100-Millionen-Euro-Großprojekt Baubeginn der neuen Schleuse in Gleesen

Meine Nachrichten

Um das Thema Emsbüren Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Emsbüren. Auch ein Jahrhundertprojekt beginnt mit einem ersten Spatenstich: Mit dem Neubau der Gleesener Schleuse im Zuge der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals startet ein Großprojekt, durch welches das Emsland nach seiner Vollendung dann auch auf dem Wasserweg noch besser erreichbar sein wird.

Die Schleuse Gleesen auf dem Gemeindegebiet Emsbürens ist die erste von fünf rund 100 Jahre alten Schleusen, die auf der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) zwischen Gleesen im südlichen Emsland und Rodde im nördlichen Münsterland den gestiegenen Anforderungen der modernen Binnenschifffahrt angepasst werden sollen.

Fit für Großmotorgüterschiffe

Nach dem bereits erfolgten Ausbau der Südstrecke des DEK soll nun auch die Nordstrecke für Großmotorgüterschiffe bis zu 135 Meter Länge befahrbar und damit die noch bestehende Lücke geschlossen werden. Für die fünf Schleusen investiert der Bund rund 550 Millionen Euro. Die Anpassung der Nordstrecke ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 auch als Projekt „mit vordringlichem Bedarf“ verankert. Den Zuschlag für den Ausbau der Schleuse Gleesen in Trägerschaft des Wasserstraßen-Neubauamts Datteln mit einem Auftragsvolumen von knapp 100 Millionen Euro erhielt nach einem EU-weiten Vergabeverfahren die Unternehmensgruppe Bunte aus Papenburg.

„Leistungsfähige Wasserstraßen“

Vor den rund 200 zum ersten Spatenstich in Gleesen geladenen Gästen unterstrich Enak Ferlemann als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Wir brauchen leistungsfähige und durchgängige Wasserstraßen, um die steigenden Güterverkehre meistern zu können. Damit entlasten wir unsere Straßen und sorgen für eine intermodale Mobilität an einer der wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands.“

Bunte aus Papenburg baut

Birgit Maßmann vom Wasserstraßen-Neubauamt Datteln verwies als kommissarische Projektleiterin insbesondere auf eine „bereits im Vorfeld von einem leistungsstarken Team erfolgte, äußerst sorgfältige Bauplanung“ – auch um die Nachteile für die Anlieger der Baustelle möglichst gering zu halten. Das Ergebnis wird laut Bunte-Geschäftsführer Manfred Wendt angesichts der Vielzahl der Gewerke „ein ingenieurtechnisches Jahrhundertbauwerk“ sein.

Lob für den Landkreis und die IHK

Die „vertrauensvolle Kooperation mit der Region“ würdigte der Abteilungsleiter in der Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt, Heinz-Josef Joeris. Schon seit rund zehn Jahren werde das gigantische Infrastrukturprojekt nicht nur von den Anrainerkommunen intensiv unterstützt. „15 Projektpartner haben Planungspersonal in einem Umfang von rund sechs Millionen Euro finanziert, um den effizienten und umweltfreundlichen Wasserverkehrsweg schneller umzusetzen“, erklärte Joeris. Als maßgeblich im Vorantreiben des Projekts hob Joeris den Landkreis Emsland und die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim hervor.

Landrat Reinhard Winter verwies auf den „Lückenschluss A31“: „Die regionale Allianz funktioniert. Das Engagement der gesamten Region, das Emsland für die moderne Binnenschifffahrt komplett durchgängig zu machen, ist außergewöhnlich.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN