Projekt "Das Dorf bewegt sich" Integrationslotsen in Emsbüren stärken geflüchtete Frauen

Von Thomas Pertz, 10.09.2018, 12:16 Uhr
Der Besuch des Moormuseums in Groß Hesepe am vergangenen Wochenende bildete für Flüchtlingsfamilien aus Emsbüren den Abschluss des Projektes "Das Dorf bewegt sich". Foto: Integrationslotsen

Emsbüren. Eine positive Bilanz des Projektes "Das Dorf bewegt sich" haben die Integrationslotsen in Emsbüren gezogen. Im Mittelpunkt hatte neben der Förderung der Integration insbesondere die Stärkung von geflüchteten Frauen gestanden.

Das Projekt war Teil des bundesweit ausgerufenen Programms „500 Land-Initiativen“, mit dem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gezielt das Zusammenleben von Einheimischen und Zugezogenen in ländlichen Regionen unterstützt. Dazu stand eine Fördersumme von 9000 Euro zur Verfügung. Diese verwendeten die Emsbürener Integrationslotsen für die Organisation zahlreicher Veranstaltungen. Ein Hauptaugenmerk des Projektes lag darin, die Rolle der Frauen in der Gruppe der Geflüchteten, die zum größten Teil aus Familienverbänden und Alleinerziehenden besteht, zu stärken.

Zwischen 15 und 20 Frauen, überwiegend aus Afghanistan, hätten regelmäßig an den Veranstaltungen teilgenommen, erläuterten Beata Szymanik-Feldmann, Christine Lühle-van Dam, Doris Sager und Jürgen Blohm in einem Pressegespräch. Blohm ist Vorsitzender des Vereins "Willkommen im südlichen Emsland - Integrationslotsen", in dem sich Mitglieder aus verschiedenen Orten organisiert haben. Szymanik-Feldmann ist seine Stellvertreterin. "Es ist wichtig, die Teilnehmerinnen an die Hand zu nehmen", beschrieb Lühle-van Dam den Ablauf des Projektes. Die Emsbürenerinnen kennen die geflüchteten Familien, die inzwischen schon gut Deutsch sprechen. Das erleichterte es den Organisatoren, die Frauen für eine Teilnahme an den Veranstaltungen zu gewinnen.

Vorträge, Ausflüge, Tanzen und Kochen

Die bestanden aus vier Modulen: In dem ersten Modul "Emsland zwischen Tradition und Moderne" wurde den Teilnehmerinnen die Region in Vorträgen und Ausflügen näher gebracht. Um das Thema Gesundheit drehte sich alles im zweiten Modul. Dazu gehörten Kochkurse ebenso wie das Kennenlernen einheimischer Gesundheitspflanzen. Mit dem universal verbindenden Thema Tanzen ging es im dritten Modul, während die geflüchteten Frauen im vierten Modul ihre eigenen Feste und Gebräuche näherbringen konnten.

Die Emsbürener Integrationslotsen stellten im Laufe der Monate eine Veränderung bei den geflüchteten Frauen fest: "Sie öffneten sich, wurden lockerer, entspannten sich", gab  Christine Lühle-van Dam eine Beobachtung wieder. Es sei deutlich geworden, dass die Frauen diesen Freiraum für sich, ohne Partner und Kinder, schätzten. "Zwei Frauen gehen inzwischen regelmäßig ins Fitness-Studio in Emsbüren", erklärte Sager. "Da hat sich etwas im Kopf gelöst", sagte Scymanik-Feldmann.

Den Abschluss des einjährigen Projektes bildete am vergangenen Samstag ein gemeinsamer Familienausflug ins Moormuseum nach Groß Hesepe. Hier sollte der Gruppe nicht nur ein Teil der Geschichte des Emslandes verdeutlicht werden. Die plastische Darstellung der Armut in der Region vor einigen Jahrzehnten sollte auch deutlich machen, dass nicht alles hierzulande von Anfang an geglänzt hat.

Mit dem Ende des Projektes "Das Dorf bewegt sich" hören die Aktivitäten der Integrationslotsen in Emsbüren natürlich nicht auf, wie es im Gespräch in der "Alten Amtsvogtei" hieß. Dort finden regelmäßig Treffen zwischen Geflüchteten und Einheimischen statt, beim Einkaufen im Ort werden Worte gewechselt. Mehrere Geflüchtete haben den Worten der Integrationslotsen zufolge inzwischen auch Arbeit gefunden. Die Bedeutung von Frauen als Arbeitnehmerinnen im Erwerbsleben hervorzuheben, sei auch teil des Projektes gewesen, sagte Lühle-van Dam. "Die Betriebsbesichtigungen kamen sehr gut an", betonte Szymanik-Feldmann.


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