Seit 40 Jahren geht es rund Musik-Express feiert Jubiläum bei Kirmes in Emsbüren


Emsbüren Ab heute geht es wieder rund auf der Emsbürener „Kärmste“ und vor exakt 40 Jahren hat auch der Musik-Express vom Schaustellerbetrieb Hans Noack aus Lemgo seine ersten rasanten Runden auf dieser traditionellen Straßenkirmes gedreht.

Eigens zum runden Geburtstag hat Inhaberin Lilo Noack separate Jubiläumsfahrchips fertigen lassen, zudem finden sich in der heutigen Ausgabe der Lingener Tagespost unter dem Motto „Einmal bezahlen, zweimal fahren“ Coupons für Extrafahrten voller Spaß, Tempo und Kribbeln im Bauch.

Schaustellerfamilie in dritter Generation

In der nunmehr dritten Generation ist Familie Noack ist eine Schaustellerfamilie mit Herz und aus Leidenschaft. Heute ist Lilo Noack  die „Chefin“ des Runfahrgeschäfts und gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Mike Ahrend, den gemeinsamen Söhnen David (11) und Toni (7) sowie einem vierköpfigen Mitarbeiterteam ist sie 40 Wochen im Jahr bundesweit „on Tour“.

Von der Schießbude zum Musik-Express

Aber bereits ihre Großeltern standen mit ihrer Schießbude inmitten des Emsbürener Kirmestrubels und diese Tradition setzten ab 1963 auch ihre Eltern Hans-Kurt und Monika Noack fort, bevor sie seit 1969 eine Raupenbahn betrieben. „Unter den Verdecken haben sich bestimmt auch ganz viele Emsbürener verliebt“, lacht Lilo Noack, die gerade mal drei Jahre jung war, als die Romantik der Raupenbahn im September 1976 von der Rasanz des Musik-Expresses abgelöst wurde. Der Karussellneubau von der Firma Heinrich Mack KG aus Waldkirch im Breisgau wurde zum allerersten Mal auf der Emsbürener Kirmes in Betrieb genommen und feierte dort eine mehr als gelungene Premiere, denn es gab bundesweit nur eine Handvoll dieser damals hochmodernen und heute kultigen Karussells, die sich Musik-Express nennen durften.

Aushängeschild der Emsbürener Kirmes

Gut 20.000 Glühbirnen mussten vor vierzig Jahren an das quasi noch „nackte“, weil gerade erst aus der Taufe gehobene Fahrgeschäft angeschraubt werden und nach Schulschluss half die Emsbürener Jugend fleißig mit, unter ihnen auch der heutige Bürgermeister Bernhard Overberg. „Das war damals ein einmalig tolles  Erlebnis und heute ist der Musik-Express längst ein Aushängeschild unserer Kirmes“, gratuliert er der Familie Noack und erinnert sich dabei auch an die mit Erbsenpistolen ausgefochtenen Revierduelle seiner Kindheit. Um diese lokale Tradition weiß auch Lilo Noack: „Wenn wir zur Kirmes nach Emsbüren kamen, haben wir uns immer Erbsen besorgt“, schmunzelt sie. War sie als kleines Mädchen müde, legte sie sich einfach in eines der Musik-Express-Abteile und während andere laut kreischten und sich aneinander festklammerten, schlummerte sie ein.

45 Tonnen schwer

Heute ist sie immer hellwach, wenn sich ihr nahezu 45 Tonnen schweres Karussell bis zu 14 Mal in der Minute um sich selbst dreht und dabei begeisterte Menschen aller Generationen mit sich nimmt. Letzte Woche machte es das in Emden, nächste Woche in Spelle, danach in Belm  – eine Knochenarbeit, denn der Koloss mit einer Frontlänge von 18 Metern wird zerlegt auf drei LKW-Anhängern transportiert, jedes Einzelteil muss zum endgültigen Standort geschleppt werden. Der Aufbau dauert zwei Tage, der Abbau dafür „nur“ vier Stunden.

Sicherheit oberste Priorität

Sicherheit hat oberste Priorität, der längst runderneuerte Musik-Express wird strengen Vorschriften nach regelmäßig gewartet und jedes Jahr sogar geröntgt, um ihn auf etwaige Haarrisse zu überprüfen. Glühbirnen gibt’s heute keine mehr, dafür tauchen den Musik-Express jetzt 35.000 funkelnde LEDs und eine aufwendige Neonbeleuchtung in ein Meer aus Licht und Farbe, wenn es wie seit 40 Jahren heißt: Einsteigen und dabei sein!


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