Ehrenamtliche hören auf Blumenampeln in Emsbüren droht das Aus

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Suchen händeringend Nachfolger: Heinz Antons auf dem Oldtimertrecker und Kurth Gräfe am „Strahlrohr“. Foto: Heinz KrüsselSuchen händeringend Nachfolger: Heinz Antons auf dem Oldtimertrecker und Kurth Gräfe am „Strahlrohr“. Foto: Heinz Krüssel

Emsbüren. Den Werbeslogan „Emsbüren - das Blumendorf“ verdankt die Gemeinde nicht zuletzt den zahlreichen Blumenampeln, die dem historischen Ortskern ein besonderes Flair verleihen. Jetzt befürchten die Initiatoren das „Aus“: Es gibt scheinbar keine Mitbürger mehr, die ehrenamtlich die Pflege und das Gießen der Blumenpracht übernehmen wollen.

Neben zahlreichen privaten Aktivitäten der Anwohner finden die doppelbödigen Blumenpyramiden und zudem die inzwischen über 60 mit Hängegeranien bepflanzten Blumenampeln in der Ortsmitte viel Beachtung bei den Gästen. Mit verschiedenen Sommerblumen farbenfroh bepflanzt, bereichern die Behältnisse den Anblick diverser Straßen und Plätze.

Auf Initiative des Emsbürener Unternehmers Hermann Paus wurden vor etwa acht Jahren die ersten Pyramiden gebaut. Das Schmiedeteam in der historischen Schmiede im Emsbürener Heimathof fertigte die Pyramiden aus Stahl, der von Paus gestiftet wurde. Damit sie langjährig Wind und Wetter standhalten, sind die Pyramiden verzinkt worden.

Zum Konzept von Hermann Paus gehörte seinerzeit, dass die Blumenpracht den Gemeindehaushalt nicht belasten sollte. Deshalb war es dem langjährigen Kommunalpolitiker ein besonderes Anliegen, das Gießen und die Pflege mit Ehrenamtlichen zu organisieren.

Dieses ist ihm Dank der tatkräftigen Unterstützung einiger Tennisvereinskollegen gelungen. Nun sind die „Männer der ersten Stunde“ in die Jahre gekommen. „Wir haben die 70 überschritten“, weist Heinz Antons auf den Wunsch von Dieter Potyka, Heinz Streiter und Kurth Gräfe hin, das Gießen in jüngere Hände zu geben. „Wir suchen händeringend engagierte rüstige Rentner, die uns ablösen und die schöne Aufgabe übernehmen wollen“, so Heinz Antons.

Das Team müsse aus mindestens vier „Blumenpflegern“ bestehen, die sich wöchentlich ablösen. Gegossen wird im Sommer in der Regel zweimal in der Woche, bei besonders intensiver Sonneneinstrahlung auch dreimal. Dafür steht ein Gespann mit Trecker und einem speziellen Wasserversorgungsfahrzeug zur Verfügung, das von Hermann Paus und Walter Hansen konzipiert und gebaut worden ist. Es enthält einen 500-Liter-Wassertank mit entsprechender Pumpentechnik.

Inzwischen ist das Gefährt zu einem touristischen Highlight in Emsbüren geworden. Viele Gäste verfolgen die wohl einmalige Blumengieß- und -pflegeaktion. Viel Anerkennung findet auch die jeweilige Besatzung für ein vorbildliches ehrenamtliches Engagement.

Doch wie geht es weiter? „Das Team macht insbesondere aus gesundheitlichen Gründen definitiv zum Jahresende Schluss“, betont Heinz Antons. „Wir wollen uns dafür stark machen, dass die Aktion auf ehrenamtlicher Basis fortgeführt wird“, betonen Hermann Paus und Walter Hansen. Dazu gebrauche man die Unterstützung der Gemeinde. In dem Zusammenhang zeigt sich Paus enttäuscht darüber, dass trotz mehrfacher Vorstöße bei der Gemeindeverwaltung und bei Bürgermeister Bernhard Overberg bisher keine Reaktion und kein Konzeptvorschlag erfolgt sei.

Wer Interesse daran hat, die ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen, kann sich bei Heinz Antons unter Tel. 05903/1283 melden.


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