsprechenden Angeboten von Integrations- bzw. Sprachkursen. Monatelange Wartezeiten sind laut Lühle-

van Dam aufgrund fehlender Lehrer keine Ausnahme.

Anlaufpunkt Casa

Der Treffpunkt Casa habe sich seit seiner Eröffnung zu einem akzeptierten Anlaufpunkt für zahlreiche Flüchtlinge entwickelt. Zugleich wünschen sich die Integrationslotsen, dass sich noch mehr Emsbürener für Integration für Ort offen zeigten. Das Zauberwort heißt laut Szymanek-Feldmann „Aufeinander zugehen“.

248 Flüchtlinge

Laut Bürgermeister Bernhard Overberg leben aktuell 248 Flüchtlinge in Emsbüren. Die meisten davon kommen aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und Irak - sowie Asylbewerbern aus elf weiteren Ländern. Den größten Anteil nehmen Familien und alleinerziehende Mütter ein.

Weitere Dialogabende

Der nächste von zwei weiteren öffentlichen Dialogabenden ist am Dienstag, 17. Januar 2017, ab 19 Uhr im Bauernhofcafé in’t Hürhus zum zum Thema Gastronomie und Tourismus. Am Dienstag, 31. Januar 2017, steht ab 19.30 Uhr in der Erlöserkirche Leschede das Thema Ökumene auf dem Plan. Die Dialogabende sind Teil des niedersächsischen Modellprojektes „Dorfgespräch“, das seit 2015 auch in Emsbüren läuft. An den Dialogabenden soll der Dorfgemeinschaft die Möglichkeit gegeben werden, ins Gespräch zu kommen, Strukturen aufzubrechen und Ideen für eine weitere Entwicklung des Dorfes zu entwickeln. Hinter der Veranstaltungsreihe stehen die Gemeinde Emsbüren und die Katholische Landvolkhochschule Oesede (KLVHS).


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