Vielfältige Verdienste Bernd Robben erhält in Emsbüren Landschaftsmedaille

Meine Nachrichten

Um das Thema Emsbüren Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Träger der Landschaftsmedaille der Emsländischen Landschaft ist jetzt Bernd Robben (links). Die Auszeichnung nahm der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring vor. In der Bildmitte Inge Robben. Foto: Ludger JungeblutTräger der Landschaftsmedaille der Emsländischen Landschaft ist jetzt Bernd Robben (links). Die Auszeichnung nahm der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring vor. In der Bildmitte Inge Robben. Foto: Ludger Jungeblut

Emsbüren. Der Heimatforscher Bernd Robben aus Emsbüren-Gleesen hat die Landschaftsmedaille der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim erhalten.

Landschaftspräsident Hermann Bröring würdigte in einer Feierstunde im Heimathaus Emsbüren Robbens außerordentliches langjähriges Engagement zugunsten der landschaftlichen Kulturarbeit und zur Bewahrung des kulturellen Lebens.


Viele langjährige Weggefährten von Bernd Robben (rechts) nahmen an der Veranstaltung im Heimathof Emsbüren teil. Mit dabei war auch Albert Rötterink aus der Grafschaft Bentheim. Foto: Ludger Jungeblut


Der Emsländischen Landschaft sei es ein großes Bedürfnis, dem 70-jährigen früheren Leiter der Grundschule Lingen-Bramsche für seine über Jahrzehnte währende kritische Auseinandersetzung mit der plattdeutschen Sprache zu ehren und zu danken, betonte Bröring. Vor dem Hintergrund, dass ein deutlicher Schwund der plattdeutschen Sprache  zu beklagen ist, rief der Präsident dazu auf, alles zu unternehmen, um "unsere plattdeutsche Sprache als identitätsstiftenden Faktor und als besonderes immaterielles Kulturgut für die Region zu retten." Wer plattdeutsch spreche, beherrsche eine Sprache mehr, sage Robben zu Recht. Bröring verwies auch auf die von Robben gestaltete Internetseite www.watt-up-platt.de


Ans Revers von Bernd Robben (rechts) heftete der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring, die Landschaftsmedaille. Foto: Ludger Jungeblut


Seine Anerkennung galt überdies Robbens unermüdlichem Einsatz, das hochsensible Themenfeld des Heuerlingswesens aufzuarbeiten. Neben der Landschaftsmedaille überreichte Bröring eine Urkunde an Robben, der eine ausführliche Begründung für die Verleihung beigefügt ist. Darin wird darauf verwiesen, dass der Heimatforscher als langjähriger Rektor in Lingen-Bramsche im Jahre 1989 eine emslandweite kombinierte Schüler- und Elternbefragung zur plattdeutschen Sprachkompetenz in der nachwachsenden Generation durchführte. Erstmalig lag nach Abschluss der Arbeiten eine umfangreiche regionale Untersuchung vor, in der zwischen aktiver und passiver Sprachkompetenz unterschieden wurde. Festgestellt wurde seinerzeit ein dramatischer Rückgang der aktiven Sprachkompetenz.


Zu den Förderern der plattdeutschen Aktivitäten von Bernd Robben (rechts) zählt auch das Ehepaar Hermann und Agnes Paus aus Emsbüren. Foto: Ludger Jungeblut


Das zweite große Arbeitsfeld von Bernd Robben ist das Heuerlingswesen. Aus der jahrzehntelangen Beschäftigung mit dieser unterbäuerlichen Schicht ging der gemeinsam mit Helmut Lensing veröffentlichte Band „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerlinge kommen!“ hervor. Mittlerweile ist dieser Band in fünfter Auflage erschienen, ein Bestseller in der Regionalliteratur, wie ihn das Emsland seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ein zweiter, jüngst erschienener Band über die Nutzung und Ausgestaltung der (ehemaligen) Heuerhäuser früher und heute schlägt eine weitere höchst interessante Seite zur Kulturgeschichte in unserem ländlichen Raum auf – dieses Mal zur Baukultur.


Viel zu verdanken hat Bernd Robben (rechts) dem Speller Unternehmer Dr. Bernard Krone für dessen Unterstützung bei der Erstellung plattdeutscher Werke. Foto: Ludger Jungeblut


Vielfältig sind die kulturgeschichtlichen Interessen von Bernd Robben. Erinnert sei an den gemeinsam mit Theo Mönch-Tegeder herausgegebenen Band „Wat, de kann Platt? Emsländer und Grafschafter über ihre Mundart“; aus umfangreichen Interviews ging der Band „Die letzten 80 Jahre im Emsland“ hervor. Großen Anklang fanden auch die auf seiner Grundidee fußenden Erinnerungsbücher „Ja, so war das damals“, die dazu dienen, in der Begegnung mit älteren Menschen Erinnerungen zu wecken und Gesprächsanlässe zu bieten.


Für die gelungene musikalische Umrahmung sorgten Mitglieder des Emsbürener Jugendorchesters. Foto: Ludger Jungeblut


Bernd Robben freute sich sehr über die Auszeichnung und bedankte sich auf plattdeutsch bei seinen Förderern, ohne die er seine Arbeiten nicht hätte publizieren können. "Schade, dass Theo Mönch-Tegeder nicht unter uns sein kann", erinnerte an dessen plötzlichen Tod in diesem Jahr. Der Geehrte machte deutlich, dass er Mönch-Tegeder viel zu verdanken hat. Für eine gelungene musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten Mitglieder des Emsbürener Jugendorchesters unter Leitung von Irene Hachmer und Bernd Gortheil.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN