Behindertengerechtes Auto notwendig Spendenaktion für Anika Krümpel aus Emsbüren

Hoffen auf Unterstützung, damit das Leben der kleinen Anika in Bewegung bleibt: V. l.: Lena Schürmann, Franziska, Andrea, Anika und Jürgen Krümpel sowie Kerstin Silies. Foto: Anne BremenkampHoffen auf Unterstützung, damit das Leben der kleinen Anika in Bewegung bleibt: V. l.: Lena Schürmann, Franziska, Andrea, Anika und Jürgen Krümpel sowie Kerstin Silies. Foto: Anne Bremenkamp

Emsbüren. Bällebad, Trampolin, Nestschaukel – beliebte Orte für fünfjährige Kinder, auch für die eineiigen Zwillingsschwestern Anika und Franziska Krümpel aus Emsbüren. Doch was für Franziska tatsächlich ein Kinderspiel ist, bremst Anika aus, denn ihr Körper spielt nicht mit. Damit das Leben des lebenslustigen Mädchens dennoch in Bewegung bleibt, ist Familie Krümpel dringend auf ein behindertengerecht ausgebautes Fahrzeug und daher auf Spenden angewiesen. Das Spendenkonto wird von der Initiative Seitenblicke der katholischen Kirchengemeinde gestellt. Sie möchte Familien vor Ort stärken und Aktionen wie diese gerne unterstützen.

Franziska hat Besuch von einer Freundin. Die beiden sausen fröhlich durchs Wohnzimmer und verstecken sich kichernd hinter dem Sofa. Vor dem Sofa steht der Rollstuhl von Anika, die in einer speziell für sie angefertigten Sitzschale liegt. Sie schläft trotz des Trubels um sie herum ganz entspannt, denn sie hat im Kindergarten schon viel erlebt. Anika besucht die integrative Gruppe der Kita St. Marien Leschede und genießt das quirlige Treiben dort.

„Anika ist fröhlich und ausgeglichen, ein zufriedenes Kind, das gerne am Leben teilnimmt. Wenn sie könnte, wäre sie noch viel aktiver“, beschreiben die Eltern Andrea und Jürgen ihre fünfjährige Tochter, deren Entwicklungsstand sich motorisch bei etwa acht Wochen und geistig bei noch nicht einem Jahr befindet.

Fetofetales Transfusionssyndrom

Anika und ihre Schwester Franziska wurden in der 33. Schwangerschaftswoche geboren. Nach dreiwöchigem Krankenhausaufenthalt wurden beide Babys als gesund entlassen. Aber als Franziska anfing, gezielt nach Dingen zu greifen und Anika dies so gar nicht tat, begannen die Eltern, sich Sorgen zu machen. Begründete, denn während der Zwillingsschwangerschaft hatte sich ein sogenanntes fetofetales Transfusionssyndrom entwickelt, das zu einem gefährlichen Blutaustausch zwischen den ungeborenen Kindern führte. Während Franziska aber gesund ist, hat Anika Epilepsie, sie krampft häufig und wird über eine Magensonde ernährt.

Aber ihr Appetit auf Leben ist ungebrochen: „Wenn sie in meinen Armen auf dem Trampolin hüpft oder durch das bunte Bällebad taucht, dann ist sie wirklich laut am Lachen“, erzählt Papa Jürgen und Mama Andrea ergänzt: „Wenn Anika lacht, geht mir das Herz auf. Wir wollen ihr einfach das bieten, woran sie Freude hat.“

Freude empfindet Anika zum Beispiel auch, wenn sie die Stimme ihres Opas schon auf dem Flur hört. „Sie bekommt viel mehr mit, als viele den Eindruck haben. Und ich freue mich über jeden ihrer kleinen Fortschritte“, sagt Andrea Krümpel, die klarstellt: „Wir möchten kein Mitleid. Wir sind zufrieden, wie es ist. Aber wir brauchen Unterstützung, denn alleine können wir ein behindertengerecht ausgebautes Fahrzeug finanziell nicht stemmen.“

Andrea Krümpel ist mit Anika ständig unterwegs – zu Ärzten, Therapien oder ins Krankenhaus. Zwillingsschwester Franziska kennt das gar nicht anders, sie kümmert sich rührend um Anika. Ihre eigenen Puppen ernährt sie auch mit einer Sonde. „Franziskas Spielzeug muss das mitmachen, was Anika auch mitmacht“, erzählt Papa Jürgen. Der Alleinverdiener unterstützt seine Frau an allen Ecken und Enden, wann immer sein Beruf das zulässt. Aber Anika wächst und ihre Sitzschale mit, sodass der Touran der Familie schon jetzt zu klein ist. Gebraucht wird ein Wagen, in dem Anika im Rollstuhl sicher transportiert werden kann.

„Wir finden es gut und mutig, dass die Familie Krümpel Eigeninitiative bewiesen und sich Hilfe gesucht hat“, sagen Gemeindeassistentin Kerstin Silies und Kita-Leiterin Lena Schürmann stellvertretend für das Team der Initiative Seitenblicke und hoffen auf viel Unterstützung für die kleine Anika.

Mehr aus Emsbüren lesen Sie in unserem Ortsportal.


Die Kontodaten für eine personenbezogene Spende für Familie Krümpel sind unter www.kirchspiel-emsbueren.de unter dem Unterpunkt Soziale Einrichtungen –Seitenblicke zu finden, als Verwendungszweck bitte den Namen Anika Krümpel angeben. Bei zusätzlicher Angabe des eigenen Namens und Adresse stellt die Initiative automatisch eine Spendenquittung aus. Die Kontodaten und nähere Informationen sind auch bei Gemeindeassistentin Kerstin Silies unter 05903/9310-14 zu erfahren.

0 Kommentare