„Landwirte erhalten Geld“ Nabu für Naturschutzgebiet in Emsbüren

Die Ems bei Mehringen in der Gemeinde Emsbüren. Foto: Richard HeskampDie Ems bei Mehringen in der Gemeinde Emsbüren. Foto: Richard Heskamp

Emsbüren. Der Nabu-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim hat sich für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes Emsauen in Emsbüren und Salzbergen in einer Größenordnung von rund 1300 Hektar ausgesprochen. Etwa 1200 Hektar liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Emsbüren.

In einer Pressemitteilung reagierte der Naturschutzverband damit auf die Berichterstattung in der LT vom 15. und 20. Dezember. Die Beschreibung des Schutzgegenstandes und Schutzzweckes sei in dem laufenden Verfahren des Landkreises angemessen. Die vorgesehenen Schutzbestimmungen seien zwingend notwendig, betont der Nabu. Sie sollten im weiteren Verfahren keinesfalls zurückgenommen werden.

„Die Ausweisung als Naturschutzgebiet ist überfällig“, so Katja Hübner vom Nabu. „Der Flusslauf und die angrenzende Aue sind von großem naturschutzfachlichem Wert für seltene und gefährdete Arten wie Fischotter und Hirschkäfer sowie Lebensräume wie Auwälder und Binnendünen. Deshalb wurde es ja auch als Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet der EU-Kommission gemeldet.“

Eine Ausweisung als Schutzgebiet nach deutschem Recht hätte schon lange erfolgen müssen. Weil dies hier und in anderen Fällen noch nicht passiert sei, gehe die EU-Kommission derzeit wegen nicht zeitgerechter und unzureichender Ausweisung von Schutzgebieten gegen Deutschland vor. Die Schutzgebietsausweisung an der Ems sei deshalb auch zwingend erforderlich, um ein gerichtliches Vertragsverletzungsverfahren mit hohen Strafzahlungen zu vermeiden, hebt Hübner hervor.

Die von den örtlichen Kommunalpolitikern geforderte Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet (LSG) weist Hübner zurück. „Diese Schutzgebietskategorie nicht geeignet, um den Schutz der Tiere und Pflanzen zu gewährleisten.“ Das Land Niedersachsen zahle nur in Naturschutzgebieten einen Erschwernisausgleich an die Eigentümer und Nutzungsberechtigten bei Schutzbestimmungen, die die Nutzung einschränkten. Würde man also ein LSG ausweisen, bliebe den Eigentümern und Nutzungsberechtigten der Zugang zu diesen Geldmitteln verschlossen.

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