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270 Bäume in Pastors Garten „Ein kleines Stück vom Paradies“ in Emsbüren

Von PM. | 23.07.2014, 09:32 Uhr

Ein kleines Stück vom Paradies: So beschreiben Experten der „Deutschen Dendrologischen Gesellschaft“ (DDG) Pastors Garten, der in Emsbüren idyllisch hinter dem Pfarrhaus im Schatten des St.-Andreas-Kirchturmes liegt.

Zwei Jahre lang haben Mitglieder der DDG unter der Leitung des Botanikers Prof. Fred-Günter Schröder gemeinsam mit der „Dombautruppe“ den Pfarrgarten saniert und umgestaltet. Das Kleinod im Zentrum von Emsbüren , das 1838 der damalige Pfarrer Albert Deitering anlegte, wurde somit „zukunftsfähig“ gemacht. Die Geschichte wurde weiter erforscht, die Bäume vermessen und alle Pflanzen kartografiert. Dank der Mithilfe vieler Ehrenamtlicher konnten umfangreiche Neuanpflanzungen, Erhaltungsmaßnahmen sowie Verschönerungsarbeiten durchgeführt werden. Zum 175-jährigen Jubiläum spendierte der Staudengärtner Günter Diamant einen Küstenmammutbaum.

Zu einem Einweihungsfestakt hatte die Kirchengemeinde eingeladen. Pfarrer Thomas Burke sowie der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Hans Darpel, dankten allen am Projekt Beteiligten. Für den musikalischen Rahmen sorgten „De Bergler Jagdhornblözers“ unter der Leitung von Franz-Josef Arning sowie der Kinderchor unter der Leitung von Katrin Klugmann. Passend zu der Veranstaltung präsentierte sich der uralte Trompetenbaum am Rande von Pastors Wiese in voller Blüte. Im Volksmund nennen ihn die Emsbürener „Beamtenbaum“: Er kommt spät und geht früh.

Bürgermeister Bernhard Overberg zeigte sich überzeugt, dass das Juwel im Emsbürener Ortskern künftig von vielen Fachleuten und Gästen besucht werde. Ortsbürgermeisterin Cäcilia Schwennen hatte im Rahmen einer Gästeführung die ersten Kontakte zu den DDG-Vertretern geknüpft. „Wir alle sind sehr stolz auf das, was hier in zwei Jahren geleistet worden ist“, betonte sie.

Die Geschichte und Besonderheiten des 1,5 Hektar großen Pfarrgartens stellte Fred-Günter Schröder vor. Insgesamt wurden 270 Bäume von 52 Arten gezählt. Viele Bäume seien fast 30 Meter hoch. Zur besseren Übersicht für die Besucher sei das Areal in sieben Quartiere gegliedert worden: Pastors Wiese, Ludgeri-Wiese, Andreas-Wiese, Tannenbusch, Hülsenbusch, Uphokbusch und Kuhmbusch.

„Es lohnt sich, das dendrologische Kleinod wach zu küssen“, zeigte sich Volker Meng, Leiter des forstbotanischen Gartens der Uni Göttingen, begeistert von der EmsbürenerAnlage und der durchgeführten Frischzellenkur. Der Pflanzenbestand sei durch viele junge Bäume und Sträucher ergänzt worden. In dem Zusammenhang wies Meng auf die forstwirtschaftliche Notwendigkeit hin, in Generationen zu denken.

Anerkennung zollte der Wissenschaftler Pfarrer Thomas Burke. Dieser habe die Zeichen richtig erkannt und die Maßnahmen jederzeit aus voller Überzeugung unterstützt, ebenso wie seine Amtsvorgänger Albert Deitering und Hubert Meyer zu Schlochtern.

Führungen durch Pastors Garten bieten der VVV Emsbüren (Tel. 05903/9357-58) und die Kirchengemeinde St. Andreas Emsbüren (Tel. 05903/9310-20) an.