Schwarzbrot als Delikatesse Günter Enking backt in Emsbüren in Mühle von 1802

Von Anne Bremenkamp


Emsbüren. Günter Enking aus Emsbüren backt in einer Mühle aus dem Jahr 1802 Schwarzbrot und vermarktet es deutschlandweit.

Pumpernickel ist das wohlschmeckende Familienerbe und das täglich Brot von Bäckermeister Günter Enking aus Emsbüren. Sein deutschlandweit vermarktetes Schwarzbrot der Carl Enking GmbH ist schon etwas Besonderes, der Ort seiner Entstehung wohl einzigartig: Die Backstube, in der das Enking´s Delikatess-Pumpernickel als reines Naturprodukt über knapp 24 Stunden zu einem köstlichen Schwarzbrot gebacken wird, ist Teil einer anno 1802 erbauten imposanten Windmühle.Die aus Bentheimer Sandstein gemauerte und fünf Stockwerke hohe Enking’s Mühle ist daher nicht nur wegen ihres Pumpernickels ein weithin bekanntes historisches Kleinod Emsbürens. 1927 erwarb Müllermeister Carl Enking die Mühle, seitdem und bis dato wird sich dort mit Hand und Herz der Schwarzbrotbäckerei gewidmet. Günter Enking und seine Frau Sigrid führen das Familienunternehmen in der nunmehr dritten Generation.

Vieles ist unter ihrer Federführung neu entstanden, wie das 2003 eröffnete urige Mühlencafé, der idyllische Biergarten im Schatten der gigantischen Windräder oder das originelle Mühlenlädchen. Vieles ist aber auch sorgfältig bewahrt worden, wie beispielsweise die streng gehüteten und jahrhundertealten Enking’schen Familienrezepte: Dank ihnen hat das in der Enking’s Mühle gebackene Delikatess-Pumpernickel über fast 90 Jahre seinen außergewöhnlichen Geschmack behalten und auch die originale Pumpernickel-Torte à la Enking zu einer Emsbürener Spezialität mit Wiedererkennungswert gemacht.

In das Enking’s Delikatess-Pumpernickel kommt seit jeher nur frisch geschroteter Roggen, Wasser und Salz. Der Roggen wird heute wie früher in der Mühle gereinigt und geschrotet. Jegliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel bleiben dem Schwarzbrot fern. Auch seine typisch saftig-braune Färbung erfährt es nicht durch Zusätze wie Zuckercouleur, sondern einzig durch seine Teigführung sowie das lange Backen in einem sehr niedrig beheizten Ofen.

Zwei Öfen, spezielle Dampfback-Kammern, befüllen Günter Enking und seine beiden Mitbäcker pro Tag mit vielen etwa ein Meter lange Brotformen. Nach fast 24 Stunden Backzeit bei 120 Grad verströmen gute 400 Brote à fünf Kilo ihren unverwechselbaren Duft. Direkt vor Ort werden die Pumpernickel pasteurisiert, geschnitten und in die typisch rot-silbern glänzenden Folien verpackt, bevor sie in den überregionalen Handel gehen, über den Enking’schen Internetshop versandt oder in der Mühle selbst bei einem belebenden Mühlenschluck genossen werden können.

„Unser Delikatess-Pumpernickel ist kein Frischbrot, daher können wir vorproduzieren und müssen nicht so früh in der Backstube stehen wie unsere Kollegen“, verrät Günter Enking, dass sein Schwarzbrot bei richtiger Lagerung mindestens vier Monate haltbar, saftig und vor allem richtig lecker bleibt. Und dass es nicht nur dem Gaumen schmeckt, sondern auch noch dem Körper guttut, ist dem hohen Vitamin-, Mineral- und Ballaststoffanteil zu verdanken. „Je dunkler, desto gesünder“, weiß Günter Enking, dass aus seinem Roggenkorn nichts ausgesiebt, sondern vom Keimling bis zur Schale alles komplett verarbeitet wird.

Wie es mundet, wenn es nicht nur auf dem Papier steht, sondern auf dem Teller liegt, kann man etwa bei einem Abstecher ins Mühlencafé erfahren, das im ehemaligen Schweinstall liebevoll hergerichtet von donnerstags bis sonntags ab 14 Uhr und nach Vereinbarung seine Gäste gerne verwöhnt.

Hölzerne Stiegen und Leitern, die die fünf Böden über Luken miteinander verbinden, ein Mahlstein, Waagen oder die Flaschenzüge für die Mehlsäcke: Die zuletzt 2002 sanierte Enking’s Mühle, die es weiterhin auch mit öffentlichen Mitteln zu erhalten gelten sollte, kann nach Absprache gerne besichtigt werden. Ihre gelebte Geschichte verdeutlicht, dass traditionelles Backhandwerk ein Stück Kultur ist, das sich weit ab von industrieller NoName-Fertigung einen hervorragenden Namen verdient hat – wie den der Carl Enking GmbH in Emsbüren.