zuletzt aktualisiert vor

„Wir sind Herzog und Kumpan“ Helscher stolz auf „ihre“ Emsbürener Tollitäten



Emsbüren. Es muss schon viel passieren, um die Emsbürener davon abzubringen, Karneval zu feiern. Dass der Papst zurücktritt, reicht dafür bei Weitem nicht aus. Das haben am Rosenmontag 80 Wagen und Fußgruppen beim Karnevalsumzug eindrucksvoll bewiesen.

Bei ihrer Themenwahl bewiesen die Narren viel Fantasie. „Ritze, ratze, voller Tücke, eine Lücke in die Brücke“, bemühte eine Gruppe aus Hesselte Wilhelm Busch, um auf ihre „Sorgenbrücke“ aufmerksam zu machen. Lokalpolitisch gaben sich die Lünner: „Lünne ist in Angst und Schrecken, wird Exxon hier bald fracken?“, fragten sie sich. „Geld kann man nicht trinken. Rettet unser Grundwasser“, forderten besorgte Karnevalisten, die trotzdem ihren Spaß beim Umzug hatten.

Die „Emsbürener Kindl“ hatten die Verzögerungen beim Bau des Berliner Flughafen aufs Korn genommen: „Danke schön, Herr Wowereit, für einen Arbeitsplatz auf Lebenszeit“, meinten sie. Es dürfte wohl noch länger dauern, bis sich die „Kindl“ etwas Neues einfallen lassen müssen.

Die Helscher Karnevalsfreunde erinnerten mit ihrem Slogan unbeabsichtigt an das „Wir sind Papst“ der Bild-Zeitung aus dem Jahr 2005. „Wir sind Herzog und Kumpan“, prangte voller Stolz, dass die Emsbürener Tollitäten 2013, Herzog Richard II. und Kumpan Hermann VII., aus ihrem Ortsteil stammen, auf dem Wagen.

Auch echte Prinzen konnte der Emsbürener Zug vorweisen. Heiner III. und Silvia I. vom KC Alemannia Nordhorn-Blanke nahmen mit ihrem Wagen ebenso am Umzug teil wie das Kinderprinzenpaar des Vereins. Im weiteren Zugverlauf waren auch Wagen aus den Lingener Stadtteilen Baccum und Brögbern zu sehen.

Die Landjugend aus Isterberg war nur wegen des Feierns nach Emsbüren gekommen. „Peace, Love and Rock ’n’ Roll“ lautete der Slogan ihres Wagens.

Mehrere Tausend Zuschauer dürften bei diesem Umzug wieder voll auf ihre karnevalistischen Kosten gekommen sein.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN